Frankreich Kopiergeräteabgaben für Nicht-Windows-Tablets geplant

In Frankreich sollen Hersteller von Touch-Tablets ab dem nächsten Jahr Kopiergeräteabgaben zahlen müssen. Ausgenommen werden sollen lediglich Tablets mit einem Windows-Betriebssystem, berichten französische Medien. Ein Hersteller von Android-Tablets zeigt sich empört.
  • Robert A. Gehring
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Microsoft-Chef Steve Ballmer präsentiert Tablet-PCs mit Windows. Die Windows-Geräte sollen von einer geplanten Kopier-Abgabe in Frankreich ausgenommen werden. Quelle: Reuters

Microsoft-Chef Steve Ballmer präsentiert Tablet-PCs mit Windows. Die Windows-Geräte sollen von einer geplanten Kopier-Abgabe in Frankreich ausgenommen werden.

(Foto: Reuters)

BERLIN. Windows-Tablets sind etwas Besonderes - zumindest in Frankreich. Dort hat am 14. Dezember 2010 die für die Festlegung von Geräteabgaben für Privatkopien zuständige Kommission den Vorschlag gemacht, die Abgabenpflicht auf Touch-Tablets auszudehnen. Die Gebühr soll pro Gerät mit 40 bis 64 GByte Speicher 12 Euro betragen. Eine Ausnahme will die Kommission nur für Tablets mit Windows-Betriebssystem machen. Diese Geräte werden als vollwertige PCs und nicht als Geräte der Unterhaltungselektronik eingestuft. Ob der Vorschlag der Kommission angenommen wird, entscheidet sich letztendlich am 12. Januar 2011. Der Beschluss gilt aber als Formsache.

Die im Verband der Hersteller von Konsumelektronik, Simavelec, zusammengeschlossenen Gerätehersteller sind über den Vorschlag der Gebührenkommission wenig erbaut. Sie haben angekündigt, Rechtsmittel einzulegen, sollte die neue Gebühr beschlossen werden. Dem Simavelec gehören unter anderem die Branchengrößen LG, Panasonic, Sony und Philips an.

Besonders betroffen von der Abgabe sieht sich der französische Gerätehersteller Archos, der unter anderem Internettablets auf Basis von Googles Betriebssystem Android produziert. Archos-Chef Henri Crohas äußerte sich gegenüber der französischen Tageszeitung Les Echos erbost über die Ungleichbehandlung seiner Geräte: "Wie kann man ernsthaft behaupten, dass ein Tablet mit Windows weniger zur Herstellung von Privatkopien gedacht ist als eines mit Android?"

Crohas sieht sich auch gegen Apple im Nachteil, da die Archos-Geräte wegen ihrer größeren Speicherkapazität mit deutlich höheren Abgaben als die Apple-Geräte belastet werden würden. Er geht davon aus, dass der Endverkaufspreis der Geräte um rund 10 Prozent erhöht werden müsste. Bereits jetzt zahlt Archos hohe Geräteabgaben. Im Jahr 2009 beliefen sie sich nach eigenen Angaben auf 3 Millionen Euro, bei 58 Millionen Euro Umsatz.

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