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Echtzeitmobilfunk Schluss mit „Wortgetöse“: Deutsche Telekom wirbt bei 5G um die Industrie

Wie lässt sich der neue Mobilfunkstandard 5G schneller ausbauen? Die Deutsche Telekom will für den Ausbau eine Allianz mit der Industrie schließen.
Update: 28.09.2019 - 00:39 Uhr Kommentieren
Der Telekom-Chef will für den raschen Ausbau von 5G werben. Quelle: Marc-Steffen Unger  für Handelsblatt
Tim Höttges

Der Telekom-Chef will für den raschen Ausbau von 5G werben.

(Foto: Marc-Steffen Unger für Handelsblatt)

Berlin Die Beziehung zwischen Deutscher Telekom und Industrie ist derzeit kompliziert: Über den Ausbau des neuen Mobilfunkstandards 5G, der für die Wirtschaft eine zentrale Bedeutung hat, kommt es immer wieder zu Streit. Es habe „Wortgetöse“ und „gegenseitige Beschimpfungen“ gegeben, sagte Telekom-Chef Tim Höttges. Darüber habe die Telekommunikationsbranche „die Kontrolle über diesen Kommunikationsprozess verloren“.

Doch der Dax-Konzern bemüht sich nun, den Konflikt zu schlichten. Er wolle eine Brücke zu den Unternehmen und Industrieverbänden schlagen, kündigte der Manager am Freitag auf der Anwenderkonferenz 5Germany von Deutscher Telekom und Handelsblatt an. Die Frage müsse sein, wie man schnell eine leistungsfähige 5G-Infrastruktur entwickeln könne. „Denn wir müssen jetzt langsam in die Hufe kommen.“

Mehr Tempo beim Netzausbau: Das ist eines der großen Themen der deutschen Wirtschaft. Während Länder wie Südkorea, China und die USA bereits zügig die Infrastruktur für den neuen Mobilfunkstandard ausbauen, zieht sich der Prozess in Deutschland hin. Auf der Konferenz diskutierte der Marktführer Deutsche Telekom mit hochrangigen Vertretern der Industrie, woran es hapert – und bemühte sich um Einigkeit.

Höttges regte an, den Dialog zwischen Telekommunikationsbranche und Industrieverbänden zu stärken. Bereits 2018 habe man gemeinsame Positionen gegenüber der Politik erarbeitet. Diese enthielt Anforderungen der Wirtschaft wie auch Bedarfe für die Mobilfunkanbieter. Bei 98 Prozent aller Forderungen habe es Einverständnis gegeben, sagte Höttges. Aber: „An den letzten zwei Prozent sind wir gescheitert.“ Der Verband der Automobilindustrie (VDA) hatte ein Veto eingelegt.

„Können wir das Papier nicht noch einmal aufleben lassen, damit die Politik nicht in der Kakophonie von Stimmen erstickt?“, fragte Höttges in die Runde. Er selbst biete sich als Moderator an. „Das würde ich gerne als Auftrag mitnehmen können.“ Iris Plöger, Hauptgeschäftsführerin des Bundes der Deutschen Industrie (BDI), stimmte zu. Eine gemeinsame Position, so betonte sie, hätte schon in der Vergangenheit geholfen.

Auch mehrere Top-Manager nahmen den Appell des Telekom-Chefs positiv auf. Ihm sei es ein echtes Anliegen, dass eine „Aufbruchstimmung für 5G“ entstehe, sagte etwa der frühere BMW-Chef Harald Krüger. „Wir brauchen in Deutschland mehr Technologieoffenheit und -freundlichkeit.“ Henkel-Chef Hans van Bylen dankte für die Initiative: Das Thema 5G verdiene mehr Aufmerksamkeit.

„Wir versprechen uns deutliche Effizienzpotenziale in der Logistik.“ Quelle: Marc-Steffen Unger  für Handelsblatt
Ex-BMW-Chef Harald Krüger (Mitte) mit Höttges

„Wir versprechen uns deutliche Effizienzpotenziale in der Logistik.“

(Foto: Marc-Steffen Unger für Handelsblatt)

Die Abkürzung 5G steht für die fünfte Mobilfunkgeneration. Wie die Vorgängertechnologien verspricht sie eine deutlich höhere Leistung – die Datenübertragung läuft schneller, es kommt nur zu geringen Verzögerungen und die Endgeräte benötigen auch noch weniger Strom. Ein Kinofilm in hoher Auflösung könnte beispielsweise innerhalb weniger Sekunden auf dem Smartphone abspielbereit sein, sofern die maximale Geschwindigkeit zur Verfügung steht.

Gerade für die Wirtschaft ist 5G von großer Bedeutung. Industriebetriebe wollen damit beispielsweise ihre Fabriken vernetzen, in den Plänen der Autohersteller fürs vernetzte und autonome Fahren spielt die neue Technologie eine wichtige Rolle, auch neue Anwendungen in der Telemedizin sind denkbar. Neben Künstlicher Intelligenz sei 5G die Haupttechnologie für die Unternehmen, betonte Michael Ziesemer, Präsident des Zentralverbands Elektrotechnik- und Elektronikindustrie (ZVEI).

Der schwedische Industriekonzern ABB beschäftigt sich bereits intensiv mit 5G. Nutzungsszenarien gebe es beispielsweise bei der Zusammenarbeit von Mensch und Maschine und digitalen Zwillingen von Maschinen, erläuterte Chief Technologie Officer Bazmi Husian. Diese gebe es nicht nur in den Fabriken, sondern auch außerhalb, etwa im Bergbau, wo autonome Fahrzeuge die Arbeit erleichtern können. All das gehe jedoch nicht ohne eine leistungsfähige und zuverlässige Datenübertragung.

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