Halbleiter: So stärken US-Sanktionen in Teilen Chinas die Chipindustrie
München, Shanghai. US-Präsident Joe Biden geht in Rente. Sein Erbe aber wird die Chipindustrie auf Jahre prägen. Denn während er China eigentlich daran hindern wollte, eine schlagkräftige Halbleiterposition aufzubauen, sorgen seine immer strengeren Ausfuhrkontrollen für das Gegenteil.
Denn westliche Konzerne verlagern immer größere Anteile ihrer Produktion für chinesische Kunden an Auftragsfertiger aus der Volksrepublik. Unternehmen, die bei den großen, globalen Halbleiterherstellern bislang keine Chance hatten, ergattern nun Aufträge.
Grund dafür ist, dass die chinesische Regierung die einheimischen Autohersteller dazu aufgefordert hat, dieses Jahr ein Viertel der Chips aus lokaler Produktion zu beziehen. Zudem hält Peking die Automarken dazu an, ihre Chiplieferanten von einer Fertigung im eigenen Land zu überzeugen.
Um im Geschäft zu bleiben, verlagern daher die europäischen Halbleiterhersteller einen immer größeren Anteil ihrer Produktion nach China. Es ist für sie der größte und dynamischste Markt.
„Wir produzieren praktisch alle Produkte, die wir in China verkaufen, in China“, sagt Kurt Sievers, CEO des niederländischen Autochipspezialisten NXP. Dafür nutzt er einheimische Auftragsfertiger, sogenannte Foundries.