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Investitionen in 5G Aktionäre stimmen drastischer Dividendenkürzung bei United Internet zu

Konzerngründer Ralph Dommermuth sieht im 5G-Mobilfunkstandard seine große Chance. Von seinen Anlegern erhält United Internet dabei Rückendeckung.
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Der Chef von United Internet wettet auf die Zukunft. Quelle: Thies Rätzke für Handesblatt
Ralph Dommermuth

Der Chef von United Internet wettet auf die Zukunft.

(Foto: Thies Rätzke für Handesblatt)

Frankfurt Die Ausgangslage für die Hauptversammlung von United Internet war denkbar schlecht. Im vergangenen Jahr hatten die Anleger einen Absturz der Börsenbewertung des Unternehmens von 33,4 Prozent hinnehmen müssen.

Die Marktkapitalisierung war von 11,75 Milliarden Euro Ende 2017 auf 7,83 Milliarden Euro Ende 2018 eingebrochen. Solch einen Rückgang hatte es seit dem Börsendebüt des Unternehmens vor 20 Jahren noch nicht gegeben.

Als Gründer und CEO Ralph Dommermuth am Donnerstag in der Alten Oper in Frankfurt vor die Anleger trat, hatte er jedoch noch mehr schwierige Themen dabei: Er musste nicht nur einräumen, dass seine Firma an der Börse abgestraft worden war. Er musste seine Anleger auch noch davon überzeugen, einer drastischen Kürzung der Dividende zuzustimmen. Statt der einst angepeilten 90 Cent je Aktie sollen die Anleger nur fünf Cent bekommen.

„Unsere Aktie ist nicht gut gelaufen“, räumte Dommermuth unumwunden ein. Das Unternehmen sei in einer Umbauphase. Das lange etablierte Geschäftsmodell des Anmietens der Netze der drei etablierten Betreiber Telekom, Vodafone und Telefónica sei nicht mehr langfristig zu halten.

In spätestens einem Jahrzehnt werde der von der EU-Kommission garantierte Zugang zu bis zu 30 Prozent des Netzes von Telefónica auslaufen. Die Brüsseler Behörde hatte Telefónica zur Weitergabe der Kapazitäten im Zuge der Fusion mit E-Plus im Jahr 2014 aufgestellt. Doch die Verpflichtung läuft aus.

United Internet braucht langfristig ein neues Geschäftsmodell. Und das liegt im Aufbau eines eigenen Netzes, ist Dommermuth überzeugt. Der nächste Mobilfunkstandard 5G sei eine große Chance. Deshalb beteilige sich United Internet über die Tochtergesellschaft 1&1 Drillisch an der Versteigerung der dafür nötigen Frequenzen in Mainz. Doch auch nach zehn Wochen ist kein Ende in Sicht. Die Summe der Gebote für das gesamte Frequenzspektrum hat bereits knapp sechs Milliarden Euro erreicht.

Ob sich United Internet das teure Abenteuer überhaupt leisten könne, wollte Nicolas Huber vom Vermögensverwalter DWS wissen. „Wir wissen nicht, wo die Auktion endet. Daher wissen wir nicht, wie viel Spielraum wir haben“, antwortete Dommermuth. Er sei überzeugt, dass der Aufstieg zum vierten Mobilfunkbetreiber in Deutschland der richtige Weg sei. „Ob das schlau ist, werden wir erst in ein paar Jahren wissen“, räumte er ein.

Offenbar überzeugte Dommermuth seine Aktionäre: Mit 99,8 Prozent der abgegebenen Stimmen sei der Antrag angenommen worden, für 2018 nur die gesetzliche Mindestdividende von fünf Cent je Aktie auszuzahlen und somit fast den gesamten Gewinn im Unternehmen zu belassen, teilte das Unternehmen mit.

Telefónica-Deutschlandchef wettert gegen 5G-Auktion

Und das, obwohl United Internet für 2018 einen Umsatzsprung von 22 Prozent auf 5,1 Milliarden Euro und ein um fast 23 Prozent auf 980 Millionen Euro gestiegenes Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) bekanntgegeben hatte. Das auf die United Internet AG entfallende Konzernergebnis, als die für die Aktionäre wichtige Gewinngröße, wurde mit 189 Millionen Euro ausgewiesen.

Zwei Tage zuvor hatten sich auch die Aktionäre der Tochter 1&1 Drillisch mit 99,6 Prozent der abgegebenen Stimmen mit einer Minidividende von fünf Cent zufriedengegeben.

Rivale Telefónica Deutschland hatte hingegen am Dienstag die Zahlung einer Dividende von 27 Cent je Aktie beschlossen. Das entspricht einer Auszahlung von 803 Millionen Euro für das Geschäftsjahr – bei 230 Millionen Euro Verlust.

Telefónica-Deutschlandchef Markus Haas zeigte sich am Donnerstag erbost über die 5G-Auktion. „Deutschland wird sicherlich nicht das beste 5G-Netz haben“, erklärte Haas. Ohne die teure Versteigerung würde 5G zudem schneller kommen. Andererseits würden die Konsumenten belastet: „Wir alle zahlen den Preis.“

Haas zufolge könnten für die bisher bei der Auktion gebotenen sechs Milliarden Euro 60.000 Mobilfunkmasten errichtet werden. Das würde dem Land helfen, weil es noch immer Funklöcher gebe. Haas: „Es fehlen ein paar Tausend Standorte.“ Um die ländlichen Gebiete abzudecken, will er künftig noch stärker mit den Wettbewerbern zusammenarbeiten. „Alle müssen offen sein für Kooperationen.“

Mitarbeit: Joachim Hofer

Mehr: Die Versteigerung der Frequenzen für den neuen Mobilfunkstandard 5G zieht sich schon seit Wochen. Anzeichen für ein rasches Ende des Verfahrens gibt es nicht.

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