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Digitalkonzepte Wacken virtuell: Digitalagentur Cellular ist in der Krise voll ausgelastet

Ob virtuelles Musikfestival oder Nahverkehrs-App: Das Unternehmen hat trotz Corona viel zu tun. Die Krise wird zum Katalysator für die Digitalisierung.
17.07.2020 - 13:58 Uhr Kommentieren
Die digitale Festivalbühne steht. Quelle: dpa
Der riesige Schädel, das Symbol des Wacken-Open-Air

Die digitale Festivalbühne steht.

(Foto: dpa)

Düsseldorf Für Musiker und Konzertveranstalter ist dieser Sommer eine Katastrophe. Wegen des Coronavirus fallen die meisten Festivals aus – Feiern und Abstandhalten vertragen sich nicht. Die Veranstalter des „Wacken Open Air“ haben sich aber eine Alternative überlegt, die beides ermöglichen soll: Ab dem 29. Juli übertragen sie Konzerte von Bands wie „Blind Guardian“, „Kreator“ und „In Extremo“ live übers Internet.

Panos Meyer ist von dem Projekt begeistert. Er hört zwar lieber Rap als Heavy Metal, aber als Chef der Hamburger Digitalagentur Cellular hat er mit einem Team die Infrastruktur für das virtuelle Festival mitentwickelt. „Erst vor acht Wochen war das erste Gespräch mit den Wacken-Gründern“, berichtet er. Nun steht die digitale Festivalbühne, samt Verweis zum Online-Shop für T-Shirts, Festivalbändchen und Souvenirtickets.

Der 47-jährige Manager sieht darin ein Muster. Wegen der Coronakrise sind zwar Aufträge weggebrochen, etwa vom Touristikkonzern Tui. Aber viele Unternehmen aus „traditionellen Branchen“ sind auch gezwungen, sich radikal zu wandeln – und investieren daher.

Für Cellular zahlt sich das aus: „Wir sind seit fünf Wochen komplett ausgelastet, wir könnten mehr machen, wenn wir mehr Leute hätten“, sagt Meyer. „Wenn es so bleibt, wie es ist, wird es ein richtig gutes Jahr.“

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    Davon profitieren jedoch nicht alle. „Einige Agenturen melden zwar positive Effekte und vermehrte Kundenaufträge, aber viele Kunden haben Kampagnen und Etats gestrichen oder verschoben“, erklärt Marco Zingler, Vizepräsident des Bundesverbandes Digitale Wirtschaft (BVDW). Das stelle die meisten derzeit „vor Herausforderungen“. Bei einer Erholung sei aber damit zu rechnen, dass die Unternehmen „mittelfristig verstärkt auf Digitalagenturen und Online-Vermarktung“ setzen.

    Der Cellular-Chef erklärt, seine Digitalagentur sei derzeit voll ausgelastet.
    Panos Meyer

    Der Cellular-Chef erklärt, seine Digitalagentur sei derzeit voll ausgelastet.

    Cellular ist das, was Fachleute eine Full-Service-Agentur nennen: Das Unternehmen bietet die gesamte Bandbreite von der Beratung über die Umsetzung bis zum Betrieb digitaler Produkte und Dienste an. Das Resultat kann eine App sein, die öffentlichen Nahverkehr und andere Verkehrsdienste verbindet, wie sie der Hamburger Verkehrsverbund (HVV) gerade herausgebracht hat, eine neue Mediathek, wie sie das ZDF seit Kurzem bietet, oder eben eine virtuelle Festivalbühne.

    Das Unternehmen veröffentlicht den Umsatz nicht, der dürfte aber nach Einschätzung aus Branchenkreisen in einem niedrigen zweistelligen Millionenbereich liegen. 2019 sei das Unternehmen um knapp 20 Prozent gewachsen, berichtet Meyer.

    Allmählich wird in der Branche Personal knapp

    Seit sich eine neue Normalität eingestellt hat, beobachtet Meyer eine Polarisierung. Einerseits gebe es Unternehmen, die aus Kostengründen Investitionen in die Digitalisierung stoppten – für den Manager „eindeutig die Verlierer“: Langfristig geht es nicht ohne digitale Technologie. Andererseits gebe es nun Kunden, die gezielt investierten, „auch in Branchen, die bislang etwas träge waren“.

    Dazu zählen beispielsweise Einzelhändler, die Bestellsysteme aufbauen oder Kunden selbst die Einkäufe scannen lassen. Oder Tankstellenketten, die an der Zapfsäule kontaktloses Zahlen ermöglichen wollen. „Das sind alles Lösungen, die es schon gibt, aber sich in Deutschland nicht durchgesetzt haben“, sagt Meyer. Die Coronakrise als Anschub für die Digitalisierung: In einigen Unternehmen ist das tatsächlich so.

    57 Prozent der Digitalagenturen haben laut BVDW-Umfrage Schwierigkeiten, passendes Personal zu finden. Cellular beschäftigt derzeit 100 Mitarbeiter, 16 sind in diesem Jahr bereits dazugestoßen – weitere 24 Stellen sind trotzdem noch offen. Die Lage habe sich aber in der Coronakrise verändert, beobachtet Meyer: „Wir bekommen deutlich mehr Bewerbungen von guten Leuten.“ Auch die Stundensätze von Freiberuflern seien derzeit deutlich niedriger als noch vor einigen Monaten.

    Änderung: Die Formulierung im zweiten Absatz, zweiter Satz wurde angepasst, um klarzustellen, dass Cellular die digitale Infrastruktur beim Festival Wacken nicht alleine bereitstellt.

    Mehr: Goldman Sachs investiert 80 Millionen Dollar in das Bonner Start-up LeanIX

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