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Ebay-University Tückisches Geschäft

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Rund 216 000 gewerbliche Händler wie Heber gibt es auf dem virtuellen Marktplatz von Ebay Deutschland. Mehr als die Hälfte genießen Powerseller-Status. Solche Superverkäufer haben mindestens 100 Kundenbewertungen, wovon 98 Prozent positiv sein müssen. Um "Bronze-Powerseller" zu werden, braucht der Händler monatlich 3 000 Euro Umsatz. Silber gibt es ab 10 000, Gold ab 25 000 Euro. Um in den Top-Status als Platin-Powerseller aufzusteigen, müssen es mindestens 150 000 Euro Monatsumsatz oder 5 000 verkaufte Artikel sein. Dafür gibt es von Ebay ein Sonderbehandlung, etwa per Telefonhotline, die Gold- und Platin- Powerseller auch am Wochenende erreichen.

Der zeitraubende Nebenjob als Powerseller hat Erik Heber aber auch schon Ärger beschert: So ist er durch die eine oder andere Prüfung im BWL-Studium gerasselt. Hinschmeißen? Nein, verpatzte Prüfungen halten ihn nicht vom Handeln auf Ebay ab. Heber fängt um sieben Uhr morgens an. Stehen Vorlesungen an, schwingt er sich aufs Rad, rast die zwei Kilometer Strecke vom Lager zur Uni - oft den Laptop im Gepäck, schließlich gibt es dort drahtlosen Internet-Zugang. Und nach der Vorlesung geht’s zurück ins Lager. Das nicht selten mehrmals täglich, bis um 21 Uhr Feierabend ist. Die Idee, per Ebay einen Online-Handel aufzubauen, hatten Heber und ein Freund vor vier Jahren, während ihres Zivildiensts. Beide fuhren damals Essen auf Rädern für die Arbeiterwohlfahrt aus. "Da hatten wir Zeit", sagt Heber und grinst. Ihre Schwäche für Fahrräder lieferte den Auslöser. Sie hatten beim örtlichen Händler Fahrradlampen bestellt. Ein Blick auf die Ebay-Seite zeigte: Die Lampen lassen sich dort für mehr Geld verkaufen, als sie im Laden bezahlen.

Der Entschluss, das Unternehmen zu gründen, stand fest, ehe beide wussten, was sie verkaufen sollen. Jeder habe 500 Euro auf ein Firmenkonto gezahlt, erzählt Heber. Und sie meldeten ihr Gewerbe an. Unternehmenssitz wurde ein Fünf-Quadratmeter-Raum im Keller des Hauses, dass den Eltern des Freundes gehörte. Da gab es, was sie brauchten - einen Rechner mit Internet-Anschluss und Regale, die sie mit der ersten Ware füllten: Diskobeleuchtung.

Der erste Rückschlag kam ein knappes Jahr später. Hebers Freund stieg aus, um zu studieren. "Inzwischen ärgert der sich", sagt Heber. Der Jungunternehmer musste sich neue Helfer suchen, holte fünf Freunde. Und das Geschäft wuchs. Schnell. Inzwischen wurde aus dem Fünf-Quadratmeter-Keller ein 250 Quadratmeter großes Lager - ausgestattet mit einem modernen Abrechnungs- und Warenwirtschaftssystem.

Internet-Handel ist ein tückisches Geschäft: Die meisten gewerblichen Händler besuchen deshalb die Ebay-University, um zu lernen. Besonders beim Thema Online-Recht haben viele Nachholbedarf. "Macht man hier etwas falsch, kostet das Geld", sagt Rechtsanwalt und Ebay-Dozent Uwe Schlömer. Dem Seniorpartner der auf Internet-Recht spezialisierten Hamburger Kanzlei Schlömer & Sperl zufolge machen Kleinunternehmer vieles falsch.

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