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Hacker-Angriffe CIA-Website geht zeitweise vom Netz

Für den US-Geheimdienst ist hochnotpeinlich, was eine Hacker-Gruppe als Erfolg meldet: Sie habe die CIA-Internetseite angegriffen. Zuvor war sie schon beim Senat eingestiegen. Auch deutsche Politiker machen sich Sorgen.
Update: 16.06.2011 - 03:11 Uhr Kommentieren
Die Website der CIA ist zeitweise nicht erreichbar. Quelle: Reuters

Die Website der CIA ist zeitweise nicht erreichbar.

(Foto: Reuters)

Washington/Boston/Berlin Hat die Hackergruppe Lulz Security wieder zugeschlagen? In einer Twitter-Botschaft rühmte sich die kurz LulzSec genannte Gruppe, die Website des US-Geheimdienstes CIA zum Absturz gebracht zu haben.

Den Mittwochnachmittag über bis hinein in den Abend (Ortszeit) war www.cia.gov nur sporadisch zu erreichen. Die CIA äußerte sich zunächst nicht zu den Gründen für den Aussetzer.

Die Hackergruppe hatte am Wochenende die Internetseite des US-Senats angegriffen und dabei Daten abgegriffen. Nach Angaben des Sicherheitsdienstes des Senats kam es am Mittwoch erneut zu einem Angriff. Ein Datenklau habe jedoch verhindert werden können.

Lulz Security ist erst in diesem Jahr öffentlich in Erscheinung getreten. Zu den bisherigen Aktionen gehören ein Angriff auf die Website des konservativen Fernsehsenders Fox, eine Attacke auf den öffentlich-rechtlichen US-Rundfunksender PBS aus Protest gegen eine Dokumentation über den mutmaßlichen Informanten der Enthüllungsplattform Wikileaks und der Diebstahl von Nutzerdaten von Sony Pictures Entertainment.

Die Hacker verfügen vermutlich über ein sogenanntes Botnet mit zahllosen infizierten Computern, die ferngesteuert werden und Angriffsziele mit einer Flut von Datenpaketen lahmlegen. Die „New York Times“ vermutete auch hinter dem Angriff auf die CIA-Website eine derartige Denial-of-Sercive-Attacke.

Bereits vor dieser neuerlichen Angriffsmeldung hat Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich vor einer wachsenden Gefahr von Hacker-Angriffen auf die Strom- und Wasserversorgung in Deutschland gewarnt. Solche kritischen Infrastrukturen kämen heute nicht mehr ohne hochmoderne Informationstechnik aus, sagte der CSU-Politiker der „Frankfurter Rundschau“ vom Donnerstag laut Vorabbericht.

„Die Gefahr von Cyber-Angriffen auf diese Systeme wächst ständig.“ Derartige Attacken könnten immense Schäden anrichten, die erhebliche Teile der Bevölkerung direkt betreffen würden, sagte Friedrich. „Um dies zu verhindern, hat die Bundesregierung eine Cyber-Sicherheitsstrategie entwickelt.“

Besonders für die Wirtschaft sollen Hacker-Angriffe problematisch werden

Friedrich will heute in Bonn das Nationale Cyber-Abwehrzentrum eröffnen. Die Einrichtung soll die Zusammenarbeit staatlicher Stellen im Kampf gegen Bedrohungen aus dem Internet verbessern. Das Zentrum hat seine Arbeit schon Anfang April aufgenommen. Seitdem wurden dort täglich zwischen drei und fünf neue Fälle von Angriffen aller Art auf Computersysteme registriert. Federführend ist das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI).

Hans-Peter Friedrich möchte Hackern eine Mauer vorsetzen. Quelle: Reuters

Hans-Peter Friedrich möchte Hackern eine Mauer vorsetzen.

(Foto: Reuters)

Die Methoden von IT-Angriffen „werden immer raffinierter, und die Abwehr von Angriffen erfordert einen immer höheren Aufwand“, zitiert die „Frankfurter Rundschau“ aus dem aktuellen Lagebericht IT- Sicherheit 2011, der heute vorgestellt wird. Angriffe auf IT-Systeme habe es zwar schon immer gegeben, jedoch habe sich deren Intensität und Charakter verändert. „Zu der quantitativ hohen Zahl der Angriffe kommt eine neue Qualität zielgerichteter Attacken hinzu“, heißt es in dem Bericht.

In dem Bericht wird laut „Financial Times Deutschland“ (Donnerstag) auf vor zunehmenden Angriffen aus dem Internet auf mobile Kleincomputer gewarnt. „Eine zunehmende Herausforderung liegt in der raschen Verbreitung von Smartphones, Netbooks und Tablet-PCs, durch die die Angriffsfläche für Cyber-Kriminelle erheblich vergrößert wurde“, zitiert das Blatt aus dem Bericht.

Besonders für die Wirtschaft sei der Befund problematisch. „Da immer häufiger wichtige Geschäftsdaten auch von unterwegs genutzt, verarbeitet und über Mobilfunkschnittstellen übertragen werden, rechnet das BSI auch künftig mit einer Zunahme von Angriffen gegen mobile Endgeräte.“

  • dpa
  • rtr
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