Internet Blut, Schweiß und Videos

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Ähnliche Erfahrungen macht Mario Sixtus. Der freie Journalist produziert für das Handelsblatt die Grimme-Preis-gekrönte Video-Reihe „Der elektrische Reporter“: „Der Aufwand ist größer, als man denkt.“ Vor allem die Untertitelung englischsprachiger Interviews koste Zeit. „Für ein Video gehen mehrere Tage drauf“, sagt der Düsseldorfer.

Auf der anderen Seite sollte die werbetreibende Industrie den möglichen Erfolg von Internet-Videos nicht überschätzen. Die Abrufzahlen sind weitaus geringer als die Einschaltquoten des klassischen Fernsehens. Der Branchendienst „Viral Manager“ ermittelte kürzlich, dass nur drei Prozent aller Videos auf Youtube mehr als 25 000 Zugriffe haben. 70 Prozent aller Filme werden nur magere 20 Mal angeschaut – oder noch seltener. Im Gegenzug aber sind die Zuschauer der Web-Videos tatsächlich an den Filmen interessiert, während TV-Zuschauer ihren Bildschirm häufig nur als Hintergrundberieselung einsetzen.

Und es zeigt sich: Große Namen zählen im Netz nicht viel. So sind die Youtube-Unterseiten großer Medienmarken wie „Stern“ oder „Brigitte“ nur von begrenztem Erfolg gekennzeichnet: Kaum ein Video erreicht eine fünfstellige Zuschauerzahl. Zum Vergleich: Der 18-jährige Hobbymusiker Nico aus Pforzheim filmte sich am Klavier, während er sein selbst geschriebenes Lied „Nimm dir Zeit“ sang. Abrufzahl: 180 000.

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