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Digitalisierung Warum die digitale Kluft zwischen Unternehmen wächst

Eine Studie von BCG zeigt, dass Europas digitale Stärken in der Telekommunikation und im Produktionsbereich liegen. Doch sie sind bedroht.
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Die konsumentennahen Branchen in Europa wie der Einzelhandel schneiden bei der Digitalisierung eher mau ab. Quelle: dpa
Piktogramm mit der Aufschrift „Industrie 4.0"

Die konsumentennahen Branchen in Europa wie der Einzelhandel schneiden bei der Digitalisierung eher mau ab.

(Foto: dpa)

Hamburg Die drei Kontinente Asien, Europa und Nordamerika entwickeln unterschiedliche Stärken im digitalen Wandel. Das zeigt eine Studie der Unternehmensberatung BCG. „Die Untersuchung zeigt, wie wichtig es ist, dass wir uns in Europa stärker mit Künstlicher Intelligenz (KI) und dem Umgang mit Daten befassen“, sagt der Münchener BCG-Partner Michael Grebe. Auf den Einsatz von KI legen besonders asiatische Unternehmen Gewicht.

„Weltweit nehmen die Unterschiede zwischen fortschrittlichen Unternehmen, die sich rasch digitalisieren, und rückständigen zu“. Für die Studie haben die Berater Manager aus 1837 Unternehmen befragt, die den Stand der Digitalisierung in ihrem Unternehmen in 35 Dimensionen einschätzen sollten. Dabei zeigt sich: Die drei Kontinente haben eigene Stärken und Schwächen – oft auch der Regulierung geschuldet.

So sehen sich die asiatischen Telekommunikationskonzerne auffallend negativ, während die Branche in Europa und Amerika zu den Vorreitern gehört. Grebe führt das auf die anspruchsvolle EU-Regulierung zurück, die die Konzerne im Binnenmarkt zu Investitionen in moderne Standards drängt. In vielen asiatischen Ländern setzten die Telefongesellschaften hingegen ältere, preisgünstigere Technik ein.

Vorn liegt Asien hingegen in Bereichen, in denen Unternehmen eine Evolutionsstufe überspringen – so im E-Commerce, bei Finanzdienstleistungen und Versicherungen. Hier ermöglichen lasche Datenschutzregeln digitale Geschäftsmodelle, die in der westlichen Welt schlichtweg nicht erlaubt sind. Dazu kommt, dass Dienstleistungen und Einzelhandel vor allem in ländlichen Regionen Kunden oft allein per Internet erreichen, etwa über Plattformen wie Alibaba und Wechat.

Europa ist stark bei der Industrie-Digitalisierung

Vorteile haben asiatische Unternehmen offenbar dadurch, dass sie relativ viele Mitarbeiter gezielt im Innovationsbereich arbeiten lassen. Dafür gelingt es ihnen vergleichsweise selten, digitale Pilotprojekte zur Einsatzreife fortzuentwickeln. Europäische Unternehmen setzen dagegen selten mehr als zehn Prozent ihrer Mitarbeiter für Digitalaufgaben ein. Diese recht klassische Aufstellung könnte zum Problem werden, das sich durch mehr Geld allein nicht beheben lässt.

Eher mau schneiden in Europa die konsumentennahen Branchen wie der Einzelhandel ab. Auffällige Schwächen identifiziert die Studie in Amerika dagegen bei Industrieunternehmen aus dem produzierenden Bereich. Das Internet der Dinge ist offenbar in Europa und Asien deutlich weiter fortgeschritten. Auch deutsche Anbieter sehen hier Chancen gegen die US-Internetkonzerne, die oft stärker konsumentenorientiert sind.

Auch Finanzen spielen eine Rolle: Die BCG-Experten haben in der Studie ermittelt, dass die erfolgreichsten Unternehmen im Schnitt mehr als fünf Prozent ihrer Betriebsausgaben in digitale Projekte stecken. Diese Gruppe von Unternehmen sei letztlich auch finanziell erfolgreicher und könne so wieder mehr Geld in Innovationen stecken. „Die Lücke zwischen Vorreitern und Nachzüglern wird daher größer. Wer zurückliegt, muss aufpassen, nicht immer weiter zurückzufallen“, mahnt Grebe.

Mehr: Handelsblatt und Boston Consulting Group zeichnen mit der Vordenker-Initiative 20 Digitalisierungs-Talente aus. Wir stellen die Preisträger des aktuellen Jahrgangs vor.

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