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eGovernment Investor Main Capital steigt bei Mach AG ein

Das Lübecker Softwarehaus will den Staat bei der Digitalisierung weiterbringen. Zukäufe sollen dabei das Familienunternehmen zum Marktführer machen.
15.09.2020 - 18:50 Uhr Kommentieren

Hamburg Die Digitalisierung der öffentlichen Verwaltung ist nicht erst seit der Coronakrise ein Geschäftsmodell. Schon 1985 gründeten Margrit und Jan Müller-Ontjes in einer Scheune an der Ostsee ein Softwarehaus, das den Staat schneller machen soll. Mit 400 Mitarbeitern gehört die inzwischen in Lübeck angesiedelte Mach AG zu den größten Anbietern in der Nische. Nun steigt der Software-Investor Main Capital ein – und will das Wachstum durch Zukäufe beschleunigen.

„Wir sind fest davon überzeugt, dass wir mit Main Capital Partners den Investor ausgewählt haben, der unser bestehendes Kundengeschäft planvoll mit uns weiterentwickelt und uns unterstützt, neue Wachstumsfelder zu erschließen“, erklärte der Gründer. Der 72-jährige Aufsichtsratschef stellt damit fünf Jahre nach dem Tod seiner Gattin die Weichen für die Zukunft des Unternehmens, das der promovierte Physiker nach dem österreichischen Naturwissenschaftler Ernst Mach benannt hat.

Main Capital will für die Mach AG schnell passende Zukäufe finden. Schon innerhalb der kommenden zwölf Monate sei ein erster Deal denkbar, sagte Main-Partner Sven van Berge Henegouwen dem Handelsblatt. Er will dabei Erfahrungen nutzen, die der Investor mit den niederländischen Anbietern Exxellence Group und SDB Groep gesammelt hat. Allerdings sei der Markt weiterhin sehr national geprägt, sodass für Mach Zukäufe nur im deutschsprachigen Raum infrage kämen, meinte er.

Bislang bietet Mach vor allem ERP-Lösungen an, also Software für das Finanzmanagement. Kunden sind etwa das Bundesverwaltungsamt, die Bundespolizei und mehrere Länder. Sven van Berge Henegouwen will die Produktpalette beispielsweise um Angebote rund um Smart Cities oder das Onlinezugangsgesetz (OZG) erweitern.

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    Das OZG von 2017 sieht vor, dass ein großer Teil der Verwaltungsleistungen 2022 im Internet abrufbar wird. Dafür stehen bei Bund und Ländern größere Investitionsmittel bereit. Im Mai hat das Bundesinnenministerium zudem eine eigene digitale Verwaltung mit 100 Mitarbeitern eingerichtet. Mehrere Software-Häuser wetteifern um die Aufträge, dazu kommen einige spezialisierte Start-ups.

    Familie hält noch 30 Prozent

    Bislang hat Mach von dem politischen Willen zur Digitalisierung profitiert. Laut Bundesanzeiger lag der Umsatz 2018 bis 31 Millionen Euro, der Vorsteuergewinn bei 3,1 Millionen Euro. Demnach war Mach „vollständig eigenkapitalfinanziert und damit bankenunabhängig“. 2019 kamen bereits 44 Millionen Euro Umsatz zusammen.

    Nach dem Einstieg von Main Capital hält die Familie noch 30 Prozent. Eine der beiden Töchter des Gründerpaares ist im Unternehmen aktiv. Dennoch dürfte Mach mit dem neuen Teilhaber schneller werden: Zwar nennt der Investor einen Zeithorizont von Mindestens sechs bis acht Jahren, doch will er letztlich den Wert der Beteiligung deutlich steigern.

    „Unser Ziel ist es, Mach zum führenden Digitalisierungspartner für die öffentliche Hand zu entwickeln“, erklärte Sven van Berge Henegouwen. „Aktuelle Themen wie das Konjunkturpaket der Bundesregierung, die Umsetzung des Onlinezugangsgesetzes und zukunftsweisende Themen wie Smart City und Künstliche Intelligenz bieten große Chancen, den Wachstumskurs von Mach fortzusetzen“, meinte auch Mach-Chef Rolf Sahre.

    Er war 2013 in den Vorstand aufgerückt, nachdem sich Gründer Müller-Ontjes in den Aufsichtsrat zurückgezogen hatte. Das Aufsichtsgremium wird nun um einen Vertreter von Main Capital ergänzt.

    Mehr: Deutsche Verwaltungen stecken im analogen Zeitalter fest

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