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Digitalisierung
(Foto: obs)

Digitaler Job-Monitor Nachfrage nach Digitalexperten zieht im dritten Quartal wieder etwas an

Digitalexperten sind auf dem Arbeitsmarkt wieder stärker gefragt als noch im zweiten Quartal. Die Nachfrage liegt aber klar unter dem Vorjahreswert.
04.11.2020 - 12:38 Uhr Kommentieren

Darmstadt Nach dem Einbruch im zweiten Quartal ist die Nachfrage nach Digitalexperten zwischen Juli und September wieder leicht auf 24.700 gestiegen. Die Zahl der ausgeschriebenen Positionen für diese Fachleute, die für die digitale Transformation der Wirtschaft besonders wichtig sind, liegt aber weiterhin 15 Prozent unter dem Vorjahreswert, zeigt der digitale Job-Monitor des Handelsblatts, für den die Berliner Index-Gruppe alle ausgeschriebenen Stellen in gedruckten Medien, bei Online-Stellenbörsen und auf 130.000 Websites nach den entsprechenden Berufsprofilen durchsucht.

Die Coronakrise hat zwar viele akute Digitalisierungsprojekte wie Cybersicherheit, mobiles Arbeiten oder den Onlinevertrieb beschleunigt, allerdings auch Zukunftsprojekte ohne schnelle Erfolgschancen zum Erliegen gebracht, wie der aktuelle „Digital Transformation Index“ von Dell zeigt.

Daher liegt die Nachfrage der Industrie nach Digitalexperten für Langzeitprojekte wie das Internet der Dinge, Industrie 4.0 oder autonomes Fahren auch im dritten Quartal deutlich unter dem Vorjahreswert. Wie schon seit dem Ende des vergangenen Jahres sichtbar ist, ist die Zurückhaltung in den Industrieländern Baden-Württemberg (minus 32 Prozent gegenüber dem Vorjahr) und Bayern (minus 20 Prozent) besonders groß.

Grafik

Das Interesse an Spezialisten für Cloud-Computing, Künstliche Intelligenz und E-Commerce hat zwischen April und Juni ebenfalls nachgelassen, allerdings weniger stark. Diese Technologien werden in praktisch allen Branchen benötigt. Vor allem die Händler, die im Internet schon vorher aktiv waren, haben im zweiten Quartal gute Geschäfte gemacht und ihre Kapazitäten entsprechend aufgestockt.

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Standort erkennen

    Ab Juli hat sich die Konjunktur zumindest in der Digitalbranche wieder etwas erholt. Erstmals seit Beginn der Coronakrise ist der „Bitkom-Ifo-Digitalindex“, der die Geschäftsaussichten der Digitalunternehmen in Deutschland erfasst, wieder positiv. Allerdings rechnen die Unternehmen der Digitalwirtschaft mit weiteren acht Monaten, bis sich ihre Geschäftslage wieder normalisiert. In der Gesamtwirtschaft beträgt dieser Zeitraum sogar elf Monate.

    Ob die Unternehmen die Krise als Digitalisierungsturbo nutzen, um die Automatisierung voranzutreiben oder auch nur Versäumtes nachzuholen, ist bisher erst in Ansätzen zu erkennen. Zum Beispiel berichtet Telefónica-Finanzvorstand Markus Rolle von einer anziehenden Nachfrage nach Technologie für autonome Fabriken.

    In der Vergangenheit waren Wirtschaftskrisen meist der Startpunkt für eine Automatisierung der Unternehmen, um die Produktion nach der Krise mit weniger Mitarbeitern schnell wieder hochfahren zu können.

    Dr. Holger Schmidt

    Dr. Holger Schmidt beschäftigt sich seit zwei Jahrzehnten mit der digitalen Ökonomie. Zunächst als Journalist, heute als Keynote-Speaker, Autor und Uni-Dozent. Die Schwerpunkte des Volkswirts liegen auf den Themen Digitale Transformation, Plattformökonomie, Künstliche Intelligenz und Arbeit 4.0.

    Mehr: Digitalisierung ist bei vielen Dax-Konzernen keine Chefsache

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