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Deutschland-Chef Gregor Pillen Dieser Mann richtet IBM neu aus

Gregor Pillen ist bei IBM Deutschland angetreten, um Kunden und Mitarbeitern die neue Strategie des US-Konzerns zu erklären. Doch dann kam Corona.
24.09.2020 - 18:03 Uhr Kommentieren
Der Manager soll den Kunden im deutschsprachigen Raum die IBM-Strategie näherbringen. Quelle: IBM Deutschland
Gregor Pillen

Der Manager soll den Kunden im deutschsprachigen Raum die IBM-Strategie näherbringen.

(Foto: IBM Deutschland)

Düsseldorf Wie schafft es ein neuer Chef, eine Verbindung zu seinen Mitarbeitern aufzubauen? Manchmal hilft dabei ein gemütlicher Ohrensessel mit einer Flasche Rum im Hintergrund oder ein Wäscheständer mit Socken.

Als Gregor Pillen am Jahresanfang die Leitung von IBM in Deutschland, Österreich und der Schweiz übernahm, konnte er sich den meisten Mitarbeitern nur virtuell vorstellen: Die Beschränkungen wegen der Corona-Pandemie verboten bald eine Rundreise. Also lud er zu Videokonferenzen ein – und zeigte sich dabei in der privaten Umgebung. Zudem ließ er Poster mit dem Logo des Konzerns und eine Karte des Führungsteams verschicken. „Es sind manchmal kleine Sachen, die Nähe schaffen.“

Die Identifikation ist Pillen wichtig. Der wohl älteste IT-Konzern der Welt, der sein Geschäft 1911 mit Lochkartenmaschinen begann, richtet sich wieder einmal neu aus. Das Management in Armonk, New York, hat den Trend zum Cloud-Computing verpasst, der Abstand zu AWS und Microsoft scheint uneinholbar. „An uns wird der Anspruch gestellt zu erklären, wofür IBM steht“, weiß Pillen, der diese Woche auf einem virtuellen „Cloud Summit“ einen seiner ersten größeren öffentlichen Auftritte in der neuen Rolle hatte.

Zwei Themen stehen für den 57-Jährigen im Vordergrund. Zum einen soll „Big Blue“ nach der Übernahme des Softwarespezialisten Red Hat ein Helfer für den Umgang mit der Komplexität der modernen IT sein.

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    „Wir wollen einen offenen Industriestandard bauen, mit dem der Kunde die Wahlfreiheit hat, wohin er eine ‚Workload‘ schiebt“, sagt Pillen – egal ob im eigenen Rechenzentrum oder in der Cloud, egal ob mit SAP, Salesforce oder Microsoft.

    Zum anderen sieht Pillen IBM als Dienstleister für die Digitalisierung. Die Berater sollen gemeinsam mit den Kunden an Projekten arbeiten. Ein Vorzeigebeispiel ist die elektronische Gesundheitsakte der Techniker Krankenkasse. „Gerade diese gemeinschaftlichen Modelle sind die Zukunft.“

    Rückkehr an alte Wirkungsstätte

    Der Wirtschaftsmathematiker, der seit 2002 bei IBM ist, kennt dieses Geschäft: Er leitete von 2010 bis 2015 in Deutschland die Beratungssparte Global Business Services, die bei Transformationsprojekten eine maßgebliche Rolle spielt, und übernahm später die Verantwortung für die Sparte in ganz Europa.

    Diese Ausrichtung ist vielversprechend. „IBM ist traditionell stark vertreten in großen Unternehmen, wo Branchenkompetenz notwendig ist“, sagt Axel Oppermann, Gründer des Beratungsunternehmens Avispador.

    Diese Position wolle das Management nutzen, um sich als „Generalanbieter für Cloud-Lösungen“ zu verkaufen, der alles von der Beratung über die Entwicklung bis zum Betrieb anbietet – und dazu Expertise bei Künstlicher Intelligenz und IT-Sicherheit verkauft.

    Wie das Geschäft läuft, ist unklar, IBM veröffentlicht nur ausgewählte Zahlen aus einzelnen Ländern. Im zweiten Quartal übertraf der Konzern die Erwartungen der Analysten, vor allem dank des Cloud-Geschäfts.

    Die Mitarbeiter hat Pillen jedenfalls überzeugt. Er habe „maßvoll“ auf die Krise reagiert, heißt es in Unternehmenskreisen – auf Kurzarbeit verzichtet das Management, bei der Homeoffice-Regelung ist es großzügig. „Er versucht, die konstruktive Kommunikation seines Vorgängers aufrechtzuerhalten“, berichtet ein Insider. „Er scheint gut anzukommen, die Mitarbeiter sind motiviert“, erzählt ein anderer.

    Ohne Konflikte geht es bei IBM indes nicht. Der Konzern ist ein großer Anbieter für IT-Outsourcing, er betreibt für Kunden wie Lufthansa und Vodafone die IT-Infrastruktur. Der Kostendruck ist in diesem Geschäft hoch.

    Das bekommen die Mitarbeiter zu spüren: So hat das Management den Standort in Flensburg schließen wollen, sieht nach Auseinandersetzungen mit Arbeitnehmervertretern und der Gewerkschaft Verdi aber doch davon ab. Das klassische Outsourcing ändere sich, betont Pillen – wenn IBM es anbiete, sei es Teil einer umfangreicheren Zusammenarbeit.

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