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Frank Herzog im Interview „Der Durchbruch für den industriellen 3D-Druck wird kommen“

Frank Herzog ist einer der Pioniere des 3D-Drucks. Für digitale Technologien hat er nun sogar einen Förderverein gegründet.
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Auch nach dem Verkauf seiner Concept Laser an General Electric lässt ihn das Thema 3D-Druck nicht los. Quelle: Concept Laser
Frank Herzog

Auch nach dem Verkauf seiner Concept Laser an General Electric lässt ihn das Thema 3D-Druck nicht los.

(Foto: Concept Laser)

Frank Herzog ist einer der Vorreiter im 3D-Druck. Auch nach dem Verkauf seiner Concept Laser an General Electric lässt ihn das Thema nicht los. Am Montag gründete er einen Förderverein für digitale Zukunftstechnologien. Kern der Initiative ist ein Studiengang „Additive Fertigung und Leichtbau“.

Herr Herzog, Sie waren vor 20 Jahren einer der Pioniere im industriellen 3D-Druck. Sind wir heute weiter, als Sie damals erwartet hatten, oder geht es langsamer voran?
Es ist unglaublich, wie schnell die Entwicklung war. Damals hat man in einer Stunde einen Kubikzentimeter Stahl gedruckt. Heute sind es weit über 40 und mehr. Bei den Maschinen und den Werkstoffen hat es seither große Fortschritte gegeben. Knie-Implantate werden heute in Massen gedruckt. In der Luftfahrtbranche gibt es viele Anwendungen.

Aber der Durchbruch in der breiten Massenfertigung ist noch nicht gelungen.
Das ist richtig. Aber ich bin sicher, er wird kommen.

Woran hakt es noch?
Es gibt die Champions League der Firmen, die die neuen Möglichkeiten ausschöpfen. Und daneben gibt es die Kreisklasse: Man hat die Maschinen, aber weiß nichts Rechtes damit anzufangen. Man muss die Produkte ganz anders denken, die Kultur für Innovationen und Disruptionen schaffen.

Sind die Drucker nicht einfach noch zu langsam und zu teuer?
Ich bin überzeugt, dass es viel schneller wird. Wir müssen die Branche industrialisieren. Die letzten zehn Prozent, damit alles robust und zuverlässig läuft, sind die schwierigsten. Deswegen habe ich General Electric ins Boot geholt. Es braucht Spieler mit Finanzpower.

Was meinen Sie mit „Industrialisierung“?
Es geht zum Beispiel um Automatisierung. Die Maschinen müssen in die Produktionsumgebung integriert werden. Das Pulver-Handling zum Beispiel wird noch viel zu hemdsärmelig gelöst. Die Maschinenhersteller müssen zusammenarbeiten und Standards etablieren.

Mit dem Verkauf von Concept Laser sollten sie die Konsolidierung voranbringen?
Ja. GE hat die Energie und die finanziellen Möglichkeiten. Wir brauchen große Player mit einem globalen Footprint, die den 3D-Druck auf ein neues Niveau heben.

Was bremst die Entwicklung noch?
Wir brauchen intensive Aus- und Weiterbildung. Wir müssen den Nachwuchs in Richtung additives Denken weiterentwickeln.

Könnte Deutschland sonst die Vorreiterrolle wieder verlieren?
Deutschland hatte oft eine Vorreiterrolle bei neuen Technologien. Doch wenn es um die Implementierung ging, sind wir das eine oder andere Mal gescheitert. Das darf uns im 3D-Druck nicht passieren. Als Elon Musk seine Pläne für eine Gigafactory verkündete, hat er die deutsche Ingenieurskunst gelobt. Ich glaube, das war ernst gemeint. Wir haben auch bei der additiven Fertigung diese Fähigkeiten. Mir ist es ein Anliegen, mit Aus- und Weiterbildungsinitiativen dafür zu sorgen, dass es so bleibt.

Vielen Dank für das Interview, Herr Herzog.

Mehr: 3D-Druck soll die Industrie revolutionieren. Die Chancen im rasant wachsenden Markt sind groß, doch die Technologie stößt auch noch immer an Grenzen.

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