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HalbleiteranbieterSo will der Nvidia-Chef mit Supercomputern das Klima retten

Nvidia will mit neuen Supercomputern den Klimawandel bekämpfen. In schon fünf Jahren soll es eine interaktive Plattform geben, die präzise Klimadaten erzeugen kann.Nadine Schimroszik, Joachim Hofer 03.07.2023 - 18:33 Uhr Artikel anhören

Der Chef von Nvidia stellt der Initiative drei verschiedene Supercomputer zur Verfügung.

Foto: IMAGO/ZUMA Wire

Berlin, München. Nvidia-Chef Jensen Huang will einen maßgeblichen Beitrag zur Entwicklung eines interaktiven digitalen Zwillings der Erde leisten. „Wir können helfen“, sagte der CEO und Gründer des wertvollsten Chipkonzerns der Welt am Montag auf einer Klimakonferenz in Berlin. „Wir müssen die Auswirkungen des Menschen auf das Erdklima kennen und verstehen“, erläuterte der Unternehmer. Dann könnten auch bessere und nachhaltigere Entscheidungen getroffen werden.

Der amerikanische Halbleiteranbieter, der aktuell stark vom Boom der Künstlichen Intelligenz (KI) profitiert, engagiert sich deshalb federführend in der sogenannten Eve-Initiative. Diese will Klimawissenschaft, Hochleistungscomputer und KI zusammenführen, um präzisere Klimadaten zu erzeugen.

Letztlich sollen damit Simulationen beispielsweise von einzelnen Straßen in Großstädten oder Stürmen möglich sein. Bisher sei das nicht machbar. Aktuell gehören mehr als 150 internationale Experten der Eve-Initiative an, die ihr Konzept im Dezember in Dubai auch auf der Weltklimakonferenz COP28 vorstellen will.

Konkret stellt Nvidia der Initiative drei verschiedene Supercomputer zur Verfügung, die erstmals zusammenarbeiten sollen. Laut Huang liefert Nvidia darüber hinaus die KI für Physiksimulationen, wissenschaftliche Berechnungen und eine fortschrittliche Dateninfrastruktur.

Geduld müssen die Klimaforscher trotzdem mitbringen. So machte Huang deutlich, dass nach wie vor ein weiter Weg zurückzulegen sei: „Wir müssen noch viel machen.“ Er hoffe aber, in rund fünf Jahren eine interaktive Plattform vorweisen zu können, die die globale Atmosphäre in neuer Geschwindigkeit und Größe simuliert und visualisiert.

Huang: „Unglaubliche Vision“

Wie viel das Ganze kosten wird, ließ Huang offen. Geld sei bei Nvidia noch nie der Grund gewesen, ein sinnvolles Vorhaben abzublasen. Als der Konzern für die Spieleindustrie aktiv geworden sei oder erstmals KI-Chips ins Auge gefasst habe, habe es dafür noch gar keinen Markt gegeben. Der Erfolg sei dann trotzdem gekommen. Inzwischen arbeiteten jedenfalls Hunderte Nvidia-Mitarbeiter an der Klimathematik.

Auf der Konferenz bezog sich Huang immer wieder auf die Arbeit des Meteorologen Bjorn Stevens, der die Abteilung Atmosphäre im Erdsystem am Max-Planck-Institut für Meteorologie leitet. Stevens merkte an, dass inzwischen beim Bau jeder Fabrik ein digitaler Zwilling zur Anwendung kommt.

Das sollte auch bei Entscheidungen im Zusammenhang mit der Erde passieren. „Wir benötigen Werkzeuge, mit denen Menschen in der Lage sind, sich wieder als Teil dieser Welt zu verstehen und nicht nur als Individuen.“

Huang erklärte, dass ihn das große Ganze antreibt: „Es ist eine unglaubliche Vision.“ Es kämen viele neue Technologien zusammen. Das wäre vor ein paar Jahren noch gar nicht denkbar gewesen.

Nvidia ist als Partner für die Wissenschaft interessant, weil sich mit den Chips riesige Datenmengen verarbeiten lassen. Der Konzern aus dem Silicon Valley ist führend bei sogenannten „Graphic Processing Units“, kurz GPUs. Darin werden zahllose Berechnungen parallel erledigt. Die mit GPUs ausgestatteten Rechner sind hochleistungsfähig und werden derzeit in großem Stil dazu benutzt, KI-Software zu entwickeln.

Groß geworden ist Nvidia mit Grafikkarten für Computerspieler. Zudem werden die Prozessoren dafür verwendet, um Kryptowährungen zu erzeugen.

Nvidia beschert der KI-Boom derzeit einen gewaltigen Aufschwung: Für das laufende Quartal prognostizierte Vorstandschef Huang jüngst einen Umsatz von elf Milliarden Dollar – 50 Prozent mehr, als Analysten erwartet hatten.

Vor allem der Textroboter ChatGPT habe der Branche gezeigt, was sogenannte generative KI leisten könne, sagte Huang unlängst. Schon bald würden diese Anwendungen den größten Teil der Rechenleistungen auf Serveranlagen überall in der Welt einnehmen. In Berlin erklärte er, erst durch ChatGPT sei nun auch der Weg für selbstlernende Physiksimulationen frei.

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„Wir erhöhen unsere Produktion erheblich, um die steigende Nachfrage zu befriedigen“, sagte Huang.

Das begeistert die Investoren: Seit Jahresbeginn hat sich der Aktienkurs von Nvidia auf derzeit rund 423 Dollar verdreifacht. Als einziger Chiphersteller der Welt ist die Firma aus dem Silicon Valley mehr als eine Billion Dollar wert.

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