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Exklusive Verhandlungen Medizintechnik-Sparte von Agfa geht wohl an Dedalus

Agfa steht vor dem Verkauf seiner Medizintechnik-Sparte an das italienische Unternehmen Dedalus. Der Kaufpreis soll bei knapp einer Milliarde Euro liegen.
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Die Agfa-Sparte ist mit einem Umsatz von 260 Millionen Euro größer als der neue Eigentümer aus Florenz. Zusammen kommen beide auf 470 Millionen Euro und 3500 Mitarbeiter. Quelle: Reuters
Agfa-Gevaert

Die Agfa-Sparte ist mit einem Umsatz von 260 Millionen Euro größer als der neue Eigentümer aus Florenz. Zusammen kommen beide auf 470 Millionen Euro und 3500 Mitarbeiter.

(Foto: Reuters)

München Die Koblenzer Medizinsoftware-Firma Compugroup geht im Kampf um die Übernahme der Medizin-IT-Sparte von Agfa leer aus. Das belgische Unternehmen, das vor allem für Foto-, Druck- und Grafik-Produkte bekannt ist, steht vor dem Verkauf der lukrativen Sparte an den italienischen Rivalen Dedalus, hinter dem der französische Finanzinvestor Ardian steht.

Agfa und Ardian bestätigten am Montag exklusive Verhandlungen. Der Kaufpreis liegt nach Angaben von Agfa-Gevaert bei 975 Millionen Euro, das ist deutlich mehr als erwartet. Insidern zufolge hatte auch Compugroup ihre Fühler nach der Sparte ausgestreckt. Vor drei Jahren hatten die Koblenzer schon einmal vergeblich versucht, Agfa-Gevaert als Ganzes zu schlucken.

Dedalus werde mit der Übernahme zum europäischen Marktführer für Medizin- und Klinik-Software, erklärte das Unternehmen. Die Agfa-Sparte ist mit einem Umsatz von 260 Millionen Euro größer als der neue Eigentümer aus Florenz. Zusammen kommen beide auf 470 Millionen Euro und 3500 Mitarbeiter.

Die Beteiligungsfirma Ardian war vor drei Jahren mit 60 Prozent bei der 1990 gegründeten Dedalus eingestiegen, mit dem Willen, das Wachstum zu beschleunigen und die Branche in Europa zu konsolidieren. Dedalus ist bisher vor allem in Italien und Frankreich aktiv und erschließt sich mit der Übernahme auch den deutschsprachigen Raum.

Beim ersten Übernahmeversuch von Compugroup hatte sich Agfa-Gevaert gesträubt, seine renditeträchtige Medizintechnik-Sparte getrennt zu verkaufen. Im Mai entschloss sich das Unternehmen Insidern zufolge aber, das Geschäft zum Verkauf zu stellen, und beauftragte die Investmentbank JP Morgan. Verwaltungsratschef von Agfa-Gevaert ist seit diesem Jahr der Mitgründer des deutschen aktivistischen Investors Active Ownership (AOC), Klaus Röhrig. AOC hält 13,4 Prozent an Agfa-Gevaert.

Das Unternehmen mit 2,25 Milliarden Euro Umsatz ist an der Brüsseler Börse 800 Millionen Euro wert. Die Aktie stieg am Montag um zwei Prozent.

Mehr: Eine Studie zeigt, welche Unternehmen die meisten wirtschaftlich relevanten Neuerungen hervorbringen. Was lässt sich von den Innovations-Champions lernen?

Der Handelsblatt Expertencall
  • rtr
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