Facebook Places in Deutschland Vom Freundschaftsdienst zur Kontaktbörse

Der Lokalisierungsdienst "Places" von Facebook startet am heutigen Dienstag in Deutschland. Wichtig zu wissen: selbst wer den Dienst nicht nutzt, findet sich schneller mit seiner Ortsangabe im Internet wieder als ihm lieb ist.
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Facebook Places auf dem iPhone: Mitbekommen, wo Freunde sich aufhalten. Quelle: Screenshot

Facebook Places auf dem iPhone: Mitbekommen, wo Freunde sich aufhalten.

(Foto: Screenshot)

DÜSSELDORF. Facebook, das frühere Studentennetzwerk aus San Francisco, ist heute mit 540 Mio. Nutzerprofilen größtes Online-Netzwerk der Welt und wird immer mehr zur offenen Kontaktbörse. Auf der Verliererseite steht Konkurrent Foursquare. Der bekannteste aller Ortsdienste im Internet hat seinen Siegeszug als kleines Programm, als App, auf Facebook angetreten und wird von seinem Wirt jetzt durch ein eigenes Programm ersetzt.

Das New Yorker Start up hat der geballten Macht aus Kalifornien wenig entgegenzusetzen und baut eilig, seine Aktivitäten aus. Facebook wandelt sich zu einer Art Assistenten des tägliche Lebens.

Mit einem Eintrag in Places wird bekannt, an welchem Ort sich ein Nutzer gerade aufhält. Andere Facebook-Mitgliedern können ihn dann virtuell sehen und per Mitteilung kontaktieren, wenn er dies nicht ausdrücklich ausgeschlossen hat. Da die Ortsmeldung auf das Profil des Nutzers verzweigt, ist es leicht, an Hand der Profilfotos jemanden zu identifizieren. "Wir haben Mitteilungen bekommen", räumt Facebook in seinem Blog ein, "dass Mitglieder sich zu Profilen von Leuten am anderen Ende einer Bar durchklicken, sie an ihren Fotos erkennen und anmailen. Einige werden das lustig finden - andere nicht."

Es gibt selbst dann keine völlige Sicherheit, wenn Ortsmeldungen nur für Freunde sichtbar gemacht sind: die eigenen Freunde können eine Person ohne deren Wissen an einem Ort melden, wenn sie selber ebenfalls dort angemeldet sind. Der Zwang zur gleichzeitigen eigenen Anmeldung soll verhindern, dass andere an kompromittierenden Orten wie Pornokinos "eingecheckt" werden. Man müsste dann zugeben, dass man selber auch da war.

Als Orientierungshilfe hier einmal im Überblick, welche Möglichkeiten Dritte haben, Facebook-Freunde ungefragt einzuchecken. Wer ganz sicher gehen will, bleibt nichts anderes übrig, als aktiv den Dienst abzulehnen. Selbst reines Nicht-Benutzen hilft nur eingeschränkt. Das Negative an der Sache: Facebook erlaubt nur die totale Ablehnung des Dienstes, nicht aber einen einfachen Ausschluss des Eincheckens durch Dritte.

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