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Hewlett Packard HP-Chef Enrique Lores steht unter Druck

Der Spanier hat seine gesamte Karriere bei HP verbracht. Er könnte der letzte Chef des Silicon-Valley-Pioniers sein. Denn eine Übernahme bahnt sich an.
26.02.2020 - 04:00 Uhr Kommentieren
Der 54-jährige Spanier arbeitet seit über 30 Jahren für HP. Quelle: Getty Images
Enrique Lores

Der 54-jährige Spanier arbeitet seit über 30 Jahren für HP.

(Foto: Getty Images)

San Francisco, Düsseldorf Enrique Lores ist erst seit vergangenem November CEO von HP – und womöglich der letzte in der Geschichte des Unternehmens, das als Urahn aller Garagen-Start-ups gilt. Vor der Garage in der 367 Addison Avenue in Palo Alto, in der Bill Hewlett und David Packard die ersten elektronischen Messgeräte entwickelten, steht seit 1989 ein Bronzeschild: „Geburtsort des Silicon Valley“.

1989 war auch das Jahr, in dem Enrique Lores seine Karriere bei HP begann. Der Elektroingenieur begann als Praktikant, wechselte nie den Arbeitgeber und arbeitete sich stattdessen über drei Jahrzehnte nach oben. Zwei Aufspaltungen erlebte und gestaltete er mit: 1999 der Spin-off des Medizintechnik- und Messgerätegeschäfts, das als Agilent an die Börse ging.

Und 2015 die Trennung von der Geschäftskundensparte HPE. Übrig blieb das Geschäft mit Computern, Druckern, Scannern und Software für Privatkunden. Das Unternehmen sah zu diesem Zeitpunkt längst nicht mehr wie der Pionier, sondern wie der greise Uropa des Silicon Valley aus.

Bei der Aufspaltung des Konzerns leitete Lores das „Separation Management Office“, anschließend übernahm er den Geschäftsbereich für Drucker und Drucklösungen und war dort 2017 für die Übernahme von Samsungs Druckergeschäft verantwortlich. Als Dion Weisler den HP-Chefposten im November 2019 aus persönlichen Gründen aufgab, rückte Lores an die Spitze des Konzerns.

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    Es war kein leichter Start: Lores muss ein milliardenschweres Sparprogramm durchsetzen, bei dem bis zu 9000 von 55.000 Stellen weltweit wegfallen sollen.

    In den Quartalszahlen, die der Konzern am Montag nach US-Börsenschluss veröffentlichte, zeigte sich kaum Besserung: In den drei Monaten bis Ende Januar sank der Gewinn im Vergleich zum entsprechenden Vorjahreszeitraum um 16 Prozent auf 678 Millionen US-Dollar (625 Millionen Euro). Die Erlöse gingen um knapp ein Prozent auf 14,6 Milliarden Dollar zurück.

    Ringen mit Xerox und Icahn

    Nun muss Lores auch noch um HPs Unabhängigkeit kämpfen. Kurz nach seinem Amtsantritt gab der deutlich kleinere Druckerhersteller Xerox ein Übernahmeangebot für HP ab, unterstützt vom aktivistischen Investor Carl Icahn, der an beiden Firmen beteiligt ist und öffentlich das große Einsparpotenzial eines Zusammenschlusses betonte. Das HP-Management unter Lores lehnte das Xerox-Angebot wiederholt als zu niedrig ab.

    Damit gab sich Xerox jedoch nicht zufrieden, der Kopiermaschinenhersteller sicherte sich bei mehreren Banken eine Kreditlinie über 24 Milliarden Dollar und erhöhte das Angebot auf 35 Milliarden Dollar. HP sei offen, über einen Zusammenschluss zu reden, sagte Lores nun, als er erstmals Quartalszahlen präsentierte – zumindest wenn der Deal Wert für die Aktionäre schaffe und „zum strategischen und finanziellen Plan von HP“ beitrage. Das bezweifelt der Manager aber.

    Die Produktpaletten der beiden Unternehmen ergänzen sich zwar. Xerox stellt große Drucker und Kopierer für Büros her, HP Produkte für Privatnutzer. Allerdings schrumpft das Geschäft seit Jahren: In Zeiten der Digitalisierung wird immer weniger gedruckt.

    Lores muss die Aktionäre nun davon überzeugen, dass sein Unternehmen eigenständig besser dasteht. HP hat ein umfangreiches Aktienrückkaufprogramm angekündigt: Statt bislang fünf will er 15 Milliarden Dollar zur Steigerung des Kurses investieren, finanziert mit neuen Schulden.

    Nach einer großen strategischen Idee klingt das nicht. Eher nach der Angst vor dem Ende.

    Mehr: Bisher hatte sich HP dagegen gewehrt, vom Rivalen Xerox übernommen zu werden. Nun ist HP aber doch offen für Gespräche.

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