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HalbleiterIntel scheitert mit Milliardenübernahme – weil China blockiert

Der amerikanische Chipkonzern zieht sein Angebot für den Auftragsfertiger Tower Semiconductor zurück. Das könnte Folgen für das neue Werk in Magdeburg haben – und für deutsche Kunden.Joachim Hofer 16.08.2023 - 12:25 Uhr Artikel anhören

Der US-Konzern Intel gibt die Übernahme des israelischen Auftragsfertigers auf.

Foto: Bloomberg

München. Schwerer Rückschlag für Intel-Chef Pat Gelsinger: Die Übernahme des israelischen Auftragsfertigers Tower Semiconductor durch den amerikanischen Halbleiterhersteller ist gescheitert. Es sei nicht gelungen, die erforderlichen behördlichen Genehmigungen zu bekommen, teilte Intel am Mittwoch mit.

Es war ein einziges Land, das den Deal blockierte: China. Die Volksrepublik hatte der 5,4 Milliarden Dollar schweren Transaktion bis zuletzt nicht zugestimmt. Dem Kaufvertrag zufolge wäre aber die Erlaubnis aller wesentlichen Wettbewerbsbehörden nötig gewesen.

Für Gelsinger ist das bitter. Mit Tower wollte sich der Ingenieur wertvolles Know-how ins Haus holen, um in dem für Intel noch neuen Geschäft als Auftragsfertiger zu reüssieren. Dass die Akquisition nun geplatzt ist, könnte auch für den geplanten Standort in Magdeburg Folgen haben. Denn in Sachsen-Anhalt will Intel künftig für andere Halbleiterhersteller produzieren.

Intels Scheitern trifft deutsche Kunden

Für potenzielle Kunden aus Deutschland ist Intel damit künftig womöglich weniger attraktiv. Denn mit Tower wollte Intel seinem Portfolio Kapazitäten für die Produktion reiferer Chipgenerationen hinzufügen. Diese bringen zwar keine Topleistungen, sind aber bewährt und einfacher zu produzieren. Sie werden daher häufig für Auto- und Industrieanwendungen genutzt. Besonders die europäischen Hersteller fragen sie stark nach.

Gelsinger bekräftigte am Mittwoch, Intel werde trotz der geplatzten Übernahme weiter daran arbeiten, sich zum Auftragshersteller zu wandeln. Dies sei Teil des großen Ziels, bis 2025 technologisch an die Weltspitze zurückzukehren. Bislang produziert die Firma aus dem Silicon Valley im Wesentlichen für den eigenen Bedarf.

Für den Intel-CEO ist die gescheiterte Übernahme ein herber Rückschlag im Auftragsfertiger-Geschäft. Er will weiter mit Tower kooperieren.

Foto: Bloomberg

Als Auftragsfertiger tritt Intel gegen TSMC an, den Technologieführer in der Halbleiterbranche. Während Intel gut 30 Milliarden Euro in Magdeburg investiert, steckt TSMC gemeinsam mit Partnern zehn Milliarden in eine Fabrik in Dresden.

Das Scheitern ist teuer für Intel

Gelsinger möchte in den nächsten Jahren zur Nummer zwei unter den Auftragsfertigern aufsteigen: hinter Marktführer TSMC, aber vor Samsung, UMC und Globalfoundries.

Dass gerade China den Deal blockiert hat, kommt nicht völlig unerwartet. Die USA und die Volksrepublik liegen seit Jahren im Clinch wegen der Chips. Die US-Regierung hat die Ausfuhr von Halbleitern nach China stark eingeschränkt. Daher haben die Behörden in Peking kein Interesse daran, dass Halbleiterhersteller aus anderen Teilen der Welt in den Besitz amerikanischer Firmen gelangen.

Intel hatte den Deal Anfang 2022 verkündet und wollte ihn ursprünglich binnen Jahresfrist abschließen. Am 15. August diesen Jahres lief auch eine erweiterte Frist ab. Weil der Kauf nicht zustande kommt, müssen die Amerikaner eigenen Angaben zufolge nun 353 Millionen Dollar an Tower überweisen.

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Womöglich wird Intel aber mit Tower kooperieren. Gelsinger: „Unser Respekt für Tower ist durch diesen Prozess nur noch gewachsen und wir werden auch in Zukunft nach Möglichkeiten suchen, zusammenzuarbeiten.“

Im vorbörslichen Handel in New York ist der Aktienkurs von Tower am Mittwoch um rund zehn Prozent auf gut 30 Dollar eingebrochen. Die Papiere von Intel notierten nahezu unverändert bei 35 Dollar.

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