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Druckerhersteller HP Der letzte Kampf der IT-Dinosaurier: Xerox ist bereit für den Übernahmekampf

Der Drucker- und Kopiererhersteller hat einen Kredit in Milliardenhöhe für den Kauf von Hewlett-Packard in Aussicht. Aber Xerox' Plan wirft Fragen auf.
11.01.2020 - 17:05 Uhr Kommentieren
Xerox will HP übernehmen und hat sich dafür einen Kredit gesichert. Quelle: AFP
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Xerox will HP übernehmen und hat sich dafür einen Kredit gesichert.

(Foto: AFP)

Düsseldorf Eine Garage in Palo Alto gilt als der Geburtsort des Silicon Valley: William Hewlett und David Packard gründeten hier im Jahr 1938 eine Firma, die erst einen Tonfrequenzgenerator baute, später Rechenmaschinen und dann Computer und Drucker. Auch wenn Hewlett-Packard – kurz HP Inc. – mehrere Auf- und Abspaltungen hinter sich hat, und auch wenn Apple, Google und Amazon inzwischen weitaus größer und wichtiger sind, hat der Name immer noch Klang.

Doch das ikonische Unternehmen könnte bald verschwinden oder zumindest seine Eigenständigkeit verlieren: Der Drucker- und Kopiererhersteller Xerox hat im November ein Übernahmeangebot abgegeben und vor einigen Tagen eine große Kreditzusage eingeholt.

Citigroup, Mizuho und die Bank of America sind bereit, 24 Milliarden Dollar zu finanzieren. Es gehe darum, „jeglichen Zweifel zu beseitigen“, dass Xerox den Deal finanzieren könne, erklärte Konzernchef John Visentin.

Damit steigt die Wahrscheinlichkeit, dass die Übernahme gelingt, auch gegen den Willen des HP-Managements. Zumal der aktivistische Investor Carl Icahn, der an beiden Unternehmen Anteile hält, sich vehement dafür einsetzt.

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    Der neue Konzern stünde allerdings vor großen Herausforderungen. Der Zusammenschluss der Druckersparten biete signifikante Vorteile, Xerox fehle es aber an Erfahrung im PC-Geschäft, urteilt etwa Tim Bajarin vom Analysehaus Creative Strategies.

    Zudem dürfte der hohe Schuldenstand belasten. Xerox-Chef Visentin argumentiert, dass die Übernahme für beide Firmen und die Aktionäre gut sei. „Die potenziellen Vorteile einer Kombination aus HP und Xerox sind offenkundig“, schreibt er in einem offenen Brief an das HP-Management. Zusammen könne man einen Marktführer mit dem besten Produktportfolio aufbauen. Zudem sei man besser positioniert, um in Innovationen zu investieren.

    Große Hoffnung 3D-Druck

    Tatsächlich ergänzen sich die Produktpaletten der beiden Unternehmen. Xerox stellt große Drucker und Kopierer her, die hauptsächlich in Büros zum Einsatz kommen, außerdem digitale Druckmaschinen. Ein Großteil des Umsatzes stammt aus mehrjährigen Verträgen mit Kunden.

    Allerdings schrumpft das Geschäft seit Jahren – durch die Digitalisierung wird immer weniger gedruckt. Im Geschäftsjahr 2018, das im März 2019 endete, erwirtschaftete Xerox nur noch 9,8 Milliarden Dollar.

    Grafik

    HP ist dagegen auf Produkte für Privatnutzer spezialisiert, auch wenn es inzwischen auch große Geräte im A3-Format verkauft. Das Geschäft schrumpft, ist aber sehr profitabel. Die PC-Sparte steuerte im abgelaufenen Geschäftsjahr zwei Drittel zum Umsatz von 58,8 Milliarden Dollar bei, die Druckersparte indes 71 Prozent zum Betriebsergebnis in Höhe von 5,1 Milliarden Dollar.

    Zudem investieren beide in den 3D-Druck. Bei diesem Verfahren werden Gegenstände nach digitalen Vorlagen hergestellt, beispielsweise in der Industrie. Anders als der herkömmliche Druck ist das ein Zukunftsgeschäft: Die Beratung EY erwartet, dass der Markt bis 2023 um durchschnittlich 25 Prozent auf 27 Milliarden Dollar wächst.

    PC-Geschäft als Belastung

    Aus der Kombination der Druckersparten könnte ein mächtiger Anbieter entstehen, meint Analyst Tim Bajarin – wenn auch in einem schrumpfenden Markt. Allerdings sei eine Belastung, dass Xerox keine Erfahrung im PC-Geschäft habe. Daher sei es gut möglich, dass der Konzern das traditionsreiche Geschäftsfeld bei einer erfolgreichen Übernahme abspalte oder verkaufe.

    Eine große Herausforderung dürfte für Xerox zudem sein, den deutlich größeren Konkurrenten zu integrieren. „HP will diesen Deal nicht, es ist ein feindliches Angebot“, betont Bajarin.

    Ein Problem könnte auch die Verschuldung sein. Der Kredit verschafft Xerox zwar ein komfortables Polster. Jeriel Ong, Analyst der Deutschen Bank, kalkuliert, dass der Druckerhersteller das aktuelle Angebot von 22 Dollar pro Aktie mit einer Fremdfinanzierung in Höhe von rund 20 Milliarden Dollar stemmen könnte.

    Daher bestehe nun die Möglichkeit „eines erhöhten Gesamtangebotes“. Das allerdings würde für den neuen Konzern eine höhere finanzielle Belastung bedeuten – worauf auch HP stets verweist.

    Eine Entscheidung steht aus. Das HP-Management schrieb am Mittwoch in einem offenen Brief, dass das Angebot den Wert des Konzerns nicht abbilde und daher keine Basis für eine Diskussion sei.

    Xerox wiederum hat sich die Möglichkeit offengelassen, den Vorstand zu umgehen und den Aktionären ein Übernahmeangebot zu machen. Ein bisschen Spielraum hat der Druckerhersteller in jedem Fall.

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