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Ebay-University Tückisches Geschäft

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So versteigern einige gebrauchte Handys auf Ebay und zeigen dazu Bilder von der Web-Site der Hersteller - die sind schließlich schöner als selbstgeschossene. Doch der finnische Handybauer Nokia etwa geht seit einiger Zeit gegen den Bilderklau vor, viele Ebay-Verkäufer hat das schon Geld gekostet - 1 500 Euro pro Foto.

Schlömers Vorträge decken aber auch eine oft erstaunliche Blauäugigkeit auf: Bei einer früheren Ebay-University traf er auf einen Händler, der über mehrere Monate schon 75 000 Euro umgesetzt hatte, dem aber erst dort klar wurde, dass er sich bei Gewerbeaufsichts- und Finanzamt melden muss. Schlömer schüttelt den Kopf, wenn er daran denkt: "Solche Fälle gibt es immer wieder." Oft würden Besucher am liebsten aufspringen und alles in Ordnung bringen. Die Behörden seien inzwischen reihenweise hinter unbedarften Ebay-Händlern her, sagt Schlömer. Das Bundeszentralamt für Steuern etwa setzt die von der Deutschen Börse entwickelte Software Xpider ein, um Händler aufzuspüren, die ihr Geschäft nicht angemeldet haben, keine Sozialabgaben zahlen oder Ware ohne Mehrwertsteuer verkaufen. Die Software sammelt im Netz Daten, stellt Verbindungen zwischen Käufern und Verkäufern her und gleicht sie automatisch mit dem Handelsregister oder der Umsatzsteuer-Identifikationsnummer ab.

Mit juristischen Stolperfallen hat auch Claudia Groh Erfahrungen gemacht. Sie betreibt seit 2003 in Niederdorf, einer Gemeinde bei Chemnitz, mit einem Cousin den Ebay-Verkauf für einen Sanitär- und Heizungsbedarfshandel. Das Geschäft gehört der Mutter des Cousins. 2006 handelte sich Groh ein Abmahnung eines Konkurrenten ein. Sie hatte vergessen, Geschäftsführer-Namen und Handelsregisternummer anzugeben. 1 000 Euro kostete das Versäumnis.

Trotz solcher Rückschläge hat sich für Groh der Einstieg ins Online-Geschäft gelohnt. 10 bis 15 Pakete verschickt sie am Tag. Ein- bis zweimal im Monat ist ein Festbrennstoffkessel für 2 000 bis 3 000 Euro dabei. Inzwischen erwirtschaftet das Unternehmen fünf bis zehn Prozent vom Gesamtumsatz über Ebay - verkauft von Waschbeckenarmaturen bis zum Toilettenbecken. Vergangenes Jahr brachte das Groh den silbernen Powerseller-Status.

Doch längst nicht jeder Ebay-Händler hat Erfolg - auch wenn es anfangs bei vielen den Anschein macht: Sie wachsen zu schnell, einige bringen es binnen Monaten auf Jahresumsätze in Millionenhöhe. Europas größter Powerseller etwa, das österreichische Unternehmen Quentis lief prächtig, Eigentümer Michael Marcovici rief zuletzt die Umsatzmarke von 21 Millionen Euro als Ziel aus. Zudem war er Referent der Ebay-University, betrieb Niederlassungen in Italien, Frankreich, Hongkong, den USA. Er ließ sogar selbst Ware in Asien produzieren. Es konnte kaum besser laufen. Dann platzte eine Finanzierung. Im Januar 2006 ordnete das Wiener Handelsgericht die Schließung von Quentis wegen Insolvenz an, was die Ebay-Gemeinde erschütterte.

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