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IT-Dienstleister Atos hofft auf Cloud und Quantencomputer

Der französische Konzern übernahm einst die IT-Sparte von Siemens. Doch ausgerechnet in Deutschland sind die Margen schwächer. Neue Technologien sollen dies ändern.
04.10.2019 - 08:45 Uhr Kommentieren
Atos hofft auf Cloud und Quantencomputer Quelle: AFP
Atos-Chef Breton mit einem Hochleistungsrechner

Der französische Konzern setzt auf Wachstumsthemen wie Cloud Computing und Quantencomputer.

(Foto: AFP)

Atos ist ein französischer Konzern, versteht sich aber auch als deutsches Unternehmen. Der Firmenname bedeute für ihn „A to S“, von Atos zu Siemens, sagt CEO Thierry Breton im Gespräch mit dem Handelsblatt. Schließlich war die Übernahme der IT-Sparte von Siemens vor acht Jahren ein wichtiger Wachstumsschritt.

Die Integration sei eine Erfolgsgeschichte, ist der Manager des IT-Dienstleisters überzeugt. Bei der Einführung der Plattform Mindsphere, mit der Kunden Maschinen und Produkte vernetzen und die entstehenden Daten auswerten können, arbeiten beide Unternehmen eng zusammen.

Und doch ist ausgerechnet Deutschland keine Vorzeigeregion für Atos. Breton betont zwar, man sehe sich unter den IT-Firmen in Deutschland insgesamt als Nummer eins. Die Margen im zweitgrößten Markt seien aber geringer als im Konzernschnitt. „Wir werden das verbessern.“ Dabei setzt er auf eine veränderte Angebotspalette – und Veränderungen der Organisation.

Bislang hat Atos in Deutschland ein großes Geschäft mit Managed Services, kümmert sich also im Kundenauftrag beispielsweise um den Betrieb von Rechenzentren. Künftig sollen Zukunftsthemen wie Cloud, IT-Sicherheit und Quantencomputer eine wichtigere Rolle spielen. Das gelte für den Konzern insgesamt, so Breton: „Das Outsourcing steht nicht mehr so stark im Fokus.“

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    Atos steigerte im ersten Halbjahr den Umsatz weltweit um vergleichbar knapp ein Prozent auf 5,7 Milliarden Euro. Das operative Ergebnis betrug 529 Millionen Euro. Mit einer Marge von gut neun Prozent kann sich der französische Konzern im Vergleich zu anderen IT-Dienstleistern sehen lassen. Doch gerade in Deutschland sind die Umsatzrenditen mit gut sechs Prozent unterdurchschnittlich.

    Die Berater von Lünendonk führen Atos in der Liste der größten IT-Beratungs- und Systemintegrations-Unternehmen mit einem Umsatz von zuletzt 645 Millionen Euro nur auf Platz sieben. An der Spitze steht Accenture mit mehr als 2,2 Milliarden Euro vor T-Systems mit 1,5 Milliarden Euro.

    Mit der Neuausrichtung reagiert Atos auf einen Großtrend im Markt für IT-Dienstleistungen: Die Digitalisierung verschafft den Unternehmen eine enorme Nachfrage. Die Kunden wollen geschäftskritische IT-Systeme zwar selbst betreiben, brauchen dabei aber Beratung und Unterstützung.

    Cybersicherheit wird immer wichtiger

    Eine zentrale Rolle spielt dabei das Cloud Computing – die Infrastruktur aus der Wolke dient beispielsweise der Vernetzung von Fabriken und Flotten. Auch Künstliche Intelligenz beschäftigt zahlreiche Unternehmen. Und Quantencomputer könnten in einigen Jahren zu einer wichtigen Zukunftstechnologie werden.

    Trotz Konjunkturflaute und geopolitischen Unsicherheiten rechnen die Anbieter daher 2019 und 2020 mit durchschnittlichen Umsatzzuwächsen von mehr als zehn Prozent. Besonders gut laufen die Geschäfte mit Industrieunternehmen, Maschinenbauern sowie Chemie- und Pharma.

    Auch Atos hat Wachstumspläne – will aber gleichzeitig die Profitabilität verbessern. „Es läuft in Deutschland ein Transformationsprogramm“, sagte Deutschlandchefin Ursula Morgenstern dem Handelsblatt. Dabei würden auch Stellen überflüssig. Atos plane aber keine betriebsbedingten Kündigungen. In den vergangenen Monaten war es über den Umbau mehrfach zu Konflikten mit den Gewerkschaften gekommen.

    „Wir wollen unsere Leute in neue Technologien weiterqualifizieren“, kündigte Morgenstern an. Denn Expertise werde auch in Europa dringend gebraucht. Breton sieht einen Trend weg vom Off-Shoring: „Den Kunden gerade in Deutschland ist die Nähe wichtig. Sie wollen den Mitarbeiter vor Ort sehen. Wir brauchen die Fähigkeiten hier.“

    Vor allem im Bereich der IT-Sicherheit sieht Atos Potenzial. In den nächsten Jahren und Jahrzehnten werde Cybersicherheit das wichtigste Thema sein, sagte Breton. „Wir brauchen hier einen europäischen Champion.“ Atos sehe sich auf diesem Feld als weltweite Nummer drei mit 5000 Spezialisten. Der Konzern sei weiterhin an Zukäufen gerade im Bereich der IT-Security interessiert.

    Auch bei Quantencomputern strebt Atos eine führende Position an. Zwar sagte Breton: „Das ist noch eine Vision.“ Doch verkaufe Atos bereits etliche Simulatoren. „Wir verdienen damit schon Geld, das Geschäft ist profitabel.“ Die EU-Kommission müsse die neue Technologie noch stärker unterstützen – und selbst mit europäischen Firmen zusammenarbeiten.

    Mehr: Der Markt für IT-Dienstleistungen boomt trotz der konjunkturellen Unsicherheit – der Digitalisierung sei dank.

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