Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

iPhone-Hersteller Apple will bis 2030 klimaneutral werden – von der Fabrik bis zum Elektroschrottplatz

In zehn Jahren sollen iPhone und Co. an keiner Stelle der Lieferkette mehr netto CO2 verursachen. Einige deutsche Zulieferer verpflichten sich schon heute.
21.07.2020 - 14:00 Uhr 1 Kommentar
Bis 2030 will Apple, dass jeder Zulieferer CO2-neutral produziert. Quelle: Reuters
iPhones von Apple

Bis 2030 will Apple, dass jeder Zulieferer CO2-neutral produziert.

(Foto: Reuters)

San Francisco Der wertvollste Technologiekonzern der Welt prescht mit einem Versprechen vor: „2030 wird jedes Apple-Gerät ohne Netto-CO2-Emission auskommen“, sagt Lisa Jackson, Apples Vizepräsidentin für Umwelt, dem Handelsblatt.

In zehn Jahren soll jedes iPhone, iPad oder Airpod klimaneutral sein – von der Produktion bei Apples Auftragsfertigern über die Gerätenutzung bis zu ihrem Lebensende im Elektroschrott. Das geht aus dem am Dienstag vorgestellten Nachhaltigkeitsbericht des Konzerns vor. Damit nimmt Apple eine globale Herausforderung in den Blick, die in der Coronakrise aus dem Fokus geraten ist: den Klimawandel.

Für Jackson ist das kein Widerspruch: „Covid-19 erinnert uns ja gerade daran, dass wir anders denken und schnell handeln müssen“, sagt Jackson, die seit 2013 im Apple-Vorstand sitzt und davor unter US-Präsident Barack Obama die US-Umweltbehörde EPA leitete.

Apple steht damit nicht allein: Zuletzt versprach Amazon, einen zwei Milliarden Dollar schweren Klimafonds aufzulegen, mit dem der Onlinehändler in Nachhaltigkeits-Start-ups investieren will. Vergangenen September kündigte das Unternehmen aus Seattle bereits an, ebenfalls klimaneutral werden zu wollen – allerdings erst im Jahr 2040.

Top-Jobs des Tages

Jetzt die besten Jobs finden und
per E-Mail benachrichtigt werden.

Standort erkennen

    Apples Bemühungen um eine bessere Klimabilanz reichen schon länger zurück. Durch Einsparungen, verbesserte Materialien und den Einsatz erneuerbarer Energien in seinen Büros, Läden und Datenzentren hat der Elektronikhersteller seine CO2-Emissionen seit 2015 um 35 Prozent reduziert. Damals lagen sie auf einem historischen Höchstwert von 38,4 Millionen Tonnen CO2, wie aus dem Nachhaltigkeitsbericht 2019 hervorgeht.

    Apple betreibt seit 2018 sein gesamtes operatives Geschäft mit erneuerbaren Energien. Seit April sei das Unternehmen komplett emissionsfrei, inklusive der Pendelstrecken oder Geschäftsreisen seiner Mitarbeiter – wobei die Pandemie dabei geholfen haben dürfte. Dennoch sank der gesamte CO2-Ausstoß im vergangenen Jahr nur noch leicht, von 25,2 auf 25,1 Millionen Tonnen, wie das Fraunhofer-Institut für Zuverlässigkeit und Mikrointegration IZM in Berlin für Apple ermittelt hat.

    Das Problem: Mehr als drei Viertel der von Apple verursachten CO2-Emissionen entstehen in der Produktion seiner Geräte – und die liegt größtenteils bei seinen Zulieferern und Auftragsfertigern wie der taiwanesischen Firma Foxconn.

    Henkel und Tesa haben sich verpflichtet

    Deshalb geht Apple nun an seine Lieferkette. Bis 2030 will Apple, dass jeder Zulieferer CO2-neutral produziert. „Viele stellen dann sogar ihre gesamte Produktion um“, sagt Jackson. Mehr als 70 Zulieferer hätten sich bereits verpflichtet, darunter im vergangenen Jahr der Dax-Konzern Henkel, der für Apple Kleber für die Elektronikmontage liefern soll. Der Düsseldorfer Pritt-Hersteller hat unabhängig davon selbst erklärt, bis 2030 75 Prozent seiner CO2-Emissionen gegenüber dem Jahr 2010 zu reduzieren.

    Die Beiersdorf-Tochter Tesa verpflichtete sich bereits 2018, Apple nur noch mit klimaneutralen Produkten zu beliefern. Laut dem Bericht erreicht Tesa das durch den Kauf von Zertifikaten für erneuerbare Energien.

    Der US-Mischkonzern 3M und das belgische Chemieunternehmen Solvay, deren deutsche Werke ebenfalls Apple beliefern, gehen noch weiter: 3M kauft direkt Windstrom ein, Solvay hat Solarzellen installiert und in Apples China Clean Energy Fund investiert. Mit dem Fonds will der Konzern aus Cupertino ein Gigawatt erneuerbare Energie in dem Land installieren, in dem das Gros seiner Geräte produziert wird.

    In China hofft Apple auch bewiesen zu haben, dass auch ambitionierte Einsparungen bei Zulieferern möglich sind. In dem Bericht schreibt das Unternehmen, man habe 2018 sechs Werke, in denen die Endfertigung von iPhones stattfindet, „ermutigt“, sich zu einer „aggressiven 20-prozentigen Reduktion des Energieverbrauchs zu verpflichten. Ende 2019 seien bereits 16 Prozent davon erreicht.

    Apple hat Macht über seine Zulieferer

    Insgesamt habe man im vergangenen Jahr 779.000 Tonnen CO2 durch die Arbeit mit Zulieferern eingespart, als Nächstes soll die Produktion der kabellosen „Airpod“-Kopfhörer in die Vereinbarung einbezogen werden.

    Apple hat große Macht über seine Zulieferer: Mit 185 Millionen verkauften iPhones im Jahr 2019 ist der Silicon-Valley-Konzern zum einen einer der größten Elektronikhersteller der Welt, zum anderen ist die Zusammenarbeit mit Apple prestigeträchtig. Und eines macht Jackson klar: Wer 2030 nicht klimaneutral produziert, produziert auch nicht mehr für Apple.

    Noch aber unterstützt Apple manche seiner Zulieferer bei ihren Energiespar-Projekten: 2019 investierte das Unternehmen über einen Fonds 100 Millionen Dollar und partizipiert an den Einsparungen.

    Auch wenn die Reduktion von Klimagasen den größten Teil von Apples Bericht ausmacht, setzt sich Apple auch an anderen Fronten für Umweltschutz ein, etwa indem mehr in der Produktion eingesetzte Metalle wiederverwendet werden.

    2018 weihte Apple bereits „Daisy“ ein. Der neun Meter lange Roboter, der in Austin und in Rotterdam eingesetzt wird, nimmt iPhones zum Recycling auseinander.

    Nun bekommt Daisy einen Bruder. Dieser kann Smartphone-Kleinteile wie die Taptic Engine, die das haptische Gefühl auf dem Touchscreen erzeugt, so auseinandernehmen, dass daraus Stahl, Tungsten und Seltene Erden wiedergewonnen werden können. Er heißt „Dave“.

    Mehr: Apple-Umweltvorständin: „Unser Finanzvorstand rennt nicht vor mir weg“

    Startseite
    Mehr zu: iPhone-Hersteller - Apple will bis 2030 klimaneutral werden – von der Fabrik bis zum Elektroschrottplatz
    1 Kommentar zu "iPhone-Hersteller: Apple will bis 2030 klimaneutral werden – von der Fabrik bis zum Elektroschrottplatz"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • das sind doch gute Nachrichten!

    Zur Startseite
    -0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%