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Entwicklerkonferenz WWDC Apple setzt auf eigene Chips statt Intel-Prozessoren

Der Konzern hat am Montag neue Funktionen für seine Geräte vorgestellt. Wegen der Pandemie musste die Kultveranstaltung anders ablaufen als sonst.
23.06.2020 - 09:54 Uhr Kommentieren
Mit vielen vermeintlichen Neuerungen schließt Apple lediglich zur Konkurrenz auf. Quelle: via REUTERS
Apple-Wissenschaftlerin Yael Garten

Mit vielen vermeintlichen Neuerungen schließt Apple lediglich zur Konkurrenz auf.

(Foto: via REUTERS)

San Francisco Jedes Frühjahr pilgern Tausende App-Entwickler aus aller Welt zur Apple-Entwicklerkonferenz im Silicon Valley, um dort die jüngsten Innovationen für iPhone, iPad, Mac und Co. aus erster Hand kennenzulernen. Doch nun hat die Coronavirus-Pandemie den Jüngern von Apple zum ersten Mal in 33 Jahren einen Strich durch die Rechnung gemacht.

Statt in Cupertino oder San Jose teilzunehmen, mussten sich die Besucher von zu Hause aus zur Worldwide Developers Conference (WWDC) zuschalten, als der CEO Tim Cook am Montagmorgen (Ortszeit) die viertägige Konferenz mit einem vorab aufgezeichneten Video eröffnete. Während Cook und andere Apple-Manager die wichtigsten Innovationen vorstellten, gab es dieses Mal keine bezahlten Stimmungsmacher in den ersten Reihen, die nach jeder Ankündigung in Jubelschreie ausbrachen.

Die größten Neuerungen kamen, wie so häufig bei den Konferenzen von Apple, am Ende der fast zweistündigen Präsentation: Der Konzern setzt künftig auf eigene Silicon-Chips in Mac-Computern und beendet die 15 Jahre währende Ära der Intel-Prozessoren. Dank den neuen eigenen Chips sollten die Apple-Computer schneller laufen, weniger Energie verbrauchen und sicherer werden, sagte der für Software zuständige Manager Craig Federighi. Softwareanbieter wie Microsoft oder Adobe erarbeiteten bereits angepasste Varianten ihrer Programme.

Die ersten Mac-Computer mit den neuen Chips sollen Ende des Jahres auf den Markt kommen. Dennoch würden Macs mit Intel-Chips weiterhin unterstützt, und es werde „noch viele Jahre“ Macs mit Intel-Chips geben. Tatsächlich hatte der Konzern erst im Dezember seinen Supercomputer Mac Pro für 10.000 US-Dollar auf den Markt gebracht, der mit Intel-Prozessoren läuft.

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    Apple entwickelt bereits heute sehr leistungsstarke eigene Prozessoren für seine Mobilgeräte auf Basis der Architektur des Chip-Designers ARM. In Apple-Notebooks und -Desktop-Rechnern kamen bisher aber – wie in der PC-Branche größtenteils üblich – Chips von Intel mit der sogenannten x86er-Architektur zum Einsatz. ARM-Prozessoren gelten generell als energieeffizienter, was insbesondere für Laptops und kleinere Notebooks relevant ist.

    Bei den Macs ist es der dritte Wechsel der Chip-Plattform nach dem Übergang von Motorola zu IBM Anfang der neunziger Jahre und dem Wechsel zu Intel im Jahr 2005. Damals war Intel im Vergleich mit Apple noch ein Riese auf dem IT-Markt. Inzwischen haben sie die Rollen getauscht: Die Marktkapitalisierung von Apple ist fast sechsmal so groß wie die von Intel.

    Intel verliert damit einen prestigeträchtigen Kunden, Apple wiederum konsolidiert seine Macht noch stärker. Künftig werden alle Computer, Tablets und Smartphones aus Cupertino die gleiche zugrunde liegende Chip-Architektur nutzen.

    Auf diese Weise können etwa für das Smartphone und das iPad entwickelte Apps künftig auch auf den neuen Mac-Rechnern laufen. „Bei Apple ist die Integration von Hardware und Software entscheidend für alles, was wir tun“, sagte CEO Cook.

    Aufholjagd gegenüber der Konkurrenz

    Darüber hinaus stellte Apple am Montag viel Nettes, aber wenig Aufsehenerregendes vor. Im Kampf gegen das Coronavirus hilft eine neue Funktion der Apple-Watch, die sicherstellen soll, dass sich die Nutzer auch lange genug die Hände waschen. Das iPhone kann künftig den Autoschlüssel ersetzen – vorausgesetzt, man fährt das bisher einzige kompatible Modell, einen neuen BMW. Die kabellosen Kopfhörer Airpods warten mit einem reibungslosen Übergang zwischen verschiedenen Geräten und in der Pro-Version mit einem besseren Audio-Erlebnis auf.

    Doch mit vielen vermeintlichen Neuerungen schließt Apple lediglich zur Konkurrenz auf: Der neue Sleep-Tracker der Apple Watch ist etwa bei Garmin seit langem Standard. Dass der Sprachassistent Siri nun lokal auf dem Smartphone statt in der Cloud läuft, ist bei Google bereits seit einem Jahr so.

    Das iPad überführt nun handschriftliche Notizen in gedruckte Worte – eine seit Jahren bei Microsoft verfügbare Option. Bei Apples eigenem SMS-Dienst iMessage – in den USA noch vor Whatsapp die beliebteste Chat-Plattform – können Nutzer nun gezielt auf einzelne Nachrichten antworten und in Gruppen-Chats einzelne Personen ansprechen – alles Funktionen, die in anderen Chat-Programmen längst Standard sind.

    Schutz der Privatsphäre verbessert

    Interessante Neuerungen stellte Apple mit Blick auf das Thema Datenschutz vor. Der Konzern inszeniert sich bekanntlich gerne als Verfechter der Privatsphäre, um sich von Konkurrenten wie Google abzuheben. Mit den Neuerungen dürfte Apple es für zahlreiche Drittfirmen schwieriger machen, mit dem Datensammeln Geld zu verdienen.

    • Standortdaten: Nutzer können künftig auswählen, ob sie mit einer App den eigenen Standort präzise teilen wollen oder nur die grobe Gegend. Wählten die Nutzer Letzteres, werde ihr Standort in einem Radius von 16 Quadratkilometern mit der App geteilt, wobei das Zentrum des Umkreises beliebig gewählt werde und keine Rückschlüsse auf den exakten Standort des Nutzers möglich seien, erklärten Apple-Mitarbeiter am Nachmittag in einem Pressegespräch.
    • Privatsphäre-Checkliste: Nutzer sehen künftig auf einen Blick im App-Store, wie datenschutzfreundlich eine App ist. Ähnlich wie bei den Inhaltsangaben bei Lebensmitteln sollen sie auf diese Weise schnell und klar erkennen können, ob eine App den eigenen Standort, das Telefonbuch oder die Browser-Historie abgreifen will. So sollen die Nutzer besser entscheiden können, welche «Spione» sie sich auf das Smartphone laden.
    • Tracking: Apps müssen Nutzer künftig um Einverständnis bitten, bevor sie deren Surf-Verhalten mithilfe von Cookies und anderen Tracking-Anwendungen beobachten können.
    • Kamera- und Mikrofon-Aktivitäten: Warnlichter im Display weisen den Nutzer darauf hin, wenn eine App die Kamera (grünes Licht) oder das Mikrofon (orangefarbenes Licht) des Smartphones verwendet. Anders als beim Mac-Computer ist die Funktion nicht an der Hardware-, sondern der Softwareschnittstelle angesiedelt.

    Mit Material der dpa.

    Mehr: Apple löst sich von der App.

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