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Energieverbrauch der Chips rückt in Fokus Neue Chips beleben den Markt

Intel ist seit Jahren unbestrittener Marktführer bei den Mikroprozessoren. Doch die Herausforderer geben nicht auf. Mit Advanced Micro Devices (AMD), der Transmeta Corp. – beide Nachbarn im Silicon Valley – sowie Via Technologies aus Taiwan wollen gleich drei Unternehmen mit neuen Prozessoren – vor allem für tragbare Notebooks – Intel ein Stück vom Halbleitermarkt abjagen. Zusätzlich planen Sun Microsystems und Fujitsu neue Hochleistungschips, die der geplanten „Itanium-2“-Serie des Halbleiterprimus das Leben schwer zu machen.
  • Rudi Kulzer (Handelsblatt)

MÜNCHEN. Die neuen Chips waren erstmals auf der Fachkonferenz „Microprocessor Forum“ zu sehen, die vor kurzem in der Silicon-Valley-Hauptstadt San Jose stattfand. Die für unterschiedliche Zielmärkte konzipierten Prozessoren könnten eine neue Wettbewerbsrunde unter den Chipherstellern einläuten und den Markt beleben. Nach Angaben von Marktforschern kommen heute etwa 80 % aller Prozessoren – die häufig mit dem Herz, Hirn oder Motor von PC verglichen werden – vom Marktführer in Kalifornien.

Technisch ging es beim Konkurrenzkampf mit Prozessoren bisher in erster Linie um die Geschwindigkeit, in der die Daten verarbeitet werden können. Dieses Maß – auch Taktrate oder Chip-Frequenz genannt – hat beim heutigen Leistungsstand bereits die Gigahertz-Grenze (Milliarden von Verarbeitungszyklen) überschritten und mit den erzielten Rekordgeschwindigkeiten in der Größe zwischen ein und drei Gigahertz den Herstellern neue technische Probleme beschert.

Diese sind in erster Linie damit verbunden, dass eine starke Wärmeabstrahlung und ein zu hoher Energieverbrauch den mobilen Computern Schwierigkeiten bereitet: Die Nutzungsdauer der Notebooks ist immer noch zu kurz. Daher ist es nicht verwunderlich, dass Intels Herausforderer sich vor allem diesen Herausforderungen stellen und mit energiesparenden Chips versuchen, Intel das Terrain streitig zu machen.

So hofft das Silicon-Valley-Unternehmen Transmeta jetzt auf seine zweite Chance, nachdem der erste Chip „Crusoe“ des vor einigen Jahren gegründeten Startups keinen nennenswerten Marktanteil bei tragbaren Computern erobern konnte. Der vor einigen Tagen eingeführte „Efficeon“-Chip soll bei gleichem Energieverbrauch 50 % schneller sein als der „Crusoe“ und auch Intels „Pentium M“ übertreffen. Mit letzterem hat der Branchenprimus im Rahmen des Centrino-Programms für den mobilen Computereinsatz bereits einen neuen Claim abgesteckt.

Vias Tochterunternehmen Centaur aus Taiwan dagegen versucht künftig mit dem besonders kleinen und flachen „C5P“-Chip, Marktanteile zu gewinnen, wo die Größe eine besondere Rolle spielt. Der kleine Mikroprozessor könnte integrierte Sicherheitsfunktionen bei künftigen Rechnern unterstützen.

Bei den Arbeitsplatzrechnern hat Intels Erzrivale AMD aus dem kalifornischen Sunnyvale im September mit dem „Athlon 64“ ein Zeichen gesetzt. Es ist der erste PC-Prozessor, der 32- und 64-Bit-Programme verarbeiten kann. Für den Erfolg wird entscheidend sein, ob die Softwarehersteller rasch genug schnelle 64-Bit-Programme auf den Markt bringen werden. Dies könnte im Grafikbereich der Fall sein.

Auf dem Markt der zentralen Netzrechner (Server) fordert Sun Microsystems mit neuen Prozessoren seiner „Sparc“-Architektur Intels geplante „Itanium-2-Serie“ heraus. So soll der von Sun für die erste Hälfte 2004 geplante „UltraSparc-IV-Chip“ Intel Marktanteile abjagen. Partner Fujitsu will den „Sparc-64-VI“ in der zweiten Hälfte kommenden Jahres auf den Markt bringen. Beide Chips sind sehr leistungsfähig und arbeiten mit einem doppelten Prozessor-Kern – also zwei Motoren – in einem Gehäuse.

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