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iPhone-Hersteller Wie sich Apple als Unterhaltungskonzern neu erfinden will

Ein Streamingdienst, ein Nachrichten-Abo, ein Gamingdienst und eine Kreditkarte – der US-Techriese Apple prescht mit neuen Formaten vor. Die wichtigsten News aus der Keynote in Cupertino.
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iPhone-Hersteller: Apple stellt neue Formate vor Quelle: Reuters
Apple

Apple-Chef Tim Cook spricht während der Veranstaltung.

(Foto: Reuters)

CupertinoDer US-Technologiekonzern Apple hat bei einer Veranstaltung im kalifornischen Cupertino seine neue Video-Strategie vorgestellt. Unter dem Motto „It’s showtime” präsentierte Konzernchef Tim Cook im Steve Jobs Theatre die neue Video- und TV-App, erste TV-Eigenproduktionen, eine neue App für Magazine und Zeitschriften sowie die neue Kreditkarte in Kooperation mit Goldman Sachs.

„Heute wird eine sehr andere Art von Event werden”, kündigte Cook an, als er gegen zehn Uhr Ortszeit die Bühne betrat. Tatsächlich stand erstmals bei Apple nicht neue Hardware im Mittelpunkt, sondern Software. Das passt zu dem Strategiewechsel, den das Elektronik-Unternehmen unter Cook derzeit vollzieht.

Der Konzern baut alternative Einnahmequellen zu den schwächelnden Smartphone-Verkäufen auf, setzt auf das Geschäft mit Software, Unterhaltung, Cloud- und Bezahl-Services. Der Apple Club wächst langsamer als bisher. Umso mehr will der Konzern die Kunden mit neuen Abo-Diensten an sich binden.

Die Apps und Angebote im Apple-Universum werden noch unterhaltsamer werden, kündigte Cook an. Und das war nicht untertrieben. Von jeher zeigten sich Apples Pressekonferenzen als effektvolle Produkt-Spektakel. Doch dieses Mal übertraf Apple sich selbst mit seinem Tamtam.

Apple TV+

Apple kündigte den neuen Entertainment-Service Apple TV+ an. „Wir glauben an die Kraft der Kreativität”, sagte Cook. „Großartige Geschichten können die Welt verändern.” Teil des Angebots sind Apple-Eigenproduktionen, die im Steve Jobs Theatre mit allerlei Prominenz beworben wurden.

Die Bühne betraten Hollywood-Stars wie Filmemacher Steven Spielberg, der mit Apple an einer zehnteiligen Neuauflage der Science-Fiction-Serie „Amazon Stories” aus den 80ern arbeitet. Jennifer Aniston, Reese Witherspoon und Steve Sorrell warben für „The Morning Show”, die von den Machtkämpen unter den Mitarbeitern einer News-Show erzählt.

Produzent und Regisseur J.J. Abrams stellte mit der Sängerin Sara Bareilles die Show „Little Voice” über das absurde Leben junger Musiker in New York vor. Als Höhepunkt der Show betrat Oprah Winfrey die Bühne, mit der Apple einen mehrjährigen Vertrag geschlossen hat.

Mit Apple entwickelt Winfrey zwei Dokumentationen. Eine davon erzählt unter dem Arbeitstitel „Toxic labor” (zu deutsch etwa: „Giftige Arbeit”) von den Kosten und Konsequenzen sexueller Belästigung am Arbeitsplatz. Ein anderes Format beschäftigt sich mit mentaler Gesundheit, Verlust und Trauma. Ein Buch-Club soll Gespräche der Talk-Legende mit Autoren streamen.

Ihre Hoffnung sei, so Winfrey, die Welt zu verbessern, eine Gemeinschaft von mehr als einer Milliarde Nutzern nach vorn zu bringen, „die alle durch Apple verbunden sind”. Genau so entspricht es auch Apples Vision.

Es will eine große Gemeinschaft schaffen, den einen großen Apple-Club. Bislang nutzen etwa 1,4 Milliarden Menschen die Produkte aus Cupertino. Dank des neuen Entertainment-Angebots sollen immer mehr neue Fans hinzuströmen. Apple TV+ ist werbefrei, die Inhalte können Nutzer sowohl online als auch offline ansehen.

Apple will die App diesen Herbst in mehr als hundert Ländern starten. Einen Preis für den neuen Dienst nannte der Konzern nicht. Ebenfalls unklar blieb, wie viel der Abo-Umsätze Apple für sich abgreift. Medienberichte waren zuvor von einem Anteil von zwischen 25 und 35 Prozent ausgegangen.

Die neue TV-App soll zudem die Plattform sein, die alle bisherigen Abos des Nutzers organisiert. Mit Apple TV Channels sollen Kunden die Video-Angebote von TV-Sendern und Streaming-Anbietern gebündelt abonnieren, darunter von HBO, Showtime, Starz, CBS All Access. Eine überarbeitete Version der TV-App, die Angebote von über 150 Video-Anbietern zeigt, soll ab Mai verfügbar sein.

Apple News+

Im neuen Magazin-Angebot namens Apple News+ für iPhone und iPad wird der Nutzer künftig auf 300 Magazine aus Politik, Fashion, Kunst Reise und Essen zugreifen können. Dafür zahlt er einen Preis von 9,99 Dollar im Monat und kann die Inhalte mit Familienmitgliedern teilen, verspricht Apple.

Die App ist ab sofort in den USA und Kanada verfügbar und im ersten Monat kostenlos. Im Herbst 2019 will Cook den Dienst in Europa starten, mit Großbritannien als erstem Standort.

Apple wolle ein Ort sein, „wo News von vertrauenswürdigen Quellen kommen und von Experten kuratiert werden”, erläuterte Cook. „Wir glauben an die Kraft des Journalismus und den Einfluss, den es auf unser Leben hat.”

Bei Apple News bereitet eine Redaktion die Artikel für das neue Plus-Format auf. Cover erscheinen animiert, die App hebt einzelne Geschichten heraus, ein Algorithmus empfiehlt Artikel und Reportagen je nach eigenem Geschmack. Der Dienst startet mit Magazinen wie „National Geographic“, „Rolling Stone“, „Vogue“, „Wired“, „InStyle“.

Auch „Wall Street Journal“ und die „Los Angeles Times“ zählen zum Angebot. „New York Times“ und „Washington Post“ sagten im Vorfeld eine Kooperation mit Apple News+ ab. Laut Medienberichten will Apple 50 Prozent der Abo-Erlöse seiner Partner einstreichen und plant, den restlichen Betrag je nach Erfolg unter den Medienhäusern zu verteilen. Zu den Deals mit den Medienhäusern äußerte sich Cook nicht.

Apple Card

Auch News aus der Finanzbranche standen auf dem Programm. So stellt Apple in Kooperation mit Goldman Sachs und Mastercard die Kreditkarte „Apple Card”. Das neue Zahlungsmittel können Nutzer direkt via iPhone beantragen. Sobald die Bank die Karte genehmigt hat, wird die digitale Kopie der „Apple Card” im Apple Wallet gespeichert. Karten-Nummer, Sicherheitscode oder Ablaufdatum sind nur digital einsehbar.

Nutzer sehen im Wallet Kontostand, Rechnungen und Zahlungserinnerungen ein. Die App speichert Orte und Läden der Transaktionen. Der Besitzer könne sie somit später besser durchsuchen, verspricht Apple. Bei alledem ständen jedoch Privatsphäre und Datenschutz an oberster Stelle, verspricht das Unternehmen. Die Transaktionsdaten würden keinesfalls an Dritte weitergegeben oder zu Werbezwecken genutzt.

Im Loyalty-Programm zur „Apple Card” erhält der Besitzer pro Einkauf zwei Prozent des Preises auf der „Apple Card“ gutgeschrieben, bei Apple-Einkäufen drei Prozent. Die Karte soll ab Sommer erhältlich sein.

Apple Arcade

Zur neuen Streaming-Strategie aus Cupertino zählt auch „Apple Arcade”, wie Apple das neue Abo für Video-Games nennt. Mit dem Abo kauft der Nutzer Zugriff auf mehr als hundert neuen Spielen, die exklusiv für Apples Betriebssystem iOS produziert wurden, wirbt Apple. Die App startet im Herbst in 150 Ländern, den Preis will Apple noch verkünden.

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