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Halbleiter 100 Milliarden Euro fürs Chip-Geschäft – Samsung sagt Intel den Kampf an

Samsung baut sein Geschäft mit Chip-Technik deutlich aus. Der Plan ist eine Kampfansage an die Rivalen Intel und Qualcomm.
Update: 24.04.2019 - 12:36 Uhr Kommentieren
Der Konzern ist bereits Marktführer bei Speicherchips für Smartphones und Server. Quelle: AFP
Samsung

Der Konzern ist bereits Marktführer bei Speicherchips für Smartphones und Server.

(Foto: AFP)

München, TokioMit Speicherchips ist Samsung zum weltgrößten Halbleiterproduzenten aufgestiegen. Das reicht den Koreanern aber nicht. An diesem Mittwoch hat der Elektronikkonzern angekündigt, in weiteren Bereichen der Branche zu expandieren.

Einerseits strebt Samsung eine führende Rolle im Geschäft mit Prozessoren an. Sie sind das Gehirn eines jeden Rechners. Der US-Konzern Intel dominiert bislang bei Prozessoren für PCs und Netzwerkrechner, den Server. Qualcomm, ebenfalls aus den USA, ist führend bei Prozessoren für mobile Geräte.

Andererseits will sich Samsung als Auftragsfertiger etablieren. In Foundries lassen Anbieter ohne eigene Fabriken ihre Chips herstellen. Auf diesem Gebiet liegt TSMC aus Taiwan weit vorne. Auch Globalfoundries mit großen Werken in Dresden ist hier ein Wettbewerber.

Umgerechnet rund 103 Milliarden Euro werde Samsung dafür bis 2030 in die Hand nehmen, teile das Unternehmen mit. Dabei sollen 15.000 Stellen in Forschung und Entwicklung sowie in der Produktion entstehen.

Die Offensive ist Teil eines großen Investitionsplans, mit dem Samsung neue Geschäfte erschließen möchte. Die Asiaten wollen in Bereichen wie 5G, dem neuen Mobilfunkstandard, vorne mit dabei sein, sowie beim autonomen Fahren und der Künstlichen Intelligenz. In all diesen Bereichen spielen Chips eine entscheidende Rolle.

Daher ist es naheliegend, dass Samsung in weiteren Gebieten der Halbleiterindustrie versucht, seine Erfolgsstrategie umzusetzen. Bei Smartphones oder Fernsehern gelingt es den Koreanern bereits, Schlüsselbauteile selbst herzustellen, zum Beispiel Bildschirme. So versucht Samsung, höhere Margen zu erzielen als die Konkurrenten.

„Es ist ungewöhnlich für Samsung, solch einen langfristigen Plan zu erläutern“, sagte Yoo Jong-Woo, Analyst von Korea Investment & Securities, der Nachrichtenagentur Bloomberg. Das beweise, wie wichtig das Halbleitergeschäft für Samsung sei. Vergangenes Jahr erzielte der Konzern zwei Drittel seines operativen Gewinns mit den Chips.

Bislang ist Samsung vor allem für seine Speicherchips bekannt, wie sie insbesondere in Smartphones und PCs eingesetzt werden. Der Konzern kam den Experten von IHS, einem Anbieter von Informationsdiensten, zufolge vergangenes Jahr auf einen Marktanteil von 42 Prozent. Das ist doppelt so viel wie die Nummer zwei auf diesem Feld, der koreanische Rivale SK Hynix.

Das Geschäft mit den sogenannten Dram- und Flash-Chips, die in Computern und Smartphones eingesetzt werden, schwankt aber stark. So sind die Umsätze mit Speicherchips 2017 weltweit um gut 60 Prozent geklettert, vergangenes Jahr betrug das Plus etwa 27 Prozent. Im vierten Quartal jedoch ist der Markt eingebrochen und für 2019 rechnen die Marktbeobachter der World Semiconductor Trade Statistics mit einem Minus von etwa 14 Prozent.

Samsung hat bereits verlauten lassen, dass der Betriebsgewinn im ersten Quartal um 60 Prozent zurückgegangen sei. Die detaillierten Ergebnisse wird der Konzern am 30. April präsentieren. Durch die Expansion würde Samsung weniger stark von diesen Ausschlägen getroffen.

Südkorea dürfte damit für die Halbleiterbranche insgesamt noch einmal wichtiger werden. Fast jede fünfte Fabrik weltweit steht schon heute in dem Land. Zum Vergleich: Auf Europa entfallen lediglich acht Prozent aller Werke. Koreanische Hersteller stehen dem deutschen Branchenverband ZVEI zufolge für knapp ein Viertel vom Umsatz der gesamten Chipindustrie.

Vor fünf Jahren lag der Anteil noch bei lediglich 16 Prozent. 2018 erzielte die Branche weltweit einen Umsatz von 469 Milliarden Dollar, knapp 14 Prozent mehr als im Vorjahr.

Deutschlands größter Chiphersteller, Infineon, ist von der Offensive von Samsung nicht betroffen. Die Münchener konzentrieren sich auf Chips zur Stromversorgung sowie auf Halbleiter für Sicherheitsanwendungen und Fahrzeuge.

Die Expansionspläne in der Chipsparte sind für Samsung positive Nachrichten nach einem enttäuschenden Wochenbeginn. So musste das Unternehmen die Markteinführung seines ersten Smartphones mit Falt-Display wenige Tage vor dem geplanten Termin verschieben. In Tests von Journalisten waren Probleme mit dem Bildschirm aufgetreten.

Ein neues Datum für den Start werde in den kommenden Wochen genannt. Eigentlich sollte das 2000 Euro teure Gerät am Freitag in den USA und eine Woche später in Europa in die Läden kommen.

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