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Hauptversammlung „Es ist Erntezeit“ – Telekom erwartet Zuflüsse von US-Tochter in Höhe von 26 Milliarden Dollar

Telekom-Chef Höttges stellt auf der Hauptversammlung Milliardenzahlungen von T-Mobile US in Aussicht. Dadurch könnte auch die Dividende steigen.
01.04.2021 Update: 01.04.2021 - 17:56 Uhr Kommentieren
Telekom-CEO Timotheus Höttges (li.) könnte aufgrund einer von Chefaufseher Ulrich Lehner (re.) unterstützten Reform künftig deutlich mehr verdienen. Quelle: REUTERS
Telekom-Chef Höttges und Chefaufseher Lehner

Telekom-CEO Timotheus Höttges (li.) könnte aufgrund einer von Chefaufseher Ulrich Lehner (re.) unterstützten Reform künftig deutlich mehr verdienen.

(Foto: REUTERS)

Düsseldorf Die Deutsche Telekom hat bei ihrer Hauptversammlung eine Reihe von Richtungsentscheidungen getroffen. Die wichtigsten Fakten im Überblick:

  • Eine Dividende wird in Höhe von 60 Cent je Aktie gezahlt. Die Ausschüttung beläuft sich auf 2,8 Milliarden Euro.
  • CEO Timotheus Höttges kündigte an, dass die Telekom künftig von milliardenschweren Zuflüssen aus den USA profitieren könnte. T-Mobile US hatte ein Aktienrückkaufprogramm mit einem Volumen von 60 Milliarden Dollar angekündigt.
  • Der Vorstand bekommt ein neues Vergütungssystem. Der CEO kann künftig bis zu 8,5 Millionen Euro Gesamtvergütung im Jahr bekommen und zudem einfacherer als zuvor Sonderzahlungen. Viele Aktionäre votierten dagegen. Die Zustimmung zum System lag lediglich bei 72,7 Prozent der abgegebenen Stimmen.
  • Aufsichtsratschef Ulrich Lehner konnte keinen Nachfolger für seinen Posten präsentieren. Er scheidet im kommenden Jahr aus dem Gremium aus. Auch das wurde von Aktionären kritisiert.

Das US-Geschäft war für die Deutsche Telekom über Jahre vor allem eines: teuer. Das Management hatte sich mit kostspieligen Übernahmen in den USA so verhoben, dass der Dax-Konzern im Jahr 2002 noch einen Rekordverlust von 24,5 Milliarden Euro auswies.

Diese Zeiten sollen endgültig vorbei sein. Der amtierende Telekom-CEO Timotheus Höttges kündigte auf der Hauptversammlung an, die Konzernmutter erwarte Milliardenzuflüsse von ihrer Tochtergesellschaft in den USA. „Bis zu 60 Milliarden Dollar wird T-Mobile US in den Jahren 2023 bis 2025 an die Anteilseigner zurückgeben“, sagte Höttges. „Es ist Erntezeit.“

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    Da die Telekom derzeit rund 43 Prozent der Anteile an der US-Tochter halte, würden bis zu 26 Milliarden Euro auf den Dax-Konzern entfallen. „Das verschafft uns Spielräume und ganz neue unternehmerische Möglichkeiten“, sagte Höttges. „Wir können unseren Aktienanteil an der T-Mobile US auf über 50 Prozent erhöhen.“

    Noch bis zum Jahr 2024 hält die Telekom aufgrund einer Sonderregel die Stimmrechtsmehrheit bei T-Mobile. Stockt sie ihre Anteile bis dahin nicht auf, würde sie die alleinige Kontrolle verlieren. Daher ist es für den Dax-Konzern so wichtig, die Mehrheit zu halten.

    Der CEO von T-Mobile, Mike Sievert, hatte im März auf dem Kapitalmarkttag das Aktienrückkaufprogramm mit einem Volumen von 60 Milliarden Dollar angekündigt. Dabei hatte er aber betont, zuerst werde der Konzern seinen Cashflow dafür einsetzen, den Schuldenstand zu reduzieren.

    Höhere Dividende in Aussicht gestellt

    Zum 1. April 2020 war die T-Mobile US mit dem Rivalen Sprint fusioniert. Der Zusammenschluss war über einen Aktientausch mit den Sprint-Eignern im Wert von fast 31 Milliarden Euro abgewickelt worden. Zudem hatte T-Mobile Schulden in einem Volumen von 62,7 Milliarden Euro von Sprint übernommen.

    Die Deutsche Telekom konsolidiert ihre US-Tochter voll in ihrer Bilanz. Die Übernahme in den USA hatte den Schuldenstand vom Ende des Geschäftsjahres 2019 von 76 Milliarden Euro auf 120 Milliarden Euro zum Ende des Jahres 2020 ansteigen lassen.

    Ein Aktionär wollte vom Telekom-Vorstand wissen, ob jetzt nicht der richtige Zeitpunkt gekommen sei, sich zu einem lukrativen Preis von T-Mobile US zu trennen. Timotheus Höttges sagte, der Konzern prüfe zwar regelmäßig alle Beteiligungen, ein Verkauf der US-Tochter komme derzeit nicht infrage. „Wir glauben an die weitere Wertsteigerung in den USA“, sagte Höttges.

    Künftig würden auch die Aktionäre stärker an der positiven Entwicklung in den USA beteiligt, kündigte Höttges an, nachdem die Dividende bei 60 Cent je Aktie im Vergleich zum Vorjahr stagnierte. Wie die Ausschüttung künftig angepasst werden könnte, ließ Höttges jedoch offen. Er sagte lediglich: „Wir können unsere Dividende weiterentwickeln.“

    Grafik

    Kritik gab es von mehreren Aktionären an einem neuen Vergütungssystem für den Vorstand. Künftig soll der Vorstandsvorsitzende bis zu 8,5 Millionen Euro jährlich erhalten könnten.

    Zum Vergleich: Höttges erhielt für 2020 eine Gesamtvergütung in Höhe von rund 7,3 Millionen Euro, davon entfielen 600.000 Euro auf eine Sondervergütung für den Abschluss der Fusion in den USA. Ordentliche Vorstandsmitglieder sollen künftig bis zu 5,3 Millionen Euro jährlich erhalten. Zudem sollen künftig Sonderzahlungen für den Vorstand einfacherer möglich werden.

    Kritik an Chefaufseher Lehner

    Vanda Rothacker, Analystin bei Union Investment, kündigte an, gegen das neue Vergütungssystem zu stimmen, und sagte: „Wir sind gegen die dort eingeräumte Möglichkeit von Sonderzahlungen außerhalb der regulären variablen Vergütung.“ Christina Dahlhaus, Bundesvorsitzende der Fachgewerkschaft DPVKOM kritisierte: „Offensichtlich ist beim Vorstand der Deutschen Telekom und insbesondere bei Telekom-Chef Timotheus Höttges jegliches Maß für eine angemessene und gerechtfertigte Vorstandsvergütung abhandengekommen.“

    Aufsichtsratschef Ulrich Lehner verteidigte hingegen das Vergütungssystem. „Im Vergleich zu anderen Dax-Konzernen werde eher durchschnittlich vergütet“, sagte Lehner. Außerdem habe Höttges als Vorstand sehr gute Arbeit geleistet.

    Bei der Abstimmung wurde das neue Vergütungssystem aber nur mit 72,7 Prozent Jastimmen angenommen. Das war der schlechteste Zustimmungswert bei allen Abstimmung während der Hauptversammlung. „Das entspricht nicht der Erwartung, die wir bei Vorlage des Vergütungssystems hatten“, sagte Lehner im Anschluss.

    Lehner stand auch selbst in der Kritik. Eigentlich hatte er auf der Hauptversammlung einen Nachfolger für den Posten des Chefaufsehers vorstellen wollen. Lehner scheidet zur Hauptversammlung im kommenden Jahr aus dem Gremium aus. Der frühere BMW-Chef Harald Krüger war dafür vorgesehen, er hatte Ende vergangenen Jahres jedoch abgesagt. Bislang ist keine Alternative gefunden worden. Das wird Lehner angelastet.

    Winfried Mathes von Deka Investment kritisierte: „Ein neuer Chefaufseher als Nachfolger von Ulrich Lehner ist immer noch nicht in Sicht.“ Zudem gebe es weitere Probleme mit dem Aufsichtsrat. „Es fehlt die Industrieexpertise für den amerikanischen Mobilfunkmarkt, obwohl hier der höchste Gewinnbeitrag des Konzerns erwirtschaftet wird.“

    Lehner beantwortete kritische Nachfragen zu seiner Nachfolgeplanung knapp mit wenigen Sätzen. Es gebe ein „strukturiertes Verfahren“, den Posten zu besetzen. Ein Nachfolger würde „rechtzeitig“ bekannt gegeben. Dabei suche der Konzern auch nach externen Kandidaten.

    Bei der Abstimmung wurde der Aufsichtsrat zwar entlastet, enthielt mit 88,6 Prozent der Stimmen jedoch eine deutlich geringere Zustimmung als der Vorstand mit 99,7 Prozent der abgegebenen Stimmen.

    Korrektur: Die Höhe der Vergütung von Telekom-CEO Timotheus Höttges wurde korrigiert.

    Mehr: So hängt die Telekom ihre Wettbewerber ab

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