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Digitalisierung
(Foto: obs)

Digitaler Job-Monitor Nachfrage nach Digitalexperten bricht im zweiten Quartal um 26 Prozent ein

Innovationsprojekte werden in der Coronakrise zurückgestellt. Die Nachfrage nach Digitalexperten bricht ein – vor allem im Autoland Baden-Württemberg.
07.09.2020 - 17:13 Uhr Kommentieren

Eigentlich hat die Coronakrise Deutschlands Nachholbedarf in Sachen Digitalisierung schmerzlich offengelegt. Händler ohne Internet-Shop, Schulen ohne Online-Unterricht und Gesundheitsämter, die Corona-Fälle bis heute per Fax melden, stehen exemplarisch für die digitalen Versäumnisse der Vergangenheit.

Dennoch ist die Nachfrage nach Digitalexperten, die für die digitale Transformation besonders wichtig sind, im zweiten Quartal um 26 Prozent gegenüber dem Vorjahr eingebrochen, zeigt der digitale Job-Monitor des Handelsblatts, für den die Berliner Index-Gruppe alle ausgeschriebenen Stellen in gedruckten Medien, Online-Stellenbörsen und 130.000 Websites nach den entsprechenden Berufsprofilen durchsucht.

Mit etwa 40 Prozent fällt der Rückgang in digitalen Industrietechnologien wie dem Internet der Dinge, digitaler Transformation/Industrie 4.0, Robotics und 3D-Druck besonders kräftig aus. Das sind genau die Qualifikationen, bei denen die Nachfrage auch in den beiden Quartalen zuvor nachgelassen hatte.

Denn die Industrie hatte schon vor Corona das Innovationstempo gedrosselt und in der Krise noch einmal kräftig nachjustiert. Vor allem die Autoindustrie hat Innovationsprojekte wie die Entwicklung autonomer Autos oder Mobilitätsplattformen gestoppt, um sich auf das Kerngeschäft zu konzentrieren.

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    Entsprechend ist der Rückgang der Stellenausschreibungen für Digitalprofis im Autoland Baden-Württemberg mit 43 Prozent deutlich stärker als in anderen Bundesländern ausgefallen. In Nordrhein-Westfalen sank die Nachfrage um 32 Prozent; in Bayern waren es 25 Prozent.

    Grafik

    Das Interesse an Spezialisten für Cloud-Computing, Künstliche Intelligenz und E-Commerce hat zwischen April und Juni ebenfalls nachgelassen, allerdings weniger stark. Diese Technologien werden in praktisch allen Branchen benötigt. Vor allem die Händler, die im Internet schon vorher aktiv waren, haben im zweiten Quartal gute Geschäfte gemacht und ihre Kapazitäten entsprechend aufgestockt.

    Ab Juli hat sich die Konjunktur zumindest in der Digitalbranche wieder etwas erholt. Erstmals seit Beginn der Coronakrise ist der Bitkom-ifo-Digitalindex, der die Geschäftsaussichten der Digitalunternehmen in Deutschland erfasst, wieder positiv. Allerdings rechnen die Unternehmen der Digitalwirtschaft mit weiteren acht Monaten, bis sich ihre Geschäftslage wieder normalisiert. In der Gesamtwirtschaft beträgt dieser Zeitraum sogar elf Monate.

    Ob die Unternehmen die Krise als Digitalisierungsturbo nutzen, um die Automatisierung voranzutreiben oder auch nur Versäumtes nachzuholen, ist bisher erst in Ansätzen zu erkennen. Zum Beispiel berichtet Telefónica-Finanzvorstand Markus Rolle von einer anziehenden Nachfrage nach Technologie für autonome Fabriken. In der Vergangenheit waren Wirtschaftskrisen meist der Startpunkt für eine Automatisierung der Unternehmen, um die Produktion nach der Krise mit weniger Mitarbeitern schnell wieder hochfahren zu können.

    Dr. Holger Schmidt

    Dr. Holger Schmidt beschäftigt sich seit zwei Jahrzehnten mit der digitalen Ökonomie. Zunächst als Journalist, heute als Keynote-Speaker, Autor und Uni-Dozent. Die Schwerpunkte des Volkswirts liegen auf den Themen Digitale Transformation, Plattformökonomie, Künstliche Intelligenz und Arbeit 4.0.

    Mehr: Institut der deutschen Wirtschaft analysiert Autobranche – und ist schonungslos.

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