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Internet der Dinge Warum beim US-Mobilfunkanbieter Sprint Mausefallen Signale senden

Das Unternehmen bietet unabhängige Netze für das Internet der Dinge in ländlichen Gegenden an. Die Fusion mit T-Mobile US soll Reichweite bringen.
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Das Unternehmen setzt auf das Internet der Dinge. Quelle: imago/Kyodo News
Sprint-Filiale

Das Unternehmen setzt auf das Internet der Dinge.

(Foto: imago/Kyodo News)

New York Bei dem US-amerikanischen Mobilfunkanbieter Sprint haben auch die Mausefallen Sensoren: In dem Hochhaus an der 1166 Avenue of the Americas, in dem Sprint sein New Yorker Büro hat, melden die Mausefallen, wenn sie ein Tier geschnappt haben. Der Vorteil: Kein Kammerjäger muss mehr täglich 1.000 Fallen abklappern; er weiß gleich, wo die toten Nager zu finden sind.

Den Begriff „Internet der Dinge“ nimmt Ivo Rook ernst und fängt angesichts der weitverbreiteten Ratten und Mäuse in New York im eigenen Haus an. Der Titel des Niederländers lautet „Senior Vice President Internet of Things“. Er ist bei dem zum Softbank-Imperium gehörenden US-Unternehmen Sprint dafür zuständig, dass nicht nur Smartphones miteinander kommunizieren, sondern auch Alltagsgegenstände wie eben Mausefallen.

„Die gleichen Sensoren könnten aber auch die Temperatur oder die Luftfeuchtigkeit messen oder melden, wenn Schüsse fallen. Alle diese Daten werden dann in riesigen Datenbanken gesammelt“, erklärt Rook. Im Sprint-Büro registrieren Sensoren unter den Tischen und Kameras an den Decken, wie viele Menschen im Raum sind, welche Schreibtische wann am meisten gebraucht werden und wie sich die Mitarbeiter zwischen den Räumen bewegen. Nach einer Studie von ABI Research wird der Markt des Internets der Dinge für Unternehmen in den kommenden fünf Jahren auf 20 Milliarden Dollar steigen.

Autonome E-Tankwagen

Zu den Sprint-Produkten gehört auch eine Art autonomer Tankwagen für Elektrofahrzeuge: Der Wagen lädt seine Batterie autonom an einer Solarstation auf und fährt dann zu den E-Autos, um diese aufzuladen, wo immer sie geparkt sind. Das Gefährt gibt es zwar noch nicht im täglichen Stadtverkehr im Einsatz. Aber auf Baustellen ist das Gerät laut Rook bereits im Einsatz.

Das Besondere am Ansatz von Sprint ist, dass sich das Mobilfunkunternehmen nicht nur auf Geräte und Technologien beschränkt, die mit Smartphones oder dem eigenen Mobilfunknetz funktionieren. Rooks Team arbeitet auch an unabhängigen Lösungen, die nichts mit Smartphones zu tun haben und mit Wifi, Bluetooth oder Lora funktionieren. Lora ist ein Netz, das mit wenig Energie Daten über lange Strecken senden kann, und eignet sich besonders für das Internet der Dinge.

Auf dem Mobile World Congress, der am 22. Oktober in Los Angeles beginnt, stellt Sprint ein komplett autonomes Netz für Unternehmen vor, die das Internet der Dinge nutzen wollen, aber weitab von einem guten Internet- oder Mobilfunknetz sind. Das Paket besteht aus Antennen, einem eigenen Softwaresystem und einem eigenen Netzwerk.

„Damit kann zum Beispiel eine abgelegene Fabrik in einer Gegend, in der es kein Glasfasernetz und keine gute Mobilfunkabdeckung gibt, trotzdem seine Roboter im Lagerhaus betreiben“, erklärt Rook das Angebot, bei dem Sprint mit Ericsson zusammenarbeitet.

Von der geplanten Fusion von Sprint mit der US-Tochter der Deutschen Telekom, T-Mobile US, verspricht sich Rook vor allem eine bessere Abdeckung in der Fläche. Gemeinsam wollen T-Mobile und Sprint 40 Milliarden Dollar über drei Jahre in das neue 5G-Netz in den USA investieren.

Sprint ist bisher die Nummer vier der Mobilfunkanbieter in den USA. T-Online ist die Nummer drei, und gemeinsam wollen die beiden die Großen AT&T und Verizon angreifen. Erst vergangene Woche hat auch die Telekommunikationsaufsicht FCC ihr Okay für die Fusion gegeben.

„Wenn die Fusion kommt, dann wird uns das weiter nach vorne bringen, weil wir damit ein gutes und solides Netz mit einer großen Reichweite bis tief in die Vereinigten Staaten bekommen“, sagt Rook. „Mit dem gemeinsamen 5G-Netz können wir auch ländliche Gebiete abdecken.“

Farmer sind als Kunden interessant

Damit werden die Farmer zu interessanten Kunden. Schon heute ist die Landwirtschaft in den USA stark digitalisiert. So messen Computer im Traktor, wie feucht der Boden ist, welche Quadratmeter noch Dünger brauchen oder wo gespritzt werden muss. „Wir können den Farmern dank der Kombination von Künstlicher Intelligenz und Kameras ganz neue Möglichkeiten bieten“, schwärmt Rook.

So könnten Videos kombiniert mit Künstlicher Intelligenz etwa einen Zusammenhang zwischen dem Auftreten bestimmter Insekten und möglichen Krankheiten sehen, die bisher nicht bekannt waren. „Dafür braucht man sehr gutes 4G oder 5G“, mahnt er. 

Auch im Gesundheitsbereich sieht Rook noch viele Möglichkeiten. „Wir arbeiten schon heute mit 75.000 Herzpatienten: Unsere Sensoren können bereits Minuten vor einem Infarkt Warnsignale lesen und melden“, erklärt Rook. Mit 5G und den größeren Datenvolumen sei noch viel mehr möglich, ist er überzeugt.

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