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Die globalen Milliarden-Gründer Airbnb, WeWork, Rent-the-Runway: Das sind die erfolgreichsten Jungunternehmen der USA

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Längerer Weg bis zur Börse

Das Prinzip ähnelt dem vieler anderer erfolgreicher Start-ups. Uber und Lyft, die in diesem Jahr an die Börse gegangen sind, bieten Fahrdienste an. Warum ein eigenes Auto besitzen, wenn man es doch meistens in der Garage stehen hat? Airbnb ermöglicht es Nutzern, ihre Wohnungen für kurze Zeit unterzuvermieten, und könnte in den kommenden Monaten ebenfalls an die Börse streben.

Der Vermittler ist allmählich börsenreif. Quelle: Reuters
Airbnb

Der Vermittler ist allmählich börsenreif.

(Foto: Reuters)

Auch RTR hat große Ambitionen. Wenn es nach Vorstandschefin Hyman geht, sollten die Menschen nicht nur Kleider mieten. Auch bei Wohn-Accessoires sieht die New Yorkerin Potenzial. Das Start-up ist deshalb eine Kooperation mit dem Designmöbelhaus West Elm eingegangen.

Eine beige Tagesdecke für den Sommer, dunkelrote Kissen für den Winter: Am Ende der Saison geht es nicht in den Keller, sondern zurück an RTR. Und das soll nur der Anfang sein: „Unser Ziel ist es, das ‚Amazon Prime‘ der Vermietung zu werden und jede einzelne Person in den USA und in der Welt zu erreichen“, stellte die Absolventin der Harvard Business School klar. Mit dem Börsengang hat es Hymer nicht eilig. Die jüngste Finanzierungsrunde über 125 Millionen gebe dem Unternehmen die Flexibilität, den Börsengang dann zu wagen, wenn RTR den größten Erfolg hat.

Die Bereitschaft der Geldgeber, ihre Milliarden länger in Start-ups zu investieren, hat in den vergangenen Jahren vieles im Silicon Valley verändert. Gründer bleiben heute deutlich länger der Börse fern als Amazon und Google etwa. „Früher gingen Start-ups an die Börse, wenn sie 100 bis 300 Millionen Dollar an Kapital einnehmen wollten“, erinnert sich Sven Weber, der den Risikokapitalfonds Knightsbridge Advisers berät.

Heute gibt es so viel Geld auch in privaten Finanzierungsrunden. Und: Dank neuer Handelsplätze können Gründer und frühe Mitarbeiter ihre Anteile an einem Start-up im Sekundärmarkt deutlich einfacher weiterverkaufen als früher, brauchen also die Notierung nicht.

Das lange Verweilen in privater Hand hat zu außerbörslichen Bewertungen in Rekordhöhe geführt. Uber war vor dem Börsengang im Mai 72 Milliarden Dollar wert, mehr als General Motors, der größte Autobauer des Landes. Der Bürovermieter WeWork ist derzeit das wertvollste amerikanische Einhorn und kommt auf 47 Milliarden Dollar Bewertung – die Szene spricht von einem Dekahorn. Der Zahlungsabwickler Stripe ist das weltweit am höchsten bewertete Fintech mit 22,5 Milliarden Dollar, wie aus Berechnungen des Analysehauses CB Insights hervorgeht.

Die Zahlen des Bürovermieters wecken Zweifel. Quelle: WeWork
WeWork

Die Zahlen des Bürovermieters wecken Zweifel.

(Foto: WeWork)

Der Einstieg von Softbank als Investor mit tiefen Taschen hat diesen Trend noch beschleunigt. Das ermöglicht es Unternehmen wie WeWork und vielen anderen, sich vor allem darauf zu konzentrieren, möglichst schnell statt möglichst profitabel zu wachsen. „Winner takes all“ heißt die Annahme, welche die Start-ups antreibt, ihren Markt zu dominieren – koste es, was es wolle. „Alle wichtigen Investoren stehen hinter dieser Strategie“, sagt Weber. Marktanteile, Nutzerzahlen und Wachstumsraten sind daher oft wichtiger für die hohen Bewertungen als Margen und Gewinne.

WeWork, das sich kürzlich in We Company umbenannt hat, hat in den vergangenen Jahren mehr Verlust als Umsatz gemacht. Das Start-up baut nicht nur die Vermietung von flexiblen Büroflächen aus, sondern steigt auch in die Vermietung von Zimmern ein. Analysten fürchten, dass das Unternehmen in der nächsten Krise große Probleme bekommen könnte. „WeWork schafft es nicht, in guten Zeiten Gewinne zu machen. Wie soll das bloß werden, wenn die Nachfrage nach Büroflächen deutlich zurückgeht?“, sorgt sich Dan Morgan, Portfoliomanager des Vermögensverwalters Synovus.

Viel Geld, viele Probleme

Wie nachhaltig diese Strategie ist, wird sich in den kommenden Jahren zeigen, wenn diese Generation der Einhörner an die Börse strebt und beweisen muss, dass sie langfristig erfolgreich sein kann. Viel Geld zu haben führt nämlich nicht immer zum Erfolg. Die Unternehmen, die vor dem Börsengang das meiste Geld von Investoren eingesammelt haben, schneiden auf dem Parkett fast immer schlechter ab als diejenigen, die weniger Geld bekommen haben. Das geht ebenfalls aus der Studie von CB Insights hervor. Besonders gut schneiden demnach ausgerechnet solche Unternehmen ab, in die weniger als 100 Millionen Dollar investiert wurde – also nicht die Einhörner.

Nicht alle allerdings profitieren gleichermaßen von der Geldschwemme: Gründerinnen haben es deutlich schwerer, Investoren zu überzeugen, als Gründer und müssen daher deutlich bessere Unternehmenszahlen abliefern. Jungunternehmerinnen wie bei RTR sind in den USA immer noch deutlich in der Minderheit, wie eine Studie der National Venture Capital Association zeigt.

Die Gründerwelt ist weiterhin von weißen Männern dominiert. Das gilt für die Unternehmer genauso wie für ihre Geldgeber. Zwar bessert sich langsam die Situation, doch es ist noch ein weiter Weg. Im ersten Halbjahr konnten Gründerinnen 1,9 Milliarden Dollar einsammeln. Das ist mehr als im Vorjahr – und doch macht das gerade einmal 2,9 Prozent aller Start-up-Investitionen aus.

Die Serie

Als Einhorn bezeichnet die Gründerszene junge Unternehmen, die mit mindestens einer Milliarde Dollar bewertet worden sind. Weltweit ziehen immer mehr Gründungen Risikokapital an. Die Handelsblatt-Korrespondenten beschreiben, welche Einhörner in ihrem Berichtsgebiet besonders interessant sind – und wie die Bedingungen für aufstrebende Unternehmen in ihrem jeweiligen Land sind. Den Anfang macht das US-Team des Handelsblatts – schließlich ist die Bezeichnung Einhorn („Unicorn“) in den Vereinigten Staaten entstanden.

In der kommenden Woche berichtet Korrespondent Pierre Heumann aus der selbst ernannten Start-up-Nation Israel.

Mehr: Uber und Lyft haben eine gemischte Börsenbilanz.

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