Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Galaxy Fold Bildschirm-Pannen beim ersten Falt-Smartphone von Samsung

Das 2000 Euro teure Galaxy Fold sollte das erste serienreife Falt-Smartphone werden. Doch kurz vor Markteinführung gibt es technische Probleme.
Kommentieren
Das Android-Gerät für rund 2000 Euro soll am 3. Mai 2019 auf den europäischen Markt kommen. Quelle: Bloomberg/Getty Images
Samsung Galaxy Fold

Das Android-Gerät für rund 2000 Euro soll am 3. Mai 2019 auf den europäischen Markt kommen.

(Foto: Bloomberg/Getty Images)

Tokio, DüsseldorfBeim ersten faltbaren Smartphone von Samsung gibt es kurz vor der Markteinführung in der kommenden Woche technische Probleme. Mehrere Medien, die vorab Testgeräte erhalten hatten, berichten von schweren Fehlfunktionen des Galaxy Fold schon nach wenigen Tagen.

Besonders die Faltfunktion des Smartphones und das Display sorgen für Probleme. In einem Test des Techportals „The Verge“ berichtet der Autor von einer kleine Beule im Display, die bald den Bildschirm von innen beschädigte.

„Bloomberg“ schreibt, das Gerät sei nach zwei Tagen aufgrund eines kleinen Risses schon „komplett hinüber“. Allerdings habe man versehentlich eine Polymer-Schutzfolie entfernt, die laut Samsung auf dem Display bleiben muss.

Andere Tester wie Steve Kovach von CNBC berichteten aber, dass trotz intakter Schutzfolie der linke, flexible Teil des Bildschirms dauerhaft flackere.

Samsung nimmt die Berichte offenbar ernst. Die beanstandeten Testgeräte wurden umgehend ausgetauscht und sofort per Luftfracht zur Diagnose nach Südkorea zurückgeschickt. „Wir werden diese Geräte gründlich persönlich untersuchen, um die Gründe für die Vorfälle zu bestimmen“, teilte Samsung mit. Darüber hinaus kündigte der Konzern an, die Kunden deutlich darüber zu informieren, dass der Plastikschutzfilm nicht entfernt werden dürfte.

Das Galaxy Fold sollte das erste serienreife Falt-Smartphone auf dem Markt sein. Das Android-Gerät für rund 2000 Euro soll am 3. Mai auf den europäischen Markt kommen, der US-Start ist weiterhin für den 26. April geplant, wie der Konzern bestätigte.

Die Samsung-Aktie reagierte auf die Berichte und lag zum Handelsschluss fast drei Prozent im Minus.

Anleger dürften sich an das Debakel um das Smartphone Galaxy Note 7 erinnert fühlen. Damals überhitzten Akkus des neuen Vorzeige-Handys der Südkoreaner und ließen einige Geräte explodieren. Zunächst kam es zu einem Rückruf und schließlich zu einem Verkaufsstopp der Geräte. Samsungs Mobilsparte, einst der Gewinnmotor des Konzerns, rutschte in den Quartalsbilanzen daher sogar kurz ins Minus.

Dieses Mal allerdings könnte der finanzielle Schaden selbst bei größeren Problemen geringer sein. Denn erstens treten die Probleme in diesem Fall schon vor der Auslieferung auf. Samsung hat daher noch Zeit, einen teuren Rückruf zu vermeiden. Zweitens sind die Stückzahlen geringer als bei den konventionelleren Handys der Galaxy-Serie.

Samsung erwartet, mehr als eine Million faltbare Galaxy-Handys zu verkaufen. Die Zahl erscheint realistisch, denn in den USA übertreffen die Vorbestellungen schon das Angebot.

Die Verkäufe des Galaxy Fold würden aber letztlich nur einen geringen Anteil von Samsungs Handyverkäufen ausmachen. 2018 verkaufte der Konzern immerhin 291 Millionen Handys. Der Imageschaden ließe sich hingegen schwer berechnen. Denn Samsung hofft, den lahmenden Smartphone-Absatz mit faltbaren Handys wieder zu beleben.

Branche sieht großes Potenzial für Falt-Geräte

Herzstück des 263 Gramm schweren Geräts ist das 7,3 Zoll große faltbare Innen-Display. Dazu gibt es ein kleineres Display an der Außenseite. Durch ein Scharnier zwischen beiden Geräteteilen lässt sich das Fold als klassisches Smartphone mit Außendisplay nutzen, oder aufgeklappt als großes Tablet im 4,2:3-Format mit bis zu drei simultan geöffneten App-Fenstern. Insgesamt sind sechs Kameras verbaut. Außerdem soll es eine Version des Fold zum Einsatz in künftigen 5G-Netzen geben.

Samsung war zwar der erste Hersteller, der ein Seriengerät zeigt, Konkurrent Huawei ist aber nicht weit hintenan. Das faltbare Huawei Mate X soll im Sommer erscheinen – und mit 2300 Euro noch teurer werden.

Trotz der hohen Preise sehen Marktforscher wie Gartner durchaus Potenzial für Geräte wie das Galaxy Fold. Auch wenn die hohen Einstiegspreise Käufer zunächst bremsen werden, wie Analysten einschränken. Gartner rechnet mit rund 30 Millionen verkauften Einheiten im Jahr 2023, damit würden Falt-Geräte rund fünf Prozent des Premiumsegments ausmachen.

Mittelfristig erwartet Gartner mehr faltbare Smartphones auch mit anderem Formfaktor. Die Hersteller werden hier experimentierfreudiger werden, so die Prognose.

Mit Agenturmaterial

Startseite

Mehr zu: Galaxy Fold - Bildschirm-Pannen beim ersten Falt-Smartphone von Samsung

0 Kommentare zu "Galaxy Fold: Bildschirm-Pannen beim ersten Falt-Smartphone von Samsung"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.