Diaspora Mit Eigenverantwortung gegen Facebook

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Diaspora ist schließlich weder das erste Projekt, das die Branchenriesen ärgern möchte, noch der erste Versuch, ein dezentralisiertes Social Network zu gründen. Auch bei OneSocialWeb, das von Vodafone entwickelt wird, können die Nutzer ihre Profile auf eigene Server laden. Das von Mozilla unterstützte Projekt Appleseed erlaubt Nutzern verschiedener Seiten sich anzufreunden. Richtig bekannt sind beide nicht. Das Netzwerk VIRB°, vor einigen Jahren noch als "MySpace-Killer" betitelt, hat sich inzwischen auf die Erstellung von Websites spezialisiert.

Eben Moglen, Professor an der Columbia Universität und Befürworter von freier Software, ist trotzdem vom Erfolg Diasporas überzeugt. Er war es, der die vier Studenten ursprünglich mit einer Rede dazu gebracht hat, ihre Idee umzusetzen. Für Moglen liegt der entscheidende Vorteil darin, dass Diaspora eben zunächst kein Ersatz für Facebook sein muss. Stattdessen könnten die Kunden weiterhin beides nutzen, doch wenn zwei Diasporamitglieder sich treffen, werden ihre Daten verschlüsselt ausgetauscht. So würden die Nutzer nach und nach von Facebook "entwöhnt", sagt Moglen.

Darüber hinaus hat Diaspora neben einer guten Idee noch einen weiteren Vorteil. Im Gegensatz zur Konkurrenz wirkt das Projekt außerordentlich sympathisch. Für soziale Netzwerke ist dieser "Coolness"-Faktor nicht unerheblich: So hat es vor einigen Jahren auch Facebook geschafft, den damaligen Platzhirsch MySpace vom Thron zu stoßen. Davon kann Diaspora momentan nur träumen. Aber falls die Umsetzung gelingt, könnten auch soziale Netzwerke zukünftig einen Graswurzel-Widerstand erfahren, in dem die Nutzer wieder die Kontrolle über ihre persönlichen Daten einfordern.

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