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Embedded-Computersysteme Systemwechsel im Unsichtbaren

Ein Betriebssystem für alle computergesteuerten Systeme: das ist der Traum von Bill Gates. Windows, das Betriebssystem des Softwareriesen Microsoft, soll nicht nur PCs und Netzrechner steuern, sondern alle Geräte, in deren Gehäuse ein Computerprogramm die Abläufe bestimmt. In abgespeckter Form soll Windows als so genanntes „Embedded System“ direkt in den Speicher auf der Rechnerplatine gespielt werden.
  • Lars Reppesgaard (Handelsblatt)
Bill Gates präsentiert das Windows-basierte Smartphone SPV-E200 von Orange, Foto: dpa

Bill Gates präsentiert das Windows-basierte Smartphone SPV-E200 von Orange, Foto: dpa

HB DÜSSELDORF. Schon seit Jahren versucht der Softwarekonzern aus Redmond mit seinem Betriebssystem auch in anderen computergesteuerten Geräten Fuß zu fassen – mit mäßigem Erfolg. Jetzt startet der Softwareriese einen neuen Anlauf. Eine Variante des Microsoft-Betriebssystems Windows XP und das rundum erneuerte Windows CE, das bislang vor allem in Mobiltelefonen zum Einsatz kam, sollen der Gates-Company helfen, im Segment der Embedded Systems zum stärksten Spieler zu werden.

Mit Embedded Systems wurden im vergangenen Jahr mehr als 6 Mrd. Euro umgesetzt. Sie steuern – für den Nutzer unsichtbar – Handys, MP3-Player und Navigationssysteme oder sind in der Diagnose-Elektronik von Autos, in medizintechnischen Geräten oder Geldkarten-Terminals integriert. Neben speziellen Softwarelösungen der Gerätehersteller hat in den vergangenen Jahren auch das offene Betriebssystem Linux an Popularität gewonnen. In Produktionsstraßen, Taschencomputern, Set-top- Boxen, Fernbedienungen oder MP3-Playern arbeitet immer häufiger quelloffene Software. Das Embedded-Linux-Konsortium, dem unter anderem IBM, Agilent, Panasonic, Samsung und Sony angehören, hat im Februar dieses Jahres erste Spezifikationen für Embedded-Geräte veröffentlicht.Im Wettbewerb mit Linux will Microsoft die quelloffene Software nun mit ihren eigenen Waffen schlagen: Auch die Redmonder wollen Teile des so genannten „Source-Codes“ Entwicklern direkt zugänglich machen – zu Beginn kostenlos. Erst nach vier Monaten muss die Entwicklungssoftware gekauft werden.

Das Interesse der Industrie an Microsofts Vorstoß ist groß. Windows CE steuert bereits Navigationssysteme in BMW-, Citroen-, Toyota- und Volvo-Modellen wie auch Siemens Kernspin-Tomographen. Wincor Nixdorf verlässt sich auf Windows-XP-Embedded, um die Kassen und digitalen Einkaufsberater in Metro-Fillialen zu betreiben.

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