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Halbleiterbranche Nvidia will Softbanks Chipfirma Arm für 40 Milliarden Dollar kaufen

Gerade hat der Grafikkartenhersteller Intel als wertvollsten Chipkonzern abgelöst. Nun versucht Softbank-Chef Masayoshi Son, vom Boom zu profitieren.
22.07.2020 Update: 13.09.2020 - 11:49 Uhr Kommentieren
Laut „Wall Street Journal
Nvidia-Chips

Laut „Wall Street Journal" könne der Deal zwischen Nvidia und Softbank Anfang kommender Woche besiegelt werden.

(Foto: Reuters)

Tokio Softbank-Gründer Masayoshi Son überrascht seine Anleger mit einem Milliardendeal: Laut Medienberichten wird der amerikanische Grafikchiphersteller Nvidia für 40 Milliarden US-Dollar die Kontrolle an Softbanks britischem Chipdesigner Arm übernehmen. Wie das „Wall Street Journal“ und die „Financial Times" übereinstimmend berichten, will Nvidia die Übernahme mit Aktien und Bargeld bezahlen. Schon am Montag könnte der Abschluss offiziell verkündet werden, hieß es in den Berichten.

Der Verkauf markiert einen Einschnitt in Sons Strategie, durch strategische Investitionen in junge Technikunternehmen global die „Informationsrevolution“ anzuführen. 2016 hatte er Arm in einem finanziellen Kraftakt für 32 Milliarden Dollar gekauft. Denn nach Sons Ansicht war der führende Designer von Smartphonechips ein Schlüsselbaustein in der Digitalwelt von morgen. Seither betonte Son immer wieder, wie wichtig Arm für seine Vision vom globalen Informationskonzern sei.

25 Prozent der Arm-Aktien brachte er sogar als Investition in seinen fast 100 Milliarden Dollar großen Softbank Vision Fund ein. Über den hat der japanische Technikinvestor seit 2017 massiv in Start-ups wie den Mitfahrdienst Uber investiert, die im Internet und mit Künstlicher Intelligenz Geschäfte machen.

Umso größer ist nun unter japanischen Kommentatoren die Diskussion über die Tragweite des möglichen Deals. Takeshi Ebihara, der Gründer des Wagniskapitalfonds Rebright Partners, gesteht Son zwar zu, ein gutes Geschäft gemacht zu haben, vermag aber die alte Strategie nicht mehr zu erkennen: „Man kann nicht mehr sagen, dass es sich um eine Informationsrevolution und Synergien im Rahmen einer Gruppenstrategie handelt“, sagt Ebihara. „Die Softbank-Holding ist bereits eine reine Investmentgesellschaft.“

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    Andere Experten entgegnen indes, dass Son mit dem Deal womöglich zum größten Anteilseigner an Nvidia aufsteigt und damit seine Stellung in der globalen Halbleiterindustrie sogar noch stärken könnte. Dafür spricht, dass er derzeit kein Bargeld benötigt. Denn im Rahmen eines Selbsthilfeprogramms gegen die Coronakrise hat er bereits Aktien im Wert von 38 Milliarden Dollar verkauft. Zudem kennt er das Nvidia-Management genau: Bis vor wenigen Jahren war er einer der Großinvestoren des Grafikkartenriesen. Doch um seinen Partnern im Softbank Vision Fund Rendite zu garantieren, trennte er sich von seinem Engagement.

    Der Deal könnte die Branche neu ordnen

    Nun könnte es allerdings sein, dass er Arm bei Nvidia bessere Wachstumschancen einräumt als unter Softbanks Führung. Immerhin hat sich Nvidias Aktienpreis nach dem Ausstieg des Softbank Vision Fund im Februar 2019 nahezu verdreifacht. Welches Argument eher zutrifft, wird von der Größe des Aktienpakets abhängen, das Son für sich ausgehandelt hat. Doch eines ist klar: Durch den Kauf würde unbestreitbar ein Chipkonzern entstehen, der die Branche neu ordnen kann.

    Nvidia ist mit Grafikkarten bekannt geworden. Doch seit diese Produkte bei Anwendungen mit Künstlicher Intelligenz eine immer wichtigere Rolle spielen, ist Nvidia zu einem Star der Branche geworden. Dieses Jahr hat das Unternehmen an der Börse sogar den Computerchiphersteller Intel als wertvollsten Halbleiterproduzenten der Welt überholt. Mit Arm würde das Unternehmen nun auch bei Prozessoren für Mobiltelefone, Computer und Supercomputer eine wichtige Rolle spielen.

    Arm stellt zwar keine Chips her, sondern lebt von der Lizenzierung seiner Designs und Technologien. Aber das Unternehmen hat es geschafft, von einem Profi für stromsparende Mobilchips in andere Bereiche vorzustoßen. So ersetzte Apple seinen langjährigen Hoflieferanten Intel dieses Jahr durch Arm. Dies allein stärkte schon die Stellung der Briten in der klassischen Chipindustrie. Und auch die Chips des aktuell schnellsten Rechners der Welt, des japanischen Supercomputers Fugaku, wurden von Arm entworfen.

    Noch ist allerdings unklar, wann ein möglicher Kauf abgeschlossen werden kann. Denn weltweit werden Wettbewerbshüter den Zusammenschluss prüfen wollen. Besonders pikant ist dabei die Rolle der chinesischen Beamten. In einem Streit über die Kontrolle des dortigen Arm-Joint-Ventures hatte der chinesische Verwaltungsratsvorsitzende Allen Wu Peking um Hilfe ersucht.

    Japans Wirtschaftszeitung „Nikkei" berichtete allerdings am Sonntag unter Berufung auf Personen in Softbanks Umkreis, dass dieser Streit beigelegt sei.

    Mehr: Chiphersteller Nvidia übertrifft Erwartungen.

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