Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Führungsumbau Telekom löst Vorstandsressort Compliance auf

Nach einem Spitzelskandal führte die Telekom vor elf Jahren den Vorstandsposten Recht und Compliance ein. Nun soll das Amt wieder abgeschafft werden.
Kommentieren
Telekom löst Vorstandsressort Compliance auf Quelle: Reuters
Logo der Deutschen Telekom

Der Bonner Dax-Konzern will sein Vorstandsressort Compliance auflösen.

(Foto: Reuters)

DüsseldorfFür die Deutsche Telekom ist der Schutz ihrer Kundendaten ein hohes Gut. Im Vorstand soll diese Aufgabe aber künftig nicht mehr mit einem eigenen Ressort vertreten sein: Mit dem bevorstehenden Abgang von Vorstand Thomas Kremer zum Beginn des nächsten Jahres soll der Verantwortungsbereich Recht und Compliance aufgelöst werden, wie das Handelsblatt aus Konzernkreisen erfahren hat. Bereits auf seiner nächsten Sitzung will der Aufsichtsrat die Weichen für diesen Schritt stellen. 

Kremers Vertrag läuft noch bis kommenden April, dann geht der frühere Thyssen-Krupp-Manager in Rente. Die Aufgabenbereiche sollen dann aufgeteilt und die Verantwortung anderen Vorständen zugeschlagen werden.

Die Telekom hatte das Vorstandsressort im Jahr Oktober 2008 als Reaktion auf eine Spitzelaffäre gegründet. Mitarbeiter des Unternehmens hatte Journalisten, Aufsichtsräte und eigene Mitarbeiter ausgespäht. Der Skandal hatte das Image des Bonner Konzerns stark beschädigt. Mit der Aufgabe, Skandale künftig zu verhindern, betraute der Aufsichtsrat Manfred Balz, der zügig funktionierende Compliance-Strukturen aufbaute.

„Die Telekom stand damals vor einem Scherbenhaufen“, schrieb Kremer Anfang 2019 über die Spitzelaffäre. Interne Sicherheitsgremien hätten einen Maulwurf in den Vorstands- beziehungsweise Aufsichtsratssitzungen vermutet. Sie hätten daraufhin die Überwachung vorangetrieben. „Zeitgleich kam an die Öffentlichkeit, dass persönliche Daten von Millionen Kunden der damaligen Tochter T-Mobile gestohlen worden sind“, schrieb Kremer.

Der promovierte Rechtswissenschaftler hatte im Juni 2012 die Verantwortung für den Vorstandsbereich übernommen. Er gilt als erfahrener Jurist. Allerdings war zu Beginn seine frühere Tätigkeit bei Thyssen-Krupp ein Malus, wo er zuvor für Compliance verantwortlich war. Der Industriekonzern wurde von Reihe von Kartellfällen erschüttert. Absprachen hatten Mitarbeiter von Thyssen-Krupp unter anderem bei Aufzügen, Schienen und Stahl getroffen.

Er soll zum April 2020 in Rente gehen. Quelle: picture alliance / dpa
Telekom-Vorstand Thomas Kremer

Er soll zum April 2020 in Rente gehen.

(Foto: picture alliance / dpa)

Zuletzt gab es intern im Ressort von Kremer Konflikte um ein geplantes Effizienzprogramm, das auch den Abbau von Stellen vorsehen soll. Hochrangige Insider befürchten, dass durch die Aufteilung die Qualität der internen Kontrollen leiden könnte.

Mit der Auflösung des Vorstandsressort soll der 2009 gegründete Datenschutzbeirat der Telekom aufgewertet werden. Telekom-CEO Timotheus Höttges soll laut Unternehmenskreisen künftig selbst Mitglied des Gremiums werden, um so die Bedeutung der Runde zu stärken. In dem Beirat sitzen Experten aus Politik, Wissenschaft, Wirtschaft und anderen Organisationen. Dazu gehört etwa der ehemalige Bundesdatenschutzbeauftragte Peter Schaar, der in der Vergangenheit die Telekom immer wieder deutlich kritisiert hatte.

Die Telekom wollte sich zu dem Vorgehen nicht äußern. „Wir kommentieren keine Gerüchte“, sagte ein Telekom-Sprecher auf Anfrage.

Startseite

Mehr zu: Führungsumbau - Telekom löst Vorstandsressort Compliance auf

0 Kommentare zu "Führungsumbau: Telekom löst Vorstandsressort Compliance auf"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.