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IT-Konzern Kampf der Vergleichsportale: Idealo verklagt Google

Google droht neuer juristischer Ärger. Das Vergleichsportal Idealo wähnt sich bei der Internetsuche benachteiligt. Der amerikanische Konzern missbrauche sein Monopol.
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Das Vergleichsportal verklagt den Softwaregiganten auf eine halbe Milliarde Euro. Quelle: AFP
Google vs. Idealo

Das Vergleichsportal verklagt den Softwaregiganten auf eine halbe Milliarde Euro.

(Foto: AFP)

DüsseldorfSeit Jahren wehrt sich Google gegen Angriffe der EU-Kommission. Der Vorwurf: Die Suchmaschine missbrauche ihre marktbeherrschende Stellung. Nun hat sich ein Konkurrent diesen Vorwürfen angeschlossen – und Google vor dem Landgericht Berlin auf ein halbe Milliarde Euro Schadenersatz verklagt.

„Ein fairer Wettbewerb im Internet ist nur möglich, wenn Monopolisten wie Google andere Marktteilnehmer nicht zugunsten eigener Angebote benachteiligen dürfen“, begründet Idealo-Geschäftsführer Philipp Peitsch die Klage. „Wir wollen mit dem Verfahren ein Zeichen setzen, dass sich gegen das rechtsmissbräuchliche Verhalten von Google zur Wehr gesetzt werden kann.“ Google wollte zunächst keine Stellung nehmen, da ihnen die Klage noch nicht zugestellt wurde.

Idealo hängt sich explizit mit seiner Klage an die Ermittlungen und die Bußgeldforderungen der EU an. Die EU hatte Google 2017 bereits mit dem damaligen Rekordbußgeld in Höhe von 2,42 Milliarden Euro belegt. Damals ging es um die Produktanzeigen in den Ergebnislisten.

Es folgte im vergangenen Jahr ein Bußgeld in Höhe von 4,3 Milliarden Euro gegen die Google-Mutter Aphabet wegen „illegaler Beschränkungen“ beim Betriebssystem Android. Im März dieses Jahres kam dann noch eine Strafe von 1,49 Milliarden Euro hinzu wegen des angeblichen Missbrauchs der eigenen Werbeplattform Adsense.

Kurz vor der jüngsten EU-Strafe hatte Google Änderungen am Betriebssystem Android angekündigt. Man wolle Nutzer in der EU künftig fragen, ob sie Googles Webbrowser Chrome und die Google Such-App oder alternative Angebote auf ihren Handys nutzen wollten. Damit erfüllt der Konzern eine weitere Forderung der EU im Zusammenhang mit der Strafe aus dem Jahr 2018.

Die EU hatte Google von Anfang an gedroht, dass weitere Strafen drohen, wenn das Unternehmen den Umgang mit seinen Diensten nicht ändert. Dabei ging es um zahlreiche Bereiche wie auch die Vorinstallierung von Apps auf dem Google-Betriebssystem Android.

Idealo, eine Tochter des Medien-Konzerns Axel Springer, ist jetzt das erste größere Unternehmen, das Google wegen des Missbrauchs seiner dominanten Stellung verklagt. Nun könnten weitere folgen.

Der Kernvorwurf von Idealo: Der eigene Preisvergleich von Google, der heute „Google Products“ heißt, habe aufgrund seiner mangelnden Qualität und dem Fehlen eigener Inhalte eigentlich keine Chance, in den Google Ergebnislisten weit oben zu erscheinen. Trotzdem werde er von Google prominent in den Suchen platziert – und damit würden Konkurrenten wie Idealo benachteiligt.

Idealo bezieht sich zum Beleg dieser Vorwürfe auf die Veröffentlichungen im Rahmen der EU-Kommissionsentscheidung. Dort wurden E-Mails von Google-Managern zitiert, die einräumten, dass die Google-Preissuchmaschine nicht funktioniere, das Management aber trotzdem vereinbart habe, sie immer ganz oben in den Ergebnislisten zu zeigen.

Bis diese Frage geklärt ist, dürfte es aber lange dauern. Idealo räumt selber ein, dass es einen über mehrere Jahre und Instanzen reichenden Rechtsstreit erwartet. Das Unternehmen behalte sich auch vor, die geforderte Schadenersatzsumme im laufe des Verfahrens noch zu erhöhen. „Die Schadenersatzklage ist für uns ein notwendiger und folgerichtiger Zwischenschritt in unserem Engagement für einen fairen Wettbewerb und Diversität im Markt“, sagte Idealo-Geschäftsführer Peitsch.

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