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Infineon, Intel, Nvidia Welche Chiphersteller von der Coronakrise profitieren – und welche leiden

Einige Halbleiterhersteller profitieren von der Coronakrise, während andere ihre Prognose kappen müssen. So sieht es derzeit in der Branche aus.
31.03.2020 - 14:45 Uhr Kommentieren
Speicherchips sind enorm gefragt, weil Millionen Menschen auf einmal im Homeoffice arbeiten und auf Daten in der Cloud zugreifen. Quelle: dpa
Rechenzentrum

Speicherchips sind enorm gefragt, weil Millionen Menschen auf einmal im Homeoffice arbeiten und auf Daten in der Cloud zugreifen.

(Foto: dpa)

München Storniert habe kein einziger Kunde eine Bestellung, sagt Peter Wennink. Trotzdem kassierte der Chef des Chipausrüsters ASML Anfang der Woche seine Prognose fürs erste Quartal. Denn wegen des Coronavirus konnten die Niederländer ihre teuren Maschinen nicht ausliefern und aufbauen, zudem fehlten Bauteile in der Fertigung.

ASML steht mit seinen Problemen nicht alleine da: So warnte in jüngster Zeit eine ganze Reihe von Halbleiterkonzernen, dass ihr Geschäft wegen der Pandemie hinter den selbst gesetzten Zielen zurück bleibe. So auch der Dax-Konzern Infineon in der vergangenen Woche. Es gebe „massive Verwerfungen bei globalen Lieferketten, Endmärkten und der Konjunkturentwicklung insgesamt“, teilten die Münchner mit.

Die Nachricht kam nicht überraschend: Denn Infineon erzielt rund 40 Prozent vom Umsatz mit der Autoindustrie, deren Werke in der westlichen Welt derzeit weitgehend stillstehen. Gut ein Viertel aller Erlöse stammen aus China, wo in der Wirtschaft im ersten Quartal wenig lief.

Der niederländische Konkurrent NXP hat schon Wochen vor Infineon vor Umsatzausfällen gewarnt – diese allerdings noch vor allem mit der Lage in der Volksrepublik begründet. Auch der Handychip-Spezialist Broadcom nahm seine Prognose zurück und teilte mit, dass sich die weitere Entwicklung nicht vorhersagen lasse. Broadcom beliefert unter anderem Apple. Der iPhone-Hersteller war einer der ersten Konzerne, der vor einem schwächeren Geschäft wegen Corona gewarnt hatte.

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    Allerdings leiden nicht alle Halbleiterfirmen darunter, dass sich weite Teile der Welt im Ausnahmezustand befinden. So präsentierte der Speicherchipproduzent Micron vergangene Woche Ergebnisse, die weit über den Erwartungen der Analysten an der Wall Street lagen.

    Der Grund: Die elektronischen Bauteile der Amerikaner sind enorm gefragt, weil Millionen Menschen auf einmal im Homeoffice arbeiten und auf Daten in der Cloud zugreifen. Das sind Rechenzentren, für die leistungsstarke Computer benötigt werden – die sogenannten Server.

    Zudem boomt der Online-Handel, der ebenfalls viel Rechnerpower braucht und damit auch Speicherchips. Deren Preise werden im zweiten Quartal um rund ein Fünftel in die Höhe schießen, schätzen die Marktbeobachter von Dram-Exchange. Zuletzt hatten die Experten nur ein Plus von 15 Prozent erwartet. Damit nicht genug: Micron rechnet auch für das laufende, dritte Quartal des Geschäftsjahres mit Ergebnissen, die besser sind als von den Bankern angenommen.

    Gamer zocken mehr als vor der Coronakrise

    Ein klarer Gewinner der Krise ist auch Nvidia. Denn die Prozessoren der Amerikaner werden nicht zuletzt in Rechner für passionierte Gamer eingebaut, also in die leistungsstärksten PCs und Notebooks für zu Hause. So gehört der Konzern aus dem Silicon Valley zu den wenigen Firmen, die ihre Prognose in jüngster Zeit sogar noch erhöht haben.

    Die Spieler würden in diesen Tagen etwa anderthalbmal mehr Zeit vor den Rechnern verbringen als sonst, teilte Nvidia mit. Zudem spürt auch Nvidia, dass seine Prozessoren für Rechenzentren gefragt sind. Prozessoren sind das Gehirn eines jeden Computers. So kommt es, dass die Aktien noch immer deutlich über dem Niveau vom Jahresbeginn notieren, während viele Wettbewerber massiv an Börsenwert verloren haben.

    Auch der Prozessorproduzent AMD lebt gut vom Serverboom. Um bis zu 30 Prozent werde der Umsatz dieses Jahr klettern, versprach unlängst Vorstandschefin Lisa Su.

    Bei ASML hinterlässt die Krise erst einmal kräftige Spuren in den Zahlen. So rechnet der Konzern im ersten Quartal nur noch mit Erlösen zwischen 2,4 und 2,5 Milliarden Euro. Bisher hatte Vorstandschef Wennink 3,1 bis 3,3 Milliarden Euro in Aussicht gestellt. Es sei davon auszugehen, dass die jetzt ausgebliebenen Erlöse aber im zweiten oder dritten Quartal kämen, versicherte der CEO.

    Und auch für Infineon sehen die Analysten keineswegs nur schwarz. So seien die Bayern das beste Halbleiterinvestment überhaupt, um vom Elektromobilitätstrend zu profitieren, urteilte am Dienstag Mark Li vom US-Analysehaus Bernstein Research.

    Der Aktienexperte rechnet damit, dass der Kurs binnen Jahresfrist von 14 auf 24 Euro klettern wird. Die langfristig positiven Wachstumsperspektiven des Chipherstellers rechtfertigten weiterhin eine Kaufempfehlung, meint auch Markus Jost von Independent Research.

    Gleichwohl, die Unsicherheit wegen Corona treibt viele Marktbeobachter um. Die Entwicklung der kommenden Monate lasse sich nur in begrenztem Maß vorhersagen, argumentiert das Analysehaus Kepler Cheuvreux.

    Wer derzeit gewinnt oder verliert in der Branche, wird sich von kommender Woche an ganz deutlich zeigen. Dann beginnt die Zeit, in der die Anbieter ihre Zahlen vorlegen. Den Auftakt macht Samsung, der größte Speicherchiphersteller der Welt. Zuletzt teilten die Südkoreaner mit, sie rechneten wegen der Pandemie mit Belastungen für ihr Geschäft mit Smartphones und Fernsehern.

    Die gestiegene Nachfrage nach Rechenzentren sowie nach neuer 5G-Technik sollte den gebeutelten Speicherchipmarkt hingegen wiederbeleben, so Firmenchef Kim Ki Nam auf der Hauptversammlung Mitte März. Die Halbleitersparte trägt rund die Hälfte zum operativen Ergebnis des Unternehmens bei. Konkurrent Intel wird seine Ergebnisse am 23. April präsentieren.

    Mehr: Das Coronavirus bremst die Chipindustrie

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