Gut ein Zehntel der Ebay-Gebote kommen in den letzten fünf Auktionsminuten. Dafür gibt es gute Gründe. „Sniper“ kaufen bei Internet-Auktionen billiger

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Einen besonderen Grund spät zu bieten, haben viertens jene, die besonders gut einschätzen können, was ein Artikel wert ist, etwa bei Antiquitäten. Sie müssen befürchten, dass andere ihre höhere Erfahrung erkennen, etwa anhand ihres Benutzernamens und sich an ihre Rockschöße heften. Wenn die Experten ihre Gebote sehr spät abgeben, können solche Nachahmer ihnen nicht so leicht die Preise in die Höhe treiben.

Ockenfels und Roth wären nicht empirische Ökonomen, wenn sie nicht auch die praktische Bedeutung dieser theoretisch abgeleiteten Gründe getestet hätten.

Dazu verglichen sie die Biet-Historien bei Ebay-Auktionen und bei Auktionen des Konkurrenten Amazon. Dabei kam ihnen zu Gute, dass Amazon eine andere Regel für das Beenden der Auktion verwendet. Während es bei Ebay einen festen Endtermin gibt, wird bei Amazon jede Auktion über den provisorischen Endtermin hinaus jeweils um zehn Minuten verlängert, bis kein Gebot mehr eingeht. Bieter haben daher immer mindestens zehn Minuten Zeit, auf „Sniper“-Gebote zu reagieren.

Die beiden Forscher verglichen Auktionen von Computern und von Antiquitäten bei beiden Häusern. Bei Computern ist der Wert des Objekts leicht feststellbar, bei Antiquitäten spielt das Know-how des Bieters dagegen eine besonders große Rolle.

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