Internet für alle Kubas digitale Revolution

Nach Ende der Eiszeit mit den USA jubeln die Kubaner über die bisher größte Veränderung in ihrem Alltag: privaten Internet-Zugang. Noch kommen zwar nur wenige Nutzer in den Genuss, doch das Angebot soll ausgebaut werden.
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Das Großstadtleben in Havanna hat sich verändert: Zu jeder Tages- und Nachtzeit sieht man nun auch hier Menschen, die auf ihre Smartphones starren. Quelle: AP
Kubas digitale Revolution

Das Großstadtleben in Havanna hat sich verändert: Zu jeder Tages- und Nachtzeit sieht man nun auch hier Menschen, die auf ihre Smartphones starren.

(Foto: AP)

HavannaZwei Tage vor Weihnachten erhielt Luis Gonzalez vom staatlichen kubanischen Telekommunikationsunternehmen ein kleines chinesisches Modem. Der 55-jährige Theaterproduzent verband es mit seinem Telefon und seinem Laptop. Prompt leuchte dort ein Dienst auf, der auf Kuba noch vor wenigen Jahren undenkbar erschien: ein relativ schneller privater Internet-Zugang.

„Es ist echt einfach, sich hinzusetzen und das zu finden, was man braucht“, sagt Gonzalez, während er von seinem Wohnzimmer aus seinen Facebook-Account aktualisiert. Anschließend hört er einen Web-Radiosender aus Uruguay und checkt die Ankunftszeiten von Touristenflügen für einen Nachbarn, der in dem Gebäude in der Altstadt von Havanna Zimmer vermietet. „Die meisten Kubaner sind diese Annehmlichkeit nicht gewohnt.“

Daddeln bis der Arzt kommt
Abhängig vom Computer
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Rund eine halbe Million Menschen in Deutschland kann sich kein Leben ohne Internet und Computerspiele vorstellen. Ihr Freizeitverhalten deklarieren Ärzte als Sucht. Doch wie entsteht eine solche Abhängigkeit? Und wie lässt sie sich bekämpfen?

Wie entsteht eine Abhängigkeit?
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Die eine Sucht gibt es nicht, vielmehr kann sie sich in verschiedenen Formen äußern: Chatten, Gamen, Surfen, Online-Porno-Konsum. Ebenso unterschiedlich sind die Gründe. „Von Frustration über Mobbing, Depressionen oder soziale Phobien: Der Computer bietet davon Ablenkung“, sagt die Oberärztin Susanne Pechler vom Isar Amper Klinikum München-Ost.

Wer ist besonders gefährdet?
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„Das Phänomen zieht sich durch alle Gesellschafts-Schichten. Ich habe Patienten im Alter von 14 bis 67 Jahren, vom Akademiker bis zum Hartz-IV-Empfänger“, sagt Pechler. Allgemein sei aber zu beobachten, dass mehr Männer betroffen seien.

Was sind die Anzeichen für eine mögliche Sucht?
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Immer schlechtere Noten in der Schule, täglich länger als vier bis fünf Stunden vor dem Rechner, in der Freizeit nur Zocken im Kopf: Eltern sollten alarmiert sein, wenn sie Signale wie diese bei ihren Kindern feststellen, sagt Psychologe Florian Rehbein vom Kriminologischen Forschungsinstitut Niedersachsen: „Ab 30 Stunden pro Woche wird es kritisch.“

Mögliche Anzeichen
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Bei Älteren machen sich negative Folgen wie ein schlechterer Schlaf, weniger soziale Kontakte oder geringere Leistungsfähigkeit im Beruf bemerkbar.

Welche Rolle spielen mobile Games?
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Die mobilen Endgeräte, also Smartphones oder Tablets, sind für Computerspielabhängigkeit immer bedeutsamer, erklärt Bert te Wildt, Oberarzt der Ambulanz der Klinik für Psychosomatik und Psychotherapie des LWL-Universitätsklinikums Bochum. Denn mobile Spiele würden immer professioneller und interaktiver.

Virtual-Reality-Spiele können das Problem verschärfen
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Dennoch: „Die meisten Betroffenen spielen eher auf leistungsfähigen Standrechnern“, sagt te Wildt. Durch die zunehmende Zahl der Virtual-Reality-Spiele könnte sich das Problem verschärfen.

Das Internet für Privathaushalte ist auf der Insel seit Dezember im Rahmen eines begrenzten Pilotprogramms erhältlich. Es ist die dramatischste Veränderung im Alltag der Menschen seit Beginn des Tauwetters im Verhältnis zu den USA Mitte Dezember 2014.

Zwar gehört Kuba immer noch zu den Ländern mit der geringsten Verbreitung des Internets. Doch der Zugang der Bevölkerung zum Netz explodierte in den vergangenen zwei Jahren. Seit Sommer 2015 eröffnete die Regierung 240 öffentliche WLAN-Hotspots in Parks und an Straßenecken im ganzen Land. Zuvor waren die Menschen auf marode staatliche Internet-Clubs und Hotels angewiesen, die für eine Stunde langsamen Surfens bis zu acht Dollar (7,50 Euro) verlangten – und das in einem Land mit einem monatlichen Durchschnittseinkommen von umgerechnet 23 Euro.

Inzwischen ist der Preis auf umgerechnet 1,40 Euro gesunken. Das ist immer noch teuer, aber bezahlbar für viele Kubaner mit einem privaten Einkommen oder finanzieller Hilfe von Verwandten aus dem Ausland. Bis vor wenigen Jahren war die Insel sogar noch von langsamem und teurem Satelliten-Internet abhängig. Erst seit 2013 ist sie über ein Glasfaserkabel nach Venezuela mit dem Breitbandnetz verbunden.

Vier Jahre später nutzen laut einer Schätzung der Regierung 100.000 Kubaner täglich das Internet. Das Großstadtleben hat sich verändert: Zu jeder Tages- und Nachtzeit sind nun auch in den Straßen von Havanna Menschen unterwegs, die auf ihre Smartphones starren.

Digitale Familienzusammenführung
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1 Kommentar zu "Internet für alle: Kubas digitale Revolution"

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  • "Sergio Puntila27.01.2017, 09:30 Uhr
    Der Chefdemokratenfresser als Oberkommentator des HB sondert in gewohnt langweiliger Manier, klingt schon fast andressiert, was Sie hier tagtäglich vor sich hingeifern, werter MH"

    Ich geifere nicht, ich kommentiere. Ich gebe mir den ganzen Tag große Mühe, jeden, aber auch wirklich jeden Artikel zu kommentieren,
    um die Leute von der grün-sozialistischen Murkselregierung zu warnen.

    Ja, ich bin ein Fan von Trump und Putin, das sind wenigstens noch zwei echte Kerle mit eigener Meinung, nicht wie unser sprechender Hosenanzug!

    Ja, ich bin ein Anhänger der AFD, denn nur diese Partei kann unser Reich noch retten!

    Nein, ich bin nicht arbeitslos und habe deshalb soviel Zeit Kommentare zu schreiben, ich bin arbeitssuchend!
    Danke

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