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Einhörner Softbank steigt bei Forto ein: Berliner Logistik-Start-up übersteigt Milliarden-Bewertung

Forto will die Logistik transparenter machen – und hat dafür nun mehr Geld. Der Wagniskapitalriese Softbank hat es mit einer Milliarde Euro bewertet.
21.06.2021 - 09:00 Uhr Kommentieren
Michael Wax (l.)
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Michael Wax gründete 2016 gemeinsam mit den Brüdern Ferry und Fabian Heilemann sowie Erik Muttersbach in Berlin das digitale Logistikunternehmen FreightHub, heute Forto. Wax ist CEO des Unternehmens. Außerdem ist er Business Angel und fördert über JoinPolitics politische Talente. Der Münchener fährt gerne Rad – besonders gemeinsam mit Hanno Renner, mit dem er seit dem Studium befreundet ist.

Düsseldorf Das Logistik-Start-up Forto hat die Bewertung von einer Milliarde Dollar überschritten – und zwar in einer von Softbank angeführten Finanzierungsrunde. Der japanische Investmentriese beteiligt sich zusammen mit weiteren Geldgebern mit etwa 200 Millionen Euro.

„Das ist nach unserem Wissen die größte Finanzierungsrunde für ein Logistik-Start-up in Europa“, sagte Forto-Mitgründer und CEO Michael Wax, 30, dem Handelsblatt. Das neu aufgenommene Kapital eingerechnet wird die Berliner Firma nun mit 1,2 Milliarden Dollar bewertet, das sind umgerechnet eine Milliarde Euro.

Damit zählt die Berliner Firma nun zur immer länger werdenden Liste der sogenannten Einhörner, die noch vor ihrem Börsengang oder einem Unternehmensverkauf von Investoren auf mindestens eine Milliarde Dollar Unternehmenswert geschätzt werden. Nach öffentlich verfügbaren Informationen dürfte es davon derzeit 17 in Deutschland geben.

Im Schnitt der vergangenen fünf Jahre hatten deutsche Einhörner eine Finanzierungssumme von 211 Millionen Euro eingesammelt, als sie die prestigeträchtige Bewertungsmarke erreichten. In Forto wurden nun insgesamt 303 Millionen Euro investiert.

Im Unterschied zu den ersten Erfolgsbeispielen handelt es sich bei den neuen deutschen Einhörnern immer häufiger um B2B-Unternehmen, also Start-ups, die sich an Firmenkunden richten. Anfang des Jahres hatte mit Sennder unter anderem ein weiteres Logistikunternehmen die Marke von einer Milliarde Euro geknackt.

Forto vermittelt Transportkapazitäten und bietet eine Lieferverfolgung

Forto vermittelt Unternehmen Transportkapazitäten auf Schiffen, Zügen und in Flugzeugen und bietet ihnen dabei eine genaue Lieferverfolgung an – ähnlich wie es Konsumenten von Paketdiensten kennen.

Mitgründer Wax sagt: „Wir wollen die sehr unterdigitalisierte, komplexe und ineffiziente Logistikbranche sehr viel effizienter machen.“ Der Transport von Waren von Schanghai nach Hamburg solle nicht schwieriger sein, als online eine Überweisung zu tätigen. Die Logistikbranche gilt als schwierig zu digitalisieren – damit aber auch um so lukrativer für Anbieter von entsprechenden Lösungen.

Nach Unternehmensangaben ist Forto auf einem guten Weg, den Umsatz im laufenden Geschäftsjahr wiederholt zu verdreifachen. Das 2016 gegründete Unternehmen gehöre bereits zu den zehn größten Speditionen auf der Route von China nach Deutschland und bestücke auf der Route über 100.000 Container pro Jahr, sagt Wax. Es ist unter anderem Dienstleister für Händler, die ihre Logistik von Amazon abwickeln lassen.

Forto-Kunden wie Home24 oder Viessmann können auf der Plattform beobachten, wann ihre Produkte etwa in einer Schanghaier Fabrik durch die Qualitätskontrolle gehen, am Hafen verladen oder ins Ziellager gebracht werden. „Der Kunde kann Warenverzögerung früher sehen, Alternativen vergleichen und viel flexibler entscheiden“, sagt Wax. Zum Beispiel hätten Kunden bei Hafenschließungen in der Pandemie stark davon profitiert.

Der Softbank-Investor Karol Niewiadomski setzt bei seiner Beteiligung darauf, dass Datenanalytik und Künstliche Intelligenz die „globale Lieferung von Waren und Dienstleistungen grundlegend verändern“ können. „Die zentralisierte Plattform von Forto nutzt diese Technologien, um die operative Effizienz zu steigern, die Abwicklungskosten zu senken und die Transparenz für die Kunden zu erhöhen“, sagt Niewiadomski. Das zusätzliche Kapital soll vor allem in die Technologie investiert werden.

Investor Softbank bietet ein breites Asien-Netzwerk

Mit Softbank hat Forto den größten Tech-Investor weltweit gewonnen. Das Ansehen des Geldgebers hat allerdings nach den Verlusten und Querelen mit dem Büroflächenvermieter Wework gelitten, an dem sich der Kapitalgeber mit dem „Softbank Vision Fonds I“ beteiligt hatte. Das Kapital für Forto kommt nun aus dem 108 Milliarden Dollar (91 Milliarden Euro) fassenden zweiten Vision-Fonds.

Weitere Portfoliounternehmen in dieser Runde sind unter anderem der schwedische Zahlungsdienstleister Klarna, Europas derzeit wertvollstes Start-up, und die Berliner E-Roller-Firma Tier. Für Forto besonders interessant an diesem Investor: Netzwerke und Beziehungen insbesondere nach Asien und zum Onlinehandelsriesen Alibaba.

Neben Softbank gehören auch der britische Private-Equity-Investor G Squared und Citi Ventures, der Wagniskapitalarm der Citigroup, zu den Neuinvestoren.

Mit Letzterem will Forto vor allem Finanzierungslösungen entwickeln. Händler müssten ihre Waren bei Bestellung in China zahlen, bekämen ihr Geld aber erst neun bis zwölf Wochen später bei Lieferung in Deutschland, sagt Wax. „Diese Lücke beim Umlaufvermögen kann der Kunde künftig über Finanzierungsmöglichkeiten bei Forto schließen.“

Gegründet wurde Forto vor fünf Jahren von dem studierten Maschinenbauingenieur und TU-München-Absolventen Wax, Erik Muttersbach und den Brüdern Ferry und Fabian Heilemann. Inzwischen beschäftigt das Unternehmen mehr als 500 Mitarbeiter an elf Standorten in Europa und Asien, darunter Berlin, Hamburg, Kopenhagen, Ho-Chi-Minh-Stadt (Vietnam), Singapur, Hongkong und Schanghai.

Mehr: „Keine Souveränität ohne eigene Technologie-Champions“: Macron will bis 2030 zehn 100-Milliarden-Euro-Firmen sehen

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