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Internethandel Wer-liefert-was will Europas Alibaba werden

Unter der neuen Unternehmensmarke Visable setzt sich die Mittelstands-Website hohe Ziele. Sie will eine europaweit führende Lieferanten-Plattform werden.
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Der Manager will eine europäische Alternative zu Alibaba aufbauen.
Visable-Chef Peter Schmid

Der Manager will eine europäische Alternative zu Alibaba aufbauen.

HamburgDas Nachschlagewerk „Wer liefert was“ war ein Klassiker in den Büros deutscher Mittelständler in der alten Bundesrepublik. Das mehrbändige Verzeichnis brachte Firmen mit ihren Lieferanten zusammen – seit der Gründung auf der Leipziger Messe 1932.

Aus dem Verlag ist längst ein Digitalunternehmen geworden. Jetzt will Peter Schmid, seit sieben Jahren Chef bei dem Hamburger Unternehmen, das Wachstum beschleunigen. Zeichen dafür ist der neue Name Visable – ein Kofferwort aus Visible und Enable.

Der Anspruch ist hoch: „Wir wollen das bessere Alibaba für Europa sein“, sagt Schmid. Aus dem einstigen deutschen Standardwerk soll eine europaweite Plattform werden, die Lieferanten und Geschäftskunden zusammenbringt – vor allem bei Investitionsgütern wie Maschinen und Anlagen.

Seine Analyse: Bislang bilden sich regional starke Spieler heraus: Alibaba in China, Thomas in den USA oder Indiamart für Indien. Visable soll die Funktion des Mittlers in Europa übernehmen. Dafür hat Schmid bereits 2016 das Pariser Pendant Europages gekauft. Vor allem im deutschsprachigen Raum, in Frankreich und Benelux ist sein Unternehmen damit stark, in den anderen europäischen Ländern will er mit automatischen Übersetzungen und stärkerem Vertrieb vordringen.

Dennoch ist ein Erfolg kein Selbstläufer. „In den vergangenen beiden Jahren sind mehrere spezialisierte B2B-Portale entstanden – etwa Orderfox für CNC-Aufträge oder CheMondis für Rohchemie. Diese Spezialisten sind genau auf die Bedürfnisse der einzelnen Branchen angepasst“, sagt Berater Lennart Paul, Betreiber des Fachblogs „Warenausgang“. Anders als beim Konsumentengeschäft etwa per Amazon hätten Generalisten daher kaum Vorteile. „Das ist kein Winner-takes-it-all-Markt“, sagt Paul. Er ist daher skeptisch, ob es wirklich ein „Alibaba für Europa“ braucht.

Klar ist jedoch: Visable wächst. 2018 legte der Gebührenumsatz um neun Prozent auf 54,1 Millionen Euro zu, 2019 soll er die 60-Millionen-Marke überschreiten. Inzwischen arbeiten 370 Menschen für die Gruppe – vor drei Wochen kamen gut 20 Mitarbeiter über den Zukauf von Gebraucht.de neu dazu.

Expansion aus dem eigenen Cashflow

An dessen ursprünglichem eCommerce-Geschäftsmodell ist Schmid nicht interessiert, dafür an der Technik für Suche und Chat sowie am eingespielten Team in Berlin. Er kündigte an, in den kommenden zweieinhalb Jahren einen zweistelligen Millionen-Betrag in Personal, Marketing und vor allem die Technik stecken zu wollen. Finanziert werden soll die Expansion aus dem eigenen Cashflow.

Nicht nur Geld steht bereit, sondern auch neue Ideen: Seit Januar ist der ehemalige Manager des Company-Builders Hitfox, Daniel Keller, Technikchef. Er will die Marketing-Möglichkeiten auf der Plattform ausbauen und so neue Erlöspotenziale erschließen, etwa indem die Plattform Lieferanten per Google-Werbung hilft, Käufer zu finden. Zudem löst Visable intern die eigenen Rechenzentren durch eine Cloud-Lösung ab.

Anders als Amazon, das ebenfalls verstärkt in den B2B-Handel drängt, soll sich auf den Plattformen der Hamburger weiterhin kein eCommerce abspielen. Wie zu den Zeiten der gedruckten Nachschlagewerke sollen die Geschäftspartner Konditionen und Preise weiterhin frei aushandeln. Dahinter steht die Überlegung, dass etwa bei millionenteuren Anlagen Preise sowieso nicht öffentlich werden sollen – und Verträge nicht per Klick geschlossen werden.

Mehr: Noch macht der chinesische Onlineriese den Großteil seines Geschäfts in Asien. Jetzt verstärkt er sein Netz in Europa – und schaut sich nach Übernahmen um. Wie Alibaba den Angriff auf Amazon plant.

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