Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Echtzeitmobilfunk Darum zieht sich die 5G-Auktion in die Länge

Der Bieterwettbewerb um die 5G-Frequenzen dauert an. Experten vermuten, dass die Strategie von Herausforderer United Internet für die Verzögerung verantwortlich ist.
Kommentieren
Seit drei Wochen läuft das Bieterverfahren in Mainz. Quelle: dpa
5G-Mobilfunkauktion

Seit drei Wochen läuft das Bieterverfahren in Mainz.

(Foto: dpa)

HannoverDie Auktion der Frequenzen für den Echtzeitmobilfunk 5G hat die Marke von zwei Milliarden Euro geknackt. Doch noch ist ein Ende des Verfahrens nicht in Sicht. Das liegt vor allem an Herausforderer United Internet, meinen Professor Vitali Gretschko vom Leibniz-Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung und der Spieltheoretiker Stephan Knapek von der Beratungsgesellschaft TWS Partners. Die beiden Experten haben gemeinsam den Verlauf der Auktion analysiert.

Zu Beginn der dritten Auktionswoche habe Telefónica einen Kompromiss signalisiert. Der Netzbetreiber habe seine Nachfrage reduziert und damit Herausforderer United Internet mit seinem Tochterunternehmen Drillisch Raum geboten. „In diesem Moment konnte man ein schnelles Ende der Auktion erwarten. Doch es kam anders“, folgerten Gretschko und Knapek. Drillisch sei nicht drauf eingegangen, sondern habe seine Nachfrage erhöht.

„Man kann sagen, Telefónica hat Drillisch den Ball auf den Elfmeterpunkt gelegt“, so Gretschko und Knapek. „Drillisch hätte ihn nur noch reinschieben müssen, hat ihn aber stattdessen absichtlich ins Seitenaus gedroschen.“

Damit stelle sich die Frage, warum sich Drillisch nicht mit dem Angebot zufriedengegeben habe. „Die Anzeichen mehren sich, dass Drillisch es vielleicht doch nicht ganz so ernst meint mit dem Erwerb von Frequenzen und mitbietet, um sich an anderer Stelle Vorteile zu verschaffen“, vermuteten die beiden Experten.

Möglicherweise habe Drillisch zwar mitbieten, aber gar nicht wirklich Frequenzen für den Aufbau eines eigenen 5G-Netzes erwerben wollen, spekulierten Gretschko und Knapek. Vielleicht habe das Unternehmen damit bessere Konditionen beim Mieten von Kapazitäten der bestehenden Netzbetreiber erringen wollen. Oder der Konzern schaue in die Zukunft auf die nächste Auktion in einigen Jahren.

Seit dem 19. März bieten die Netzbetreiber Deutsche Telekom, Vodafone und Telefónica sowie der Herausforderer United Internet in Mainz um die Frequenzen für den 5G-Mobilfunk. 2015 wurden insgesamt 181 Runden in gut drei Wochen benötigt und 2010 sogar 224 Runden in sechs Wochen.

Die Auktion ist erst vorbei, wenn keine Firma mehr höhere Gebote abgibt. In diesem Jahr waren bis Dienstagmittag in Mainz 107 Runden mit einem Gesamtvolumen der Gebote von 2,2 Milliarden Euro gespielt worden.

Startseite

Mehr zu: Echtzeitmobilfunk - Darum zieht sich die 5G-Auktion in die Länge

0 Kommentare zu "Echtzeitmobilfunk: Darum zieht sich die 5G-Auktion in die Länge"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

Serviceangebote