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Investmentfonds US-Hedgefonds Elliott investiert 2,5 Milliarden Dollar in Softbank

Mit seiner Investition will Elliott-Gründer Paul Singer Einfluss auf das Softbank-Management nehmen. Ziel ist es, Softbanks Börsenwert nach oben zu treiben.
07.02.2020 - 05:32 Uhr Kommentieren
Sein Hedgefonds hat sich bereits einen Namen als unbequemer Investor gemacht. Quelle: Reuters
Paul Singer

Sein Hedgefonds hat sich bereits einen Namen als unbequemer Investor gemacht.

(Foto: Reuters)

New York, Tokio Der bekannte Investmentfonds Elliott Management mischt sich beim japanischen Technikinvestor Softbank ein. Über die letzten Monate erhöhte Elliott seine Investitionen in Softbank auf 2,5 Milliarden Dollar. Elliott-Gründer Paul Singer will damit Softbanks Management zu Maßnahmen drängen, die den Aktienpreis des japanischen Unternehmens in die Höhe treiben.

Allein diese News reichte aus, um Softbanks Aktienkurs in Japan im Morgenhandel um mehr als sechs Prozent ins Plus zu schieben. Denn in der Finanzwelt hat sich Singers Hedgefonds schon lange einen Namen als unbequemer Investor gemacht. In den USA machte der Fonds voriges Jahr Schlagzeilen mit einem Angriff auf den Telekommunikationsriesen AT&T. Drei Milliarden Dollar investierte der Fonds und zwang das Management dazu, Beteiligungen zu verkaufen und mehr Geld an die Aktionäre auszuschütten.

Die Wette auf Softbank ist ähnlich prominent. Der Hedgefonds hat inzwischen eine Beteiligung von rund drei Prozent an Softbank-Chef Masayoshi Sons globalen Imperium aufgebaut, das neben dem 100 Milliarden Dollar schweren Softbank Vision Fund auch Beteiligungen an Chinas Onlinehändler Alibaba sowie Mobilnetzbetreiber wie Softbank in Japan und Sprint in den USA umfasst. Damit ist Elliott wahrscheinlich nach Son und zwei japanischen Treuhandfonds Softbanks viertgrößter Investor.

Elliott führte bereits Gespräche mit Masayoshi Son

Dieses Gewicht haben die Aktionärsaktivisten bereits genutzt. Führende Elliott-Manager hätten sich bereits mit Softbank-Chef Son und anderen hochrangingen Vertretern des Konzerns getroffen, berichten das „Wall Street Journal“ und die japanische Wirtschaftszeitung „Nikkei“. Darunter ist auch Rajeev Misra, ein ehemaliger Deutsche-Bank-Manager, der nun den Softbank Vision Fund leitet.

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    In den vergangenen zehn Jahren hatte der fast 40 Milliarden schwere Hedgefonds immer wieder in Softbank investiert. Nach dem Skandal um den Büroanbieter WeWork entschied sich das Management dann, größer einzusteigen und das Management zu konkreten Veränderungen zu drängen. Der Vorstoß wurde von Singers Sohn Gordon geleitet, der die Londoner Geschäfte des Hedgefonds leitet, berichtete der amerikanische TV-Sender CNBC.

    In den vergangenen Monaten kam es dann zu ersten Gesprächen. In denen drängte Elliott den Berichten zufolge vor allem darauf, die Investitionsentscheidungen des Softbank Vision Fund transparenter und strategischer zu machen. Seit Ende 2018 beschweren sich die saudischen Hauptinvestoren des Fonds über die gewagten Wetten und die undurchsichtigen Entscheidungsstrukturen des Vision Funds.

    Das Duell der Investorenlegenden beginnt jetzt erst

    Bisher erklären beide Seiten, dass die Gespräche konstruktiv verlaufen seien. Doch mit der Veröffentlichung der Gespräche könnte der Kampf zwischen den beiden globalen Großinvestoren Singer und Son nun in eine neue Stufe eintreten. Der Hedgefonds ist bekannt dafür, dass er zunächst im Hintergrund versucht, etwas zu bewegen. Sollte das allerdings scheitern, dann geht er in der Regel mit harten Forderungen an die Öffentlichkeit.

    Auch in Deutschland ist Elliott aktiv und stieg unter anderem bei Thyssen-Krupp und bei Bayer ein. In Ostasien zeigte der Hedgefonds im Kampf gegen Südkoreas größte Unternehmensgruppe Samsung, mit welch harten Bandagen er kämpfen kann. Erst kämpfte er gegen eine Fusion von zwei Samsung-Unternehmen, mit denen Firmenerbe Lee Jaeyong seinen Griff auf die Gruppe festigen wollte.

    Die Amerikaner warfen Samsung vor, mit Hilfe des koreanischen Pensionsfonds und der Regierung die Aktionäre zu Gunsten der Gründerfamilie übervorteilt zu haben. Seit 2018 versuchen die Amerikaner nun, 770 Millionen Dollar vom südkoreanischen Staat für dessen unrühmliche Rolle in dem Deal einzutreiben.

    Softbank ist ein lohnendes Ziel

    Auch bei Softbank sprechen gute Gründe für den Einstieg. Der japanische Konzern wird wie viele Holdinggesellschaften in Japan seit Jahrzehnten unter seinem Buchwert gehandelt. Denn Investoren sind Holdings oft zu undurchsichtig. Doch bei Softbank klafft die Lücke zuletzt extrem auseinander.

    Am Freitag lag Softbanks Marktwert bei umgerechnet 87 Milliarden Euro. Dabei summieren sich die Softbank-Beteiligungen an Firmen wie Alibaba auf rund 200 Milliarden Euro. Son hatte in den letzten Jahren selbst schon versucht, durch eine Reorganisation die Transparenz der Holding und damit den Aktienwert zu erhöhen.

    Den amerikanischen Mobilfunkkonzern Sprint will er mit T-Mobile der Deutschen Telekom fusionieren. In Japan brachte er seinen eigenen Mobilnetzbetreiber an die Börse. Bis ins Frühjahr 2019 schien der Plan auch aufzugehen. Softbanks Aktienkurs stieg auf 6.045 Yen. Doch seither läuft es schief in Sons Reich.

    Mehr: Softbank muss nach dem Kollaps von WeWork Milliarden abschreiben. Doch trotz des Verlusts zieht der Milliardär eine positive Bilanz.

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