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Elektronikhersteller Preisverfall bei Speicherchips: Samsung warnt vor Gewinneinbruch

Schwere Zeiten für den Technologieriesen: Samsung hat nach eigenen Angaben im zweiten Quartal voraussichtlichen 56 Prozent weniger operativ verdient als vor einem Jahr.
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Dem Konzern setzt unter anderem der Handelskonflikt zwischen den USA und China zu. Quelle: AP
Samsung-Messestand in Seoul

Dem Konzern setzt unter anderem der Handelskonflikt zwischen den USA und China zu.

(Foto: AP)

TokioFallende Preise für Speicherchips haben die Gewinne des südkoreanischen Elektronikherstellers Samsung im zweiten Quartal um 56 Prozent auf 6,5 Billionen Won (4,9 Milliarden Euro) gedrückt. Dies teilte der Konzern in einer ersten Bilanzschätzung am Freitag mit. Der Umsatz fiel derweil im Vorjahresvergleich um 4,2 Prozent auf 56 Billionen Won. Eine detaillierte Bilanz wird Samsung am Monatsende präsentieren.

Samsungs Gewinnprognose schlägt damit zwar den Marktkonsens um fast zehn Prozent. Der Aktienkurs von Südkoreas größtem Konzern rutschte nach der Ankündigung dennoch um 1,4 Prozent auf 45.350 Won ab. Denn der schon lange bestehende Handelskrieg zwischen den USA und China und ein möglicher Wirtschaftskrieg mit Japan überschatten Samsungs bisherige Jahresprognose.

Samsungs Gewinneinbruch ist lange erwartet worden. Denn die Umsatz- und Rekordgewinne der Vorjahre wurden vor allem durch die Speicherchipsparte erwirtschaftet. Der Boom von Smartphones und Datenzentren für Clouddienste hatte zu einem Superzyklus in der Branche geführt, der die Profitabilität aller Speicherchiphersteller auf Rekordhöhen steigen ließ.

Die Umsatzrendite von Samsungs Chipsparte lag für mehrere Quartale jenseits der 50 Prozent. Es war zu erwarten, dass die Chippreise und damit die Gewinne fallen würden. Und mit einer Umsatzrendite von immernoch zwölf Prozent sind die Koreaner noch immer sehr profitabel für einen großen Mischkonzern.

Allerdings hatte Samsung bisher vorhergesagt, dass sich die Lage am Chipmarkt in der zweiten Jahreshälfte verbessern würde. Doch schon die Strafmaßnahmen der USA gegen Chinas Telekomriesen Huawei schmälern diese Hoffnung.

Der Marktforscher Trendforce schätzt, dass sich der Preisverfall für Dram-Speicherchips im dritten Quartal von bis zu zehn auf bis zu 15 Prozent beschleunigt. Denn Huaweis Verkäufe könnten unter Druck kommen und damit die Hochsaison für die Chipnachfrage in der zweiten Jahreshälfte senken. Auch bei Nand-Speicherchips, die Daten permanent sichern, warnen die Analysten, dass die Nachfrage die Erwartungen verfehlt und die Preise „unkontrolliert“ fallen.

Zusätzlich verdüstert die Eskalation des Streits zwischen Korea und seinem ehemaligen Kolonisator Japan die Aussichten von Südkoreas Elektronikindustrie. Auslöser sind Urteile in Südkorea, die japanische Firmen zur Entschädigung von Zwangsarbeitern im zweiten Weltkrieg zwingen. Japan besteht aber darauf, dass alle Entschädigungsansprüche mit dem Grundlagenvertrag beider Staaten aus dem Jahr 1965 erledigt sind.

Als Vergeltung für Konfiszierungen von Eigentum der betroffenen japanischen Firmen strich Tokio daraufhin am Donnerstag Südkorea bei drei Schlüsselmaterialien für die Display- und Halbleiterproduktion, in denen Japan den Weltmarkt dominiert, von der Liste bevorzugter Lieferländer.

Dies könnte nun bei Südkoreas Chip- und Displayherstellern zu Produktionseinbußen führen. Denn künftig müssen Aufträge einzeln geprüft werden, wodurch sich Lieferungen während einer Übergangszeit verzögern könnten. Das Problem: Eine weitere Eskalation des Konflikts in einen breiteren Wirtschaftskrieg ist möglich. Dies sorgt für noch mehr Verunsicherung im Markt. Südkoreas Elektronikindustrie steht damit vor schwierigen Zeiten.

Mehr: Dem Smartphone-Hersteller wird vorgeworfen, die Auswirkungen von Pool- und Salzwasser auf die Geräte unzureichend getestet zu haben. Das könnte nun teuer für Samsung werden.

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