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„Free-to-play“-Anbieter Von wegen kostenlos spielen

Gratis Computerspiele spielen – das versprechen „Free-to-play“-Anbieter. Doch die Spiele sind oft nur auf den ersten Blick kostenlos: Wer Zusatzinhalte haben will, muss dafür zahlen. Gerade für Kinder eine Kostenfalle.
16.08.2012 - 10:57 Uhr 1 Kommentar
Computerspieler auf der Gamescom in Köln. Quelle: dpa

Computerspieler auf der Gamescom in Köln.

(Foto: dpa)

Köln, San Francisco, Düsseldorf Mit seinem für viele Millionen Dollar entwickelten Computerspiel „Star Wars – The Old Republic“ erlebte der Software-Gigant Electronic Arts (EA) ein Desaster. „Enttäuschend“ hätten sich die Spielerzahlen für das zu abonnierende Onlinespiel entwickelt, berichtete EA-Spitzenmanager Frank Gibeau im Vorfeld der Kölner Computermesse Gamescom. Nach sechs Monaten habe EA nicht einmal eine Million Spieler als Kunden gewonnen.

Der Spieleentwickler baut deshalb nun seinen Vertrieb radikal um: Ab November ist das Jedi-Spiel im Internet als auch „Free-to-Play“ erhältlich. Das Spiel wird damit gratis, nur noch Zusatzfunktionen – etwa virtuelle Spezialwaffen, um den Gegner schneller zu besiegen – kosten Geld.

Erst sieben Jahre als Geschäftsmodell auf dem Markt, hat „Free-to-Play“ die traditionelle Computerspielewelt dramatisch verändert. Das Prinzip ist immer das gleiche: Für die Nutzer gilt es, Bauernhöfe zu bauen („Farmville“) oder Dörfer („Smurf's Ville“), ein Café zu betreiben („Cafe World“) oder sich als Mafia-Boss durchzuschlagen („Mafia Wars 2“). Die Spiele von Firmen wie Zynga, Wooga, Playfish, Disney oder Playdom sind kostenlos im Internet verfügbar. Erst nach und nach werden Umsätze durch den freiwilligen Kauf digitaler Zusatzgüter generiert.

Leidvoll zu spüren bekamen den neuen Wettbewerb zuletzt Konsolenhersteller wie Nintendo und Sony: Im jüngsten Quartal sank der Verkauf an Sony-Playstations auf 2,8 Millionen Stück – nach 3,2 Millionen Stück im Vorjahresquartal. Nintendo musste im April den ersten Verlustausweis für ein Geschäftsjahr seit 30 Jahren vorlegen.

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    Doch auch die jungen Angreifer, die in Deutschland durch den Verkauf virtueller Zusatzinhalte vergangenes Jahr 233 Millionen Euro erlösten, sind längst in die Schusslinie geraten. Und das gleich von zwei Seiten. Nicht nur sparsame Spieler, die lieber mit einem Mausklick zur Konkurrenz wechseln als zusätzliche Features zu erwerben, machen ihnen das Leben schwer. Verbraucherschützer überziehen die Spieleanbieter inzwischen auch mit Klagen – meistens, weil sie Minderjährigen das Geldausgeben zu leicht machten.

    Allein im vergangenen Jahr klagte der Verbraucherzentrale Bundesverband (VZBV) gegen 17 Kinderspielseiten, weil sie es mit dem Datenschutz oder dem Schutzbedürfnis der Kinder nicht ernst genug nahmen. Im Jahr zuvor erwirkten die Verbraucherschützer bei neun Anbietern Unterlassungserklärungen. Nur drei entzogen sich der juristischen Verfolgung, indem sie ihren Firmensitz – für die Behörden unzustellbar – nach Kroatien verlegten.

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    1 Kommentar zu "„Free-to-play“-Anbieter: Von wegen kostenlos spielen"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • SWTOR ist nicht am Bezahlmodell gescheitert, sondern daran, daß EA ein unfertiges Game auf den Markt brachte.

      Der Misserfolg war hausgemacht! F2P wird daran auch nix mehr ändern. Schade. Hatte viel Potential das Spiel.


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