Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

iPhone-Hersteller Apple macht weniger Gewinn – Service-Umsatz steigt in Coronakrise

Der Konzernumsatz erreichte gerade einmal das Niveau des Vorjahresquartals, der Gewinn noch nicht einmal. Trotzdem zeigt sich Apple-Chef Tim Cook hochzufrieden.
30.04.2020 Update: 01.05.2020 - 08:39 Uhr Kommentieren
Der Konzern will weitere 50 Milliarden Dollar für Aktienrückkäufe ausgeben. Quelle: AP
Apple

Der Konzern will weitere 50 Milliarden Dollar für Aktienrückkäufe ausgeben.

(Foto: AP)

San Francisco Apple sei im Februar praktisch „von einer Klippe gestürzt“ und habe sich erst im März teilweise davon erholen können, erklärte Cook gegenüber Analysten in der obligatorischen Konferenzschaltung. So etwas habe er einfach noch nicht erlebt und er sei stolz, wie sich Apple aus dieser Situation wieder herausarbeiten konnte. Doch noch ist nichts vorbei. Es war erst der Anfang.

Der Umsatz im ersten Quartal des Kalenderjahres 2020 (das zweite Quartal des Geschäftsjahres) lag schlussendlich praktisch unverändert bei 58,31 Milliarden Dollar nach 58,02 Milliarden im Vorjahr. Das Nettoergebnis wurde mit 11,25 Milliarden nach 11,56 Milliarden Dollar festgestellt.

Das hätte eigentlich bei Investoren und Analysten für Erleichterung sorgen müssen, denn Apple hatte noch im Februar vor größeren Einbrüchen gewarnt. Doch für das laufende Quartal will der Konzern aus dem kalifornischen Cupertino jetzt keine Prognose mehr abgeben.

CEO Cook gab als Leitlinie lediglich heraus, dass „die Produktion gegen Ende März wieder normale Werte“ erreicht habe. Apple produziert einen Großteil seiner Produkte in China, das zuerst massiv vom Coronavirus betroffen war. Nachbörslich gab die Aktie am Donnerstag bis zu zwei Prozent nach.

Top-Jobs des Tages

Jetzt die besten Jobs finden und
per E-Mail benachrichtigt werden.

Standort erkennen

    Der Umsatz in der iPhone-Sparte sank im Vergleich zum Vorjahresquartal um rund sieben Prozent auf 28,96 Milliarden Dollar. Das wiederum wurde gutgemacht durch einen rund 16 prozentigen Anstieg beim Service-Umsatz, wozu auch Apples iCloud, Apple Music und andere Abo-Dienste zählen, auf 13,3 Milliarden Dollar.

    Da aber auch die Mac- und iPad-Sparten Umsatzverluste verzeichneten, sank der Anstieg des Gesamtumsatzes von neun Prozent im Vorjahr auf nur noch unter ein Prozent im abgelaufenen Quartal.

    Doch das war erst einmal eine temporärere Erleichterung. Finanzchef Luca Maestri deutete ohne genaue Prognosen an, dass das laufende Quartal für die iPhone-Sparte wohl noch einmal schlechter ausfallen werde. Das ist regelmäßig im dritten Geschäftsjahresquartal der Fall, bevor zum Jahresende neue Modelle auf den Markt kommen werden. Doch Marktbeobachter sind noch skeptisch. Sie fürchten Verzögerungen in der Massenproduktion.

    Milderung könnte das neue iPhone SE bringen, ein schnell designtes Billig-iPhone für 399 Dollar plus Steuern, das auf dem alten iPhone 8 basiert, aber einen schnellen Prozessor bekam. Das kann preiswert auf bestehenden Anlagen produziert werden und könnte genau das richtige Angebot sein, um in dieser weltweit schwierigen Phase Käufer von Android wegzulocken. Aber das alleine ist keine Lösung: 5G-iPhones fehlen immer stärker.

    Die Marktforscher von Canalys berichten etwa von einem Einbruch der Smartphone-Verkäufe in China, Apples zweitgrößter Markt, im abgelaufenen Quartal um 18 Prozent und Apple belege nur noch den fünften Platz.

    Vor allem, so Analystin Nicole Peng, weil Apple noch keine 5G-Geräte anbieten kann. „Nur die Funktion als Statussymbol hat den chinesischen Markt vor noch schwereren Einbußen gewahrt“, so Peng. Und hier führen Huawei und Oppo mit ihren 5-G-Modellen und zusammen 58,6 Prozent Marktanteil. Apple kommt nur noch auf 8,5 Prozent.

    Verbesserungen sieht Maestri hingegen für iPads und Macs. Sie profitieren vom Trend zur Heimarbeit. Aber beide Sparten sind verglichen zu iPhone und Service-Angeboten mittlerweile fast nebensächlich.

    Was Apples Brutto-Barvermögen angeht, hat es sich gegenüber Vorjahr von 217,1 Milliarden zwar auf 192,8 Milliarden Dollar verringert. Aber das ist immer noch satt genug für Apple um die Dividende weiter um sechs Prozent anzuheben und auch dem Aktienrückkaufprogramm weitere 50 Milliarden Dollar zuzuführen.

    Zahlreiche Unternehmen haben hingegen ihre Aktienrückkäufe eingestellt. Aktienrückkäufe sollen den Aktienkurs in die Höhe treiben und gleichzeitig den Wert „Gewinn pro Aktie“ schönen. Denn ein erwirtschafteter Gewinn muss rechnerisch auf immer weniger Aktien verteilt werden.

    Wie so etwas aussieht zeigt das Quartal: Trotz des sinkenden Nettogewinns weist der „verwässerte Gewinn pro Aktie“ mit 2,55 Dollar ein Plus gegenüber dem Vorjahr aus, wo er bei 2,46 Dollar lag. Das Geheimnis: Anfang 2019 wurden 4,7 Milliarden Aktien gezählt, 2020 nur noch 4,4 Milliarden.

    Mit der Vorlage der Zahlen von Apple und Amazon am Donnerstag haben nun alle Schwergewichte der IT-Industrie ihre Quartalsergebnisse vorgelegt.

    Unangefochtener Sieger ist dabei Microsoft mit starken Zuwächsen bei Umsätzen und Gewinn. Hier machte sich die ausgleichende Wirkung von starkem Businessgeschäft, vor allem in der Cloud, und Konsumentengeschäft bezahlt.

    Auf dem zweiten Platz folgt Amazon mit starkem Umsatzanstieg, aber Schwächen im Ertrag. Hohe und steigende Kosten für Logistik und Vertrieb machen sich im Handelsbereich bemerkbar. Amazons Cloud-Tochter AWS konnte dagegen zwar wie alle Cloud-Anbieter weiterwachsen, aber nicht so stark wie Microsoft oder Google, die beide damit Boden gut machen konnten.

    Google insgesamt kommt mit steigenden Umsätzen und gehaltenem Nettogewinn auf Platz drei, Apple mit seinem Ergebnis nur auf Platz vier. Trotz der enormen Aufholjagd macht sich jetzt das fehlende Geschäft in der Business-Cloud und Unternehmenssoftware bemerkbar, das allen anderen Wettbewerbern einen ordentlichen Schub geben konnte. Die rote Laterne hält derweil IBM, wo das Wachstum in der Cloud Probleme im Softwaregeschäft nicht völlig auffangen konnte.

    Mehr: Google und Apple stärken Datenschutz bei Plattform für Corona-Apps.

    Startseite
    Mehr zu: iPhone-Hersteller - Apple macht weniger Gewinn – Service-Umsatz steigt in Coronakrise
    0 Kommentare zu "iPhone-Hersteller: Apple macht weniger Gewinn – Service-Umsatz steigt in Coronakrise"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    Zur Startseite
    -0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%