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Google-Mutterkonzern So schaffte es Sundar Pichai aus der Armut an die Spitze von Alphabet

Der Google-Chef übernimmt auch die Führung des Mutterkonzerns Alphabet. Eine Karriere, die selbst für Amerika außerordentlich ist.
04.12.2019 - 17:13 Uhr Kommentieren
In 15 Jahren ganz nach oben. Quelle: dpa
Sundar Pichai

In 15 Jahren ganz nach oben.

(Foto: dpa)

Düsseldorf Ob bei Mitarbeiterversammlungen in Mountain View, vor dem Kongress in Washington oder auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos: Seit einigen Jahren ist Sundar Pichai das öffentliche Gesicht von Google und dessen Holding Alphabet. Konzernchef Larry Page meldet sich weder intern noch extern zu Wort, auch sein Mitgründer Sergej Brin tritt nur noch selten auf.

Insofern hatte sich abgezeichnet, was Alphabet am Dienstag öffentlich machte: Die beiden Gründer ziehen sich aus dem Tagesgeschäft zurück, Pichai ist nun Chef von Google und Alphabet zugleich. Damit tritt ein Manager an die Spitze des Konzerns, der bereits zahlreiche Produkte erfolgreich entwickelt hat, nun aber eine neue Fähigkeit beweisen muss: die Diplomatie.

Pichai weist eine ungewöhnliche Biografie auf, selbst für Amerika, das sich dafür rühmt, dass Tellerwäscher Millionäre werden können. Er wuchs in der indischen Metropole Chennai auf, ohne Computer und Fernseher. Als die Familie ein Telefon bekam, standen regelmäßig Nachbarn vor der Tür, um ihre Kinder anzurufen. „Das zeigte mir, was mit der Macht der Technologie möglich ist“, so Pichai später in einem Interview mit dem TV-Sender CNN.

Die Kindheit sei prägend gewesen, betont er. Seine Mutter brach die Schule ab, weil sie sich um die Familie kümmern musste, doch sie las viel – damit habe sie „einen tiefen Sinn für Wissen und Neugier“ in ihm verankert.

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    Tatsächlich brillierte er in Schule und Universität, was ihm ein Stipendium für Stanford, die Kaderschmiede des Silicon Valley, verschaffte. Die Familie musste an die Ersparnisse, um die 1000 Dollar fürs Flugticket zu bezahlen.

    Die Mühe lohnte sich: Nach dem Studium arbeitete Pichai zunächst für McKinsey und heuerte dann bei Google an, 2004 war das, im Jahr des Börsengangs. Der Ingenieur fiel schnell mit guten Ideen auf. So schlug er die Entwicklung eines Browsers vor, mit dem das Unternehmen zeigen kann, was mit dem Internet möglich ist. Heute ist Chrome mit Abstand Marktführer.

    Ich will einfach Produkte entwickeln. Sundar Pichai (Chef von Google und Alphabet)

    Die Google-Führung übertrug Pichai immer mehr Verantwortung: Für den Browser Chrome und das Betriebssystem Chrome OS, den Onlinespeicher Drive und den E-Mail-Dienst Gmail, für die Apps und das Betriebssystem Android. Bei der Umstrukturierung des Konzerns 2015, bei der die Holding Alphabet entstand, war es der logische Schritt, dass der Manager offiziell die Führung übernehmen und sich CEO von Google nennen durfte. Zumal so die Gefahr sank, dass er zur Konkurrenz gehen würde.

    Die Beförderung zum Chef sei nicht sein Ziel gewesen, beteuert Pichai: „Ich will einfach Produkte entwickeln.“ Die Eignung hat er dafür bewiesen. Die beiden Gründer lobten seine „tiefe Leidenschaft für Technologie“.

    Zudem bewies der Manager immer wieder, dass er Teams erfolgreich aufbauen und führen kann, und zwar auf die smarte Art. Mit ihm komme „einer von den netten Leuten als Erstes ins Ziel“, kommentierte die scharfzüngige US-Techjournalistin Kara Swi‧sher 2014 einen seiner Karriereschritte.

    Sundar Pichai tritt nüchtern und zurückhaltend auf. Dass es Alphabet mit ihm und ohne die Gründer an Visionen fehlen wird, ist aber nicht unbedingt zu fürchten. Er wolle „Produkte für jeden“ entwickeln, sagte er dem Technikportal „The Verge“ nach seinem Amtsantritt 2015: Es sei möglich, eines Tages fünf Milliarden Nutzer zu erreichen. Deswegen arbeite der Konzern beispielsweise in „Project Loon“ an den Ballons, die abgelegene Regionen mit Internet versorgen sollen.

    Derartige Projekte dürften Pichai als Alphabet-Chef nicht allzu sehr Zeit nehmen. Dass er delegieren kann, hat er bewiesen. Schwieriger dürften der Umgang mit internen Konflikten über Sexismus im Konzern und Projekte mit dem Militär sein, ebenso die Auseinandersetzung mit den Kartellvorwürfen, die inzwischen auch in den USA laut werden. Der Technologiespezialist Pichai muss beweisen, dass er sich auch als Politiker eignet.

    Mehr: Führungswechsel bei der Google-Mutter Alphabet: Die Gründer gehen und Shootingstar Sundar Pichai soll jetzt die Aufholjagd auf Apple und Microsoft forcieren.

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