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IBM Mit Arvind Krishna gibt es kein Weiter-so – Wie der IBM-Chef den Konzern neu ausrichtet

Im Mittelpunkt des IT-Konzerns steht das Cloud-Computing und die künstliche Intelligenz. Erste Produkte machen die Strategie greifbar.
11.05.2021 - 18:52 Uhr Kommentieren
Der Manager hat im April 2020 den Chefposten bei IBM übernommen. Quelle: Getty Images
Arvind Krishna

Der Manager hat im April 2020 den Chefposten bei IBM übernommen.

(Foto: Getty Images)

Düsseldorf Bei IBM ist es zu einem geflügelten Wort geworden: „Wer sagt, dass Elefanten nicht tanzen können?“ Lou Gerstner, um die Jahrtausendwende Chef des IT-Konzerns, beschrieb 2002 unter diesem Buchtitel so ausführlich wie selbstgefällig, wie er den Koloss IBM damals wieder beweglich machte und so vor dem Ende rettete – beispielsweise mit Kostenkürzungen und einer neuen Strategie.

Die Zeiten sind lange vorbei, doch die Frage stellt sich heute wieder. IBM, einst als „Big Blue“ geachtet wie gefürchtet, hat erneut den Anschluss verloren. Während Amazon, Microsoft, Google und Salesforce immer weiter wachsen, schrumpft das Geschäft des früher mächtigsten IT-Konzerns seit 2013 nahezu kontinuierlich: IBM hat den Trend zum Cloud-Computing verpasst, das heute die Technologiewelt revolutioniert.

Seit einem Jahr versucht nun ein neuer Tanzlehrer, den Elefanten wieder in Bewegung zu bringen. Arvind Krishna, 59, hat im April 2020 den Chefposten in Armonk nördlich von New York übernommen.

Und er hat vom ersten Tag an klargemacht, dass es kein Weiter-so gibt: Der Konzern, der für sein riesiges Portfolio mit integrierten Lösungen bekannt ist, konzentriert sich jetzt auf Software, mit der Kunden ihre Cloud-Dienste organisieren können, und will sich darüber hinaus als Spezialist für Künstliche Intelligenz etablieren.

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    In diesen Tagen wird noch deutlicher, wie sich Krishna die neue IBM vorstellt. Auf der digitalen Konferenz „Think“ stellt der Konzern zahlreiche neue Produkte vor, die aus dieser Strategie hervorgehen.

    Da gibt es zum Beispiel ein Programm namens Watson Orchestrate, das Büroarbeitern ermöglichen soll, lästige Aufgaben in den Anwendungen von SAP, Salesforce und Workday zu automatisieren. Oder eine Funktion, die mithilfe Künstlicher Intelligenz analysiert, wie sich Unternehmensanwendungen effizient in die Cloud verschieben lassen.

    „Wir werden auf dieses und das vergangene Jahr als den Augenblick zurückschauen, in dem die Welt mit voller Kraft in das digitale Jahrhundert eingetreten ist“, sagte Krishna in einer Runde mit Journalisten. Künstliche Intelligenz spiele eine zentrale Rolle, um Geschäftsprozesse effizienter und Prognosen präziser zu machen. Und das Konzept der hybriden Cloud, bei dem Unternehmen entscheiden, wo sie ihre Daten speichern, sei die technische Grundlage dafür.

    Arvind Krishna: Technologe mit Geschäftssinn

    Dafür gilt der Amerikaner mit indischen Wurzeln als der richtige Mann. Er gilt intern als „Technologe“, zu einem neuen Prozessor mit zwei Nanometer Strukturbreite kann er genauso etwas sagen wie zu Quantencomputern. Gleichzeitig hat er indes ein Gespür fürs Geschäft. So hat der Manager bei der Übernahme des Softwareherstellers Red Hat eine entscheidende Rolle gespielt, dessen Technologie mittlerweile im Mittelpunkt der Strategie steht.

    Den Abstand zu den großen Cloud-Konzernen Amazon Web Services, Microsoft und Google kann IBM kaum aufholen. Deswegen bietet das Unternehmen nun Software an, mit der Kunden verschiedene IT-Ressourcen steuern können – ob im eigenen Rechenzentrum oder bei einem Dienstleister. Auch dieser Markt ist allerdings umkämpft, so haben mit HPE und Dell zwei weitere Konzerne der alten IT-Welt ein Portfolio für die hybride Cloud entwickelt.

    Bei dem Umbau macht IBM-Chef Krishna harte Schnitte. So will der Manager das Geschäft mit sogenannten Managed Services abspalten – es ist zwar groß, steht aber angesichts des Trends zum Cloud-Computing massiv unter Druck. Wachstum ist in dieser margenschwachen Branche nur schwer möglich. Die Sparte soll im Laufe des Jahres unter dem Kunstnamen Kyndryl eigenständig werden.

    Ob und wann der Elefant IBM wieder in Schwung kommt, ist derzeit noch schwierig zu sagen. Die neue Strategie zeigt sich bereits in einigen Produkten, aber noch nicht unbedingt in den Zahlen. Fürs laufende Jahr stellt Krishna lediglich ein kleines Plus in Aussicht, mittelfristig erwartet er ein Wachstum im mittleren einstelligen Bereich. Immerhin: Im ersten Quartal erreichte der Konzern ein leichtes Umsatzwachstum, zur Überraschung der Aktionäre.

    Mehr: Ein Jahr vor der Aufspaltung baut IBM sein Cloud-Geschäft mit der Übernahme von Nordcloud aus, einem Cloud-Spezialisten aus Helsinki.

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