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(Foto: dpa)

Digitaler Job-Monitor Konjunkturschwäche bremst Nachfrage nach Digitalexperten

Die Konjunktureintrübung schlägt auf den digitalen Job-Monitor durch: Die Zahl der ausgeschriebenen Stellen ist im zweiten Quartal erstmals gesunken.
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Berlin Die Anzeichen für eine Rezession in Deutschland zeigen sich inzwischen auch auf dem Arbeitsmarkt für Digitalexperten: Die Zahl der ausgeschriebenen Positionen in 16 Digitalberufen, die für die digitale Transformation der Wirtschaft besonders wichtig sind, ist im zweiten Quartal um neun Prozent gegenüber dem Vorquartal auf 28.800 gesunken. Das ist der erste Rückgang seit Beginn der Aufzeichnung des digitalen Job-Monitors Anfang 2016. Der Rückgang zeigt sich gleichzeitig in allen 16 erfassten Jobprofilen.

Die ausgeschriebenen Stellen in den weiter gefassten MINT-Berufen (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik) sind zwischen April und Juni sogar um 18 Prozent im Vergleich zum Jahresbeginn zurückgegangen. Bereinigt um übliche saisonale Schwankungen und Änderungen der insgesamt ausgewerteten Stellenanzeigen fällt der Rückgang zwar etwas schwächer aus, ist nach drei Jahren stetigem Aufschwung aber dennoch ein Indikator für eine mögliche Wende am digitalen Arbeitsmarkt.

Grafik

Zwar weisen die meisten Job-Profile gegenüber dem Vorjahresquartal noch ein Wachstum auf, doch offenbar drosseln aktuell immer mehr Unternehmen die Neueinstellungen selbst in wichtigen Feldern der Digitalisierung.

Für den digitalen Job-Monitor des Handelsblatts durchforstet die Berliner Index-Gruppe alle ausgeschriebenen Stellen in gedruckten Medien, Online-Stellenbörsen und 130.000 Websites nach den Profilen.

Besonders ausgeprägt ist der Nachfragerückgang für Experten im 3D-Druck, dem Internet der Dinge und Robotics – also Industriethemen, denen eigentlich eine große Zukunft vorhergesagt wird. Hier zu sparen könnte langfristig fatale Auswirkungen haben, da diese Technologien eine hohe Relevanz für die Wettbewerbsfähigkeit besitzen. Selbst die Nachfrage nach Spezialisten für das vergleichsweise junge Trendthema Edge-Computing, das eine dezentrale Datenverarbeitung in der Nähe vernetzter Geräte vorsieht und damit schneller als Cloud-Computing funktioniert, ist auf niedrigem Niveau rückläufig.

Ausgeschriebene Digital-JobsQ1 2019Q2 2019
3D-Druck202140
Analytics/Big Data25082132
Cloud Computing43114237
Digital Consultant17161653
Fintech (inkl. Blockchain)608569
Digital-Projektmanager559466
Digitale Transformation/Industrie 4.015131278
E-Commerce43163807
E-Health/Medizininformatik327284
Internet der Dinge (inkl. Deep Tech)17521525
Künstliche Intelligenz15661531
Online-Marketing59755466
Online-Redaktion923833
Robotics1021856
Social Media/Content Marketing40603811
VR/AR&MR226213
Summe31.58328.801

Der Rückgang der ausgeschriebenen Digitaljobs mitten in der digitalen Transformation, in der häufig über den Mangel an Digitalexperten geklagt wird, könnte den digitalen Wandel hierzulande weiter bremsen. Deutschland belegt im aktuellen Digital Economy and Society Index der Europäischen Union nur den zwölften Rang, weit hinter Spitzenreitern wie den skandinavischen Ländern, Großbritannien und den Niederlanden. Besonders die Nutzung digitaler Technologien in Unternehmen und Behörden hinkt im internationalen Vergleich hinterher.

Mehr: Deutschland droht, den in Sachen Künstliche Intelligenz den Anschluss zu verlieren. Daran sind auch die Unternehmen schuld, schreibt Holger Schmidt im Handelsblatt-Expertenrat.

Dr. Holger Schmidt

Dr. Holger Schmidt beschäftigt sich seit zwei Jahrzehnten mit der digitalen Ökonomie. Zunächst als Journalist, heute als Keynote-Speaker, Autor und Uni-Dozent. Die Schwerpunkte des Volkswirts liegen auf den Themen Digitale Transformation, Plattformökonomie, Künstliche Intelligenz und Arbeit 4.0.

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