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Hauptversammlung von SAP „Sie haben uns Aktionären zugehört – und geliefert“ – Harmonie bei SAP

Das Geschäft läuft, die Dividende steigt: Die Aktionäre von SAP finden wenig Grund zu Klage. In naher Zukunft steht beim Softwarehersteller aber ein Umbruch an.
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SAP legt solide Zahlen und einen positiven Ausblick vor. Quelle: Reuters
Zufriedene Aktionäre

SAP legt solide Zahlen und einen positiven Ausblick vor.

(Foto: Reuters)

MannheimDie größte Aufregung kommt am Ende auf. Die Hauptversammlung von SAP läuft schon einige Stunden, das Mittagessen ist bereits vorbei, als sich ein Aktionär echauffiert: Es sei eine Unverschämtheit, dass der Softwarehersteller nicht ausreichend Geschäftsberichte auf Papier zur Verfügung stelle. Schon dafür könne er den Vorstand nicht entlasten, ruft er vom Pult ins Publikum.

SAP liefert nicht: Es bleibt die Ausnahme an diesem Mittwoch in der SAP Arena in Mannheim. Der Dax-Konzern bringt ordentliche Zahlen aus dem Geschäftsjahr 2018 mit, präsentiert eine ambitionierte Prognose für die Zukunft und schlägt eine deutlich höhere Dividende vor.

Die meisten der 3500 Teilnehmer sind daher zufrieden. „Sie haben uns Aktionären zugehört – und Sie haben geliefert“, sagt Christiane Hölz von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW). Während die harten Finanzen stimmen, bereiten allerdings weiche Themen wie die Kundenzufriedenheit und der jüngste Vorstandsumbau Bedenken.

„Wenn man sich unsere Branche anschaut, kann man feststellen, dass die SAP eine einzigartige Position einnimmt“, sagt Konzernchef Bill McDermott. Das Unternehmen habe ein starkes Kerngeschäft, biete unter den großen Softwareanbietern das schnellste Wachstum in der Cloud und steigere auch das Betriebsergebnis „beeindruckend“.

Das vergangene Geschäftsjahr verlief in der Tat überwiegend erfreulich. Der Umsatz wuchs um fünf Prozent auf 24,71 Milliarden Euro, ohne Wechselkurseffekte sogar um elf Prozent auf 25,96 Milliarden Euro. Das Betriebsergebnis von 5,7 Milliarden Euro bedeutete sogar ein Plus von 17 Prozent, wobei hier Sondereffekte eine Rolle spielten.

Und die Profitabilität, die in den vergangenen Jahren gesunken war, stabilisierte sich, im ersten Quartal 2019 stieg sie wieder deutlich. McDermott verspricht für die nächsten Jahre deutliche Verbesserungen – ein Sonderausschuss im Vorstand werde Potenziale ermitteln und realisieren. „Durch eine stärker fokussierte SAP werden wir eine deutliche Margensteigerung erreichen.“

Vom guten Geschäft sollen auch die Aktionäre profitieren. SAP schlägt eine Erhöhung der Dividende auf 1,50 Euro vor, das entspricht einer Ausschüttungsquote von 44 Prozent. Als McDermott auf das Thema zu sprechen kommt, brandet Applaus auf. „Ich mag es, wenn Sie so glücklich sind“, sagt der Amerikaner grinsend.

Die Entwicklung des Aktienkurses ließ 2018 allerdings zu wünschen übrig. Der „Peer Group Index“, der mehrere Anbieter von Geschäftssoftware umfasst, stieg im vergangenen Jahr um 11,5 Prozent, während SAP – nach einem zwischenzeitlichen Rekordhoch – gut sechs Prozent verlor. Seit Jahresanfang entwickelt sich der Dax-Konzern indes besser als die Konkurrenz, auch weil nach dem Einstieg des Hedgefonds Elliott der Kurs in die Höhe schoss.

Für die Zukunft verspricht McDermott gar den Aufbau einer neuen Produktkategorie: Mithilfe des Zukaufs Qualtrics, der ein System für Marktforschung entwickelt hat, will der Amerikaner das „Experience Management“ aufbauen. Unternehmen sollen jederzeit wissen, wie Kunden und Mitarbeiter auf sie blicken.

„Mit Qualtrics werden unsere Kunden Echtzeit-Feedback von ihren Kunden erhalten – und dadurch reagieren können, bevor es zu spät ist“, sagt McDermott und rechtfertigte damit implizit den hohen Übernahmepreis von acht Milliarden Dollar, der zumindest einigen Aktionären zu hoch erscheint.

„Die beste aller Welten“

Trotzdem bewerten die meisten Besucher die Entwicklung bei SAP wohlwollend. „Man könnte meinen, die Aktionäre der SAP leben in der besten aller Welten“, sagte Josef Gemmeke von der Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger (SdK) angesichts des profitablen Wachstums, das der Softwarehersteller liefert.

Bedenken bereiten nicht die harten Zahlen, eher die weichen Faktoren. Mit der Restrukturierung, die SAP derzeit angeht, sowie dem Abschied zweier Vorstände, der zu einem Umbau des Managements führte, stehe nun ein „radikales Umsteuern an“, sagt Gemmeke – „ich wünsche der SAP gutes Gelingen“.

Probleme mit der Kundenzufriedenheit, die Integration von Qualtrics, der Einstieg des Hedgefonds Elliott: Es sind Themen, die mehrere Aktionäre ansprechen, aber offenbar nicht wirklich besorgen.

Ein weiterer Umbruch zeichnet sich allerdings bereits ab: Hasso Plattner hat sich noch einmal als Aufsichtsratschef wählen lassen. Nach der dreijährigen Amtszeit soll aber wirklich Schluss sein, wie er nun ohne Einschränkungen sagt. Damit wird bald eine dominante Figur das Unternehmen verlassen.

Die Aktionäre nehmen alle Anträge mit großer Mehrheit an, die Aufsichtsräte werden mit einer Ausnahme mit 90 Prozent und mehr gewählt. Auch Plattner wird mit knapp 93 Prozent im Amt bestätigt, obwohl er mit seinen 75 Jahren die Altersgrenze einiger Fondsgesellschaften erreicht hat.

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